
Als Porträt-Galerie der wichtigsten modernen Philosophen
empfiehlt der Physiker
Freeman Dyson das Buch "Why Does the World Exist" von
Jim Holt. Dyson berichtet sehr beeindruckt von den versammelten Materialisten und Idealisten, vor allem aber erinnert er sich an seine eigenen Begegnungen mit
Wittgenstein in Cambridge 1946, bei denen seine Bewunderung einen vorübergehenden Dämpfer erfuhr: "Am Ende meiner Zeit in Cambridge brachte ich schließlich den Mut auf, ihn anzusprechen. Ich sagte ihm, wie gern ich seinen 'Tractatus' gelesen hätte, und wollte wissen, ob er noch immer der gleichen Ansicht sei wie vor 28 Jahren. Er schwieg eine Zeit lang und fragt dann: 'Von welcher Zeitung kommen Sie?' Ich erklärte ihm, dass ich Student, kein Journalist sei, aber er beantwortete meine Frage nie. Wittgensteins Reaktion war demütigend, aber seine
Reaktion auf Frauen, die versuchten, seine Vorlesungen zu besuchen, war noch schlimmer. Wenn eine Frau im Hörsaal erschien, stand er solange schweigend da, bis sie den Saal verlassen hatte. Ich beschloss, dass er
ein Scharlatan war, der sich unerhört benahm, um Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
Ich hasste ihn für seine Grobheit."
"
Dunkelheit legt sich über die
arabische Welt": Das Autoren-Duo Hussein Agha and Robert Malley
blickt ernüchtert auf die zunehmend unübersichtliche Lage im Nahen Osten, die bereits zu den unheiligsten Allianzen geführt hat (Irak und Iran auf der Seite Assads, Saudis mit Säkularisten und Salafisten gegen die Muslimbrüder). Ihr Ausblick: "Die Islamisten werden einen Handel vorschlagen: Im Austausch für
ökonomische Hilfe und politische Unterstützung werden sie nicht bedrohen, was sie für die elementaren
Interessen des Westens halten: regionale Stabilität, Israel, den Kampf gegen den Terror, Energielieferung. Keine Gefahr für die westliche Sicherheit. Kein Handelskrieg. Der Showdown mit dem jüdischen Staat kann warten. Der Fokus wird auf der langsamen, stetigen Gestaltung der islamischen Gesellschaften liegen. Amerika und Europa mögen ihre Bedenken über die innere Umgestaltung äußern, sogar Unmut. Aber sie werden drüber hinwegkommen."
In einem Dossier zu den nicht mehr fernen
Präsidentschaftswahlen schätzen suchkundige Autoren wie Elizabeth Drew und Michael Tomasky (
hier), Ronald Dworkin (
hier), Kwame Anthony Appiah (
hier), Steven Weinberg und Jeffrey Sachs (
hier) die Lage ein.