
Der albanische
Schriftsteller, Lyriker und erste Träger des
Internationalen Man-Booker-Preises Ismail Kadare war unter Enver Hodscha beileibe nicht der tapfere Oppositionelle, als den ihn die Presse überall feiert,
weiß Stephen Schwartz. "Während des Kommunismus war er einer der
emsigsten Totengräber des kulturellen und literarischen Erbes Albaniens, in besonderer Weise des Teils, der religiös inspiriert war. Herr Kadare posiert nun als 'Dissident', aber seine Karriere als Nonkonformist im Kommunismus ist gänzlich erfunden, und sorgt für erregte und
wütende Debatten unter seinen Landsleuten. 1990, als der Kommunismus am Ende war, 'floh' Herr Kadare aus Albanien nach Frankreich. Aber zum Zeitpunkt seines Bruchs mit dem Regime hatte er den Posten des
Vizevorsitzenden von Albaniens offizieller politischer Struktur inne, der sogenannten Demokratischen Front. Sein Abgang aus den Zimmern der Macht geschah aus
Bequemlichkeit, nicht aus Prinzipientreue."
Die jämmerliche Wohnungssituation der Briten, ausgelöst durch die restriktive Baupolitik der Regierung,
verdammt James O'Shaughnessy mit biblisch anmutendem Furor. "Unser
sowjetmäßiges Planungssystem hat dafür gesorgt, dass auch der Standard des Architekturdesigns gelitten hat. Tag für Tag sind wir mit den verfaulten Früchten des sozialen Wohnungsbaus aus der Nachkriegszeit konfrontiert, aber ein System, das den Nachschub begrenzt, lässt auch Design und Innovation verkümmern. Die unbefriedigte Nachfrage hat einen derart hohen Stand erreicht, dass alles verkauft wird, was gebaut wird. Die
rein körperliche Notwendigkeit, ein Dach über dem Kopf zu haben, verdrängt die Gestaltungsfrage auf einen abgeschlagenen zweiten Platz. Einige der Neubauten im Thames Gateway
Entwicklungsgebiet - angekündigt als großes Projekt des Wohnungsbaus - sind wenig mehr als
Fertig-Hasenställe mit Legoland-Elementen. Keine Häuser für Helden, sondern Hütten für Verlierer."
Was die
Attentäter von London getrieben hat, weiß Boris Johnson nicht. Aber einen Fehler hat auch der Westen gemacht,
findet er: Der Versuch, den Irakkrieg als Krieg gegen den Terror auszugeben. "Für den paranoiden muslimischen Verstand legt der propagandahafte Begriff '
Krieg gegen den Terror' - sofern er auf den Irak gemünzt ist - nahe, dass dieser Krieg in Wirklichkeit um etwas anderes ging: um Öl, um Erniedrigung und Beherrschung der islamischen Welt. Und weil sie keinen Unterschied machen zwischen Religion und Politik, scheint der Schwindel vom 'Krieg gegen den Terror' einen unerklärten
Krieg gegen den Islam zu implizieren. Das war ein Eindruck, den weder Bush noch Blair je wirklich korrigiert haben. Wenn das Projekt der Neocons Demokratie für den Mittleren Osten, Starbucks und
Führerscheine für Frauen bedeutet, dann bin ich ein begeisterter Neocon. Nur sprecht nicht von Krieg."