
"Weder Tragödie noch griechisch",
ruft Javier Cercas den Europäern zu, sei das Debakel um die Athener Finanzen: "Gibt es bei einem echten transnationalen Verein wie den USA ein Problem in Florida, ist das kein Problem Floridas sondern der USA, und Washington greift ein, um es zu lösen; bei einem Verein wie der EU, für den das Transnationale ein bloßes Lippenbekenntnis ist, ist ein Problem in Griechenland kein Problem der EU, sondern Griechenlands, und weder will die EU das Problem lösen - alles was sie will, ist ihr
Geld eintreiben -, noch will Griechenland, dass die EU eingreift - alles, was es will, ist
nicht zahlen. Die Lösung springt ins Auge: Die EU nimmt sich endlich selbst ernst, verwandelt sich wirklich in einen einzigen demokratischen Staat, die Nationen lösen sich politisch darin auf und stecken sich ihren
stinkenden Nationalstolz, wo er hingehört, und der gemeinsame Staat beschäftigt sich mit jeder Nation wie ein Körper mit seinen Gliedern, also so dass das Besondere bloß noch ein Teil des Allgemeinen ist. Kurz: Dies ist keine wirkliche Tragödie und auch keine griechische Tragödie, dies ist bloß ein Problem, und zwar ein Problem von uns allen. Und wenn wir es nicht lösen, dann bloß, weil wir
nicht wollen."