
Die Franzosen sorgen sich um eins ihrer nationalen Aushängeschilder: die
Laizität in der Schule. Diese wurde 1905 verabschiedet und weist die Schule als
religionsfreien Ort aus, an dem jedes sichtbare Zeichen religiöser Zugehörigkeit verboten ist. Doch nun,
berichten Besma Lahouri und Eric Conan, stellt die
muslimische Gemeinschaft und ihr Festhalten am
Schleier diese Laizität auf eine harte Probe. So sehr, dass man sich in Frankreich wieder fragt, was es überhaupt mir der Laizität auf sich hat.
Jeanne Balibar macht, was sie sich schon lange in den Kopf gesetzt hat: Die französische Theater- und Filmschauspielerin bringt im Oktober ihr erstes Album mit dem Titel
"Paramour" heraus. Mit Dominique Simonnet plaudert sie lange über
Schauspieltechnik, doch auch über
Melancholie und Nostalgie und über das, was für sie eine wahre
"Femme fatale" ausmacht. "Wissen Sie, wenn sie mich auf den ersten Blick gleich als Femme fatale abstempeln, dann stört mich das", sagt sie lachend, "aber wenn Sie das nach dem zweiten Hinsehen sagen, dann schmeichelt mir das." Na, so viel Inkonsequenz sei verziehen. In den französischen Kinos ist sie derzeit in
"Saltimbank" von Jean-Claude Biette zu sehen (mehr dazu
hier).
Wenn ein Franzose ein
Chanson hört, hebt er meist sofort zu singen an, denn Melodie und Text kennt er längst. Bei
Jacques Brel dürfte das jetzt nicht mehr so einfach sein, denn fünfundzwanzig Jahre nach seinem Tod
erscheinen nun fünf bisher
unveröffentlichte Chansons - gegen seinen letzten Willen. Anlass ist das
"Annee Jacques Brel", das in seiner Geburtsstadt Brüssel ausgiebig gefeiert wird (mehr Informationen finden Sie
hier). Zu verantworten hat die Veröffentlichung seine Ehefrau
Miche Brel, die es gewagt hat, dem
Willen ihres Ehemanns posthum zu widersprechen.
Neues auch von der
Rap-Band IAM aus
Marseille: Nach sechs Jahren Pause erscheint ihr Album "Revoir un printemps". Gilles Medioni hat zwei Bandmitglieder
getroffen. Der
Express bringt außerdem ein Interview mit dem Filmemacher
Denys Arcand anlässlich seines neuen Films
"Les invasions barbares", der im Wettbewerb in Cannes zu sehen war.
Weitere Artikel in der Bücherschau: Thierry Gandillot
berichtet, dass Richard Millets Roman
"Ma vie parmi les ombres" durchaus das Zeug hätte, in die engere Auswahl beim diesjährigen
Prix du Goncourt zu kommen. Besprochen werden der historische Roman "Les Diamants de la guillotine" - über den Diebstahl eines
königlichen Colliers, von
Dumas längst behandelt, aber trotzdem (
hier) - und
"Une Ville" von Denis Robert, der lange Journalist bei
Liberation war (
hier).
Und: Ein klein wenig
Sozialromantik aus dem
schönen Elsass: Daniel Rondeau
erzählt die Geschichte des Autors
Pierre Pelot, der seinen Blaumann als Elektriker abgelegt hat und sich der Schriftstellerei widmet. "C?est ainsi que les hommes vivent" heißt sein neuer Roman.