
Mark Singer
porträtiert Howard Dean, den "instinktgesteuerten" Präsidentschaftskandidaten der Demokraten (
hier seine offizielle Website). Darin ist natürlich alles zu erfahren, was es überhaupt nur zu erfahren gibt, von Deans
Park-Avenue-Kindheit bis zu seiner Zeit als Gouverneur von Vermont. Singer zeichnet das Bild eines Politikers, der vielleicht nicht gerade dickschädelig ist, sich aber doch ziemlich wohl in seiner eigenen Haut fühlt - und der sich von seinen Parteirivalen nicht verunsichern lässt: "Berüchtigt die Rede vom Dezember, in der Dean erklärte, die
Gefangennahme von Saddam habe Amerika
nicht sicherer gemacht. Liebermann antwortete als erster; in einer ätzenden Erklärung bemerkte er, dass sich Dean in seinem eigenen Spinnennetz der Verleugnung verheddert hätte. Kerry und Clark gaben ähnlich starke Verurteilungen ab, aber Dean weigerte sich, zurückzustecken. Tatsächlich verschärfte er noch seine Rhetorik. In einer Rede zwei Wochen später, bemerkte er vor einem Publikum in Iowa, dass die Regierung die nationale Sicherheitsstufe auf 'hohes Risiko' angehoben habe,
Code Orange. 'Wenn wir jetzt sicherer sind, wie kommt es, dass wir noch einmal zehn Soldaten verloren haben und Sicherheitsalarm ausrufen mussten?'"
Die "
Schlachten um das alte Athen toben noch immer",
stellt Daniel Mendelsohn in seiner Rezension neuer Publikation über die Kriege der alten Griechen fest. Besonders ausführlich widmet er sich einer Studie über den "Peleponnesischen Krieg" (
Einführung) von
Donald Kagan. Dessen "energische, wenn auch tendenziöse"
neue These: Der Krieg habe seinen Namen nur deshalb, weil die "Männer, die den Konflikt beschrieben haben, gewöhnlich Athener" waren. "Die Spartaner betrachteten den Konflikt wahrscheinlich als Athenischen Krieg".
Weiteres: Die
Erzählung "Daisy"
schrieb in dieser Woche
Chang-rae Lee. Joan Accocella
stellt den Steptänzer
Savion Glover (
mehr) vor. David Owen
stellt "acht einfache Regeln" auf, die der
neue Liebhaber seiner
Geschiedenen gefälligst zu beachten hat ("The band saw in the basement belongs to me. You are not to use it, you are not to move it, you are not to put anything on it ..."). Ben McGrath
schildert in einem Bericht über so genannte
Messies den Fall eines pathologischen Hamsteres, der in seinem Miniappartement in Brooklyn "die vielleicht
größte und bestsortierte private Zeitschriftensammlung der Stadt" hortete. Louis Menand
staunt über die hohe Kunst - wenn nicht Manie - der
"Top Ten"- Listen.
Die Kurzbesprechungen
widmen sich unter anderem dem neuen Buch von
Paul Auster, "Oracle Nights" (Henry Holt). Und David Denby
sah zwei neue
Filme: die Romanverfilmung
"House of Sand and Fog" von Vadim Perelman, in der
Ben Kingsley einen exilierten iranischen Ex-Oberst spielt, und
"The Cooler", ein "schwer sentimentales
B-Movie wie aus den Fünfzigern" von Wayne Kramer.
Nur in der
Printausgabe: eine Reportage über den seit zehn Jahren währenden Kampf gegen
"tückischen Müll", ein Bericht über
Kinderlähmung, die endlich besiegt scheint, eine Warnung vor der "falschen Sicherheit" von
Geländewagen ("groß und schlecht") und
Lyrik von Wislawa Szymborska und Bill Knott.