Die Südkoreaner sind bei der Debatte um die "
Trostfrauen" - Koreanerinnen, die von den Japanern zwangsprostituiert wurden - selbst unehrlich,
schreibt Fabian Kretschmer in der
taz, Wer bestimmte Wahrheiten ausspricht, bekommt Probleme: "Dies hat die Professorin
Park Yu Ha von der Seouler Sejong-Universität persönlich zu spüren bekommen. In ihrem 2013 erschienen Buch 'Comfort Women of the Empire' (mehr
hier) wies sie darauf hin, dass viele der Menschenhändler, die für die Japaner Frauen rekrutierten,
selbst Koreaner waren und als Komplizen vom System profitierten. Ebenso zweifelt sie das vorherrschende Narrativ an, dass es sich bei den Frauen ausschließlich um '
Sexsklavinnen' gehandelt hat. Einige von ihnen wussten laut Park sehr wohl, worauf sie sich einließen, sie hätten sich aus Armut, jedoch aus freien Stücken den Militärbordellen angeschlossen."
In der
Berliner Zeitung ermuntert Arno Widmann zum 150. Jahrestag der Erscheinung von
Karl Marx' "Das Kapital" unbedingt zur Lektüre dieses
monstre sacre der Philosophie: "Was sah Marx in der Tiefe? Das 'Wesen' des Kapitalismus, sein innerster Kern, sein Motor ist der
Doppelcharakter der Arbeit. Sie schafft Gebrauchswerte und Waren.
Ware wird etwas, wenn es getauscht wird oder auch nur getauscht werden soll. War wohl
kein Perlentaucher, der Karl Marx. Das ist doch nichts Tolles, nichts Besonderes? Das sagen nur die, die Marx nicht gelesen haben. Wer ihn liest, erlebt das Feuerwerk, das Marx aus dem Unterschied von Gebrauchs- und Tauschwert schlägt, und weiß nicht, ob es ihn blendet oder die
Verhältnisse erhellt. Darüber wird gestritten, seit das Buch erschien."