
Im
SZ-Interview mit Tim Frehler spricht der Politologe
Thomas Biebricher, Autor des Buches
"Die internationale Krise des Konservatismus" über das Fehlen einer Strategie von
CDU/
CSU gegen rechts. Es sei "gefährlich" auf den
Kulturkampf gegen Links-
Grün statt auf konservative Themen zu setzen, meint er: "Das sind attraktive Themen, mit denen man gut mobilisieren und Aufmerksamkeit bekommen kann. Aber in dem Moment, in dem die Wähler merken: 'Die reden ja nur, die tun gar nichts', gehen sie einen Schritt weiter und landen bei der AfD. Ich kenne auch international kaum Beispiele, wo so ein Kurs mittelfristig von Erfolg gekrönt war - wenn man sich nicht eben selbst radikalisiert hat, wie etwa die britischen Tories." Stattdessen sollten die beiden Parteien schauen, "wie
Helmut Kohl den Diskurs über die '
geistig-
moralische Wende' geführt hat. Das war Anfang der 1980er-Jahre, Wirtschaftskrise. Da hat die Union gesagt: Erinnern wir uns doch daran, wie wir das Land nach dem Krieg schon einmal aus Ruinen wieder aufgebaut haben, wie wir damals zusammengestanden haben. So könnte man ja jetzt auch kommunizieren."
Erben ist eine "ungerechte Lotterie", meint im
Interview mit der
taz der Philosoph
Stefan Gosepath und plädiert dafür, das
Erben abzuschaffen. Am liebsten ganz, aber um des lieben Friedens willen würde er das Elternhaus ausnehmen. Den elterlichen Betrieb eher nicht: "Wenn man die Vererbung von
mittelständischen Betrieben oder Familienunternehmen nimmt, stellen die in kleinen Dörfern oder Gemeinschaften natürlich
Machtfaktoren dar. Hier wird also im Prinzip Macht doch noch vererbt. Dass das hart verteidigt wird, müsste einem eigentlich zu denken geben als guter Demokrat."
Am Freitag hatte bereits die
NZZ darüber berichtet, dass das Online-Magazin
Hyphen zwar
Ahmad Mansours anwaltlicher Forderung nachkommen will, den fehlerhaften Text von
James Jackson zu löschen, allerdings nur, wenn Mansour eine
Verschwiegenheitsklausel unterschreibt (
Unser Resümee). Solche Klauseln seien "üblich", meint Hyphen-Anwalt Oliver Graef auf
SZ-Anfrage, berichtet Thorsten Schmitz ebenda. Nun liegt zwar der Unterlassungsvertrag ohne Schweigeklausel vor, der Text ist allerdings
noch immer online in seiner Ursprungsversion abrufbar. Und: "Einen Schaden hat Jacksons Artikel dennoch bereits verursacht: Mansour sagt, nach Veröffentlichung des Artikels seien viele Menschen in seinem Dorf Tira davon überzeugt, er sei ein 'Verräter,
Zionist,
Islamhasser'. Aus Sicherheitsgründen könne er vorerst seine dort lebenden Eltern und Geschwister nicht mehr besuchen."