Der Althistoriker
Roland Steinacher bespricht in der
taz die
Ausstellung "Germanen - Eine archäologische Bestandsaufnahme" des Berliner Museums für Vor- und Frühgeschichte. Sehr instruktiv findet er sie. Allerdings hätte er gewollt, dass der Begriff der Germanen selbst, der seit 18. Jahrhundert zur nationalen Mythenbildung diente, problematisiert wird: "Rechts des Rheins bis zur Weichsel und nördlich der Donau bis zur Schwarzmeerküste lebte zwischen dem 1. und dem 4. Jahrhundert nach Christus eine Vielzahl von Gemeinschaften, für die
erst Cäsar die Sammelbezeichnung 'Germanen' einführte. Diese Wilden waren - so die literarischen Bilder - todesverachtend, tapfer und ein bisschen dumm. Ein Bewusstsein
gesamtgermanischer Identität hat es jedoch nie gegeben, daran änderte auch die beinahe verzweifelte Suche deutschtümelnder Wissenschaftler und Scharlatane nichts - bis heute."
Erhard Grundl, kulturpolitischer Sprecher der Grünen, erklärt in der
FAZ, was die "
Unwürdigkeitsklausel" im Ausgleichsleistungsgesetz von 1994 ist. Sie regelt Entschädigungsansprüche bei
sowjetischen Enteignungen in der späteren DDR zwischen 1945 und 49. Die Unwürdigkeitsklausel wird gelten, wenn festgestellt wird, dass die
Hohenzollern den Nazis "erheblichen Vorschub" geleistet haben, so Grundl. Und hierüber bestehe sehr wohl ein
Konsens unter den Historikern: "Wilhelm von Preußen warf sein
gesamtes symbolisches Kapital in die Waagschale, um die Nationalsozialisten in konservativen Kreisen salonfähig zu machen und ihnen den Weg zur Macht zu ebnen. Er tat dies mit einer gewissen Stetigkeit und im Bewusstsein, dass seine Unterstützung für Hitler Erfolg haben könnte. Im
Hugenberg-Urteil von 2005 sind das die Kriterien für eine erhebliche Vorschubleistung, weshalb der Ausgleichsanspruch der Antragsteller abgelehnt wurde."