Magazinrundschau - Archiv

Bloomberg Businessweek

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Magazinrundschau vom 11.01.2022 - Bloomberg Businessweek

In Afrika treffen die Covid-Maßnahmen Mädchen besonders hart, berichtet Jill Filipovic in einer mit Zahlen und Interviews gespickten Reportage. Wenn die Schulen schließen müssen, verlieren viele die einzige Zuflucht in der sie Kinder oder Jugendliche sein können: "Ntaiya, die Massai-Pädagogin, sagt, dass ihre Organisation in der Gemeinde Haus für Haus aufgesucht hat, um die Mädchen zu schützen, und dass ihre Schülerinnen im Großen und Ganzen zurückkommen. Aber sie kommen oft verwundet und traumatisiert zurück. 'Wir wissen, dass [weibliche Genitalverstümmelung] zugenommen hat', sagt sie. 'Wir wissen, dass Teenagerschwangerschaften zugenommen haben. Und Kinderheiraten - sie nehmen einfach zu. Wir hoffen, dass wir dieses Narrativ ändern und einen Weg finden können, um Mädchen zu schützen, Gemeinschaften zu schützen und ihnen zu helfen, sich zu entwickeln. Aber die ganze Arbeit, die wir geleistet haben, geht nach hinten los.' Sie hält inne und holt tief Luft. 'Es ist ein schwieriges Thema.'"

Magazinrundschau vom 04.01.2022 - Bloomberg Businessweek

Die bis dato größte Konkurrenz zu Amazon heißt Shopify. Aufgebaut hat sie der 1981 in Koblenz geborene Tobias Lütke - allerdings nicht in Deutschland, sondern in Kanada, wohin er 2002 auswanderte. Shopify ist eine Handelsplattform, die vor allem kleinen Händlern ein Refugium bietet, die sich nicht Amazon ausliefern wollen. Das klappte - auch wegen der Fehler von Amazon - exzellent, Shopify wurde das wertvollste kanadische Unternehmen. Bis jetzt. Denn jetzt ist Shopify an dem Punkt angelangt, an dem es eigene Logistik- und Verteilungszentren aufbauen und mit den selben harten Bandagen spielen müsste wie Amazon: "Shopify versprach, über einen Zeitraum von fünf Jahren eine Milliarde US-Dollar in den Ausbau des Dienstes zu investieren, und zahlte 450 Millionen US-Dollar für die Übernahme des Robotik-Start-ups 6 River Systems in Massachusetts, das die gleiche Art von Robotern herstellt, die in den Lagerhallen von Amazon eingesetzt werden. Beobachtern schien es, als sei Lütke bereit, Lagerhäuser zu kaufen, Arbeiter einzustellen und damit zu beginnen, Paletten und Pakete in der realen Welt zu bewegen. Doch dazu kam es nicht. Shopify überlässt die letzte Meile immer noch weitgehend seinen Händlern. Im Januar 2021 stellte Shopify einen Betriebsleiter von Amazon namens Nitin Kapoor ein, der das Unternehmen nach neun Monaten wieder verließ. (Kapoor lehnte eine Stellungnahme ab.) Lütke sagt, dass  Logistik 'eine harte Nuss für Byte-Firmen ist' - das heißt für Firmen, die es sich damit bequem gemacht haben, Software zu schreiben, ohne Klagen über die Verletzung von Mitarbeiterrechten oder  öffentlichkeitswirksame Gewerkschaftskampagnen fürchten zu müssen. Wenn für die Endauslieferung eine rücksichtslose Effizienz im Stil von Amazon erforderlich ist, so Lütke, 'dann glaube ich nicht, dass wir Erfolg haben werden. Wir werden es anders machen, weil wir nicht so auftreten wollen'."
Stichwörter: Shopify, Lütke, Tobias

Magazinrundschau vom 21.12.2021 - Bloomberg Businessweek

In einem Artikel des Magazins stellt Mark Ellwood fest, dass sich das Metaverse für Luxusmarken wie Gucci und Hermes schon rechnet - mit Accessoires, die nur virtuell existieren: "Die Wartezeit für eine Birkin-Bag kann sich über Jahre hinziehen, aber manche wollen nur eine Handtasche, die sie nie tragen werden können. The Dematerialised, ein britisches Startup, das Mitbegründerin Karinna Nobbs 'das digitale Kaufhaus deiner Träume' nennt, verkauft nichts als virtuellen Luxus. Es ist ein Marktplatz für Kleidung und Accessoires, der nur online existiert. Das erste Stück kam am 12. Dezember 2020 heraus, ein silberner Pullover, der für 121 Euro wegging. Wie alle Produkte seither verkaufte sich die gesamte Auflage von 1.212 digitalen Exemplaren innerhalb von drei Stunden. Nobbs hat mit Fabricant zusammengearbeitet, einem niederländischen virtuellen Couture-Haus, in dem Benutzer exklusive Kleidung für ihre digitalen Avatare auf sozialen Plattformen wie VRChat zusammenstellen können, eine digitale 3D-Welt, die in der Pandemie immer beliebter wurde. Die Fabricant-Kollaboration erzielte den teuersten Preis bisher: 9.000 Euro für ein einzelnes Kleidungsstück, genauer gesagt, ein Nicht-Kleidungsstück. The Dematerialized arbeitet nach dem populären Standardmodell von Streetwear und veröffentlicht einen Schuh, eine Tasche oder einen anderen Artikel in einer limitierten Auflage von normalerweise nicht mehr als 150 Einheiten. Es ist immer nur eine einzige Marke oder ein am Computer entworfenes Produkt verfügbar. Erfolgreiche Käufer erhalten einen non fungible token (NFT), ein virtuelles Eigentumszertifikat, das auf einer Blockchain ausgeführt wird. Mit diesem Echtheitsnachweis kann ein Besitzer eine Handtasche oder ein Kleid auf VRChat präsentieren, wo Zehntausende User täglich über Avatare interagieren - und ihre Outfits zur Schau stellen. Es mag albern erscheinen, so viel Geld für Luxus auszugeben, den man nie anfassen oder tragen kann, aber Spieler verwenden seit langem Kleidung, um ihre Online-Identität zu etablieren, genau wie Menschen in der realen Welt. Diese als skins bezeichneten Outfits werden von Spielern gekauft, um ihr Aussehen in einem Online-Spiel anzupassen. Die Modebranche nimmt den Trend ernst, insbesondere nachdem Facebook in Meta Platforms Inc. umbenannt wurde, um eine simulierte digitale Welt zu schaffen, in der Benutzer wie in einem realen physischen Raum interagieren können. Plötzlich hat diese Nischenpraxis das Potenzial, sehr groß zu werden. In einem Video im Oktober war Mark Zuckerberg zu sehen, wie er seine und die Avatare seiner Kollegen dazu verwendete, um Kleidung anzuprobieren, Karten zu spielen und sogar zu surfen."
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Magazinrundschau vom 09.11.2021 - Bloomberg Businessweek

Bewundernd blickt Ted Alcorn auf Togo, ein Land mit etwa 8 Millionen Einwohnern und einem Durchschnittseinkommen von weniger als 2 Dollar pro Tag, das in nur zwei Wochen ein digitales System für seine staatlichen Covid-Hilfen aufbaute, das die USA (von Deutschland gar nicht zu reden) alt aussehen lässt. Novissi, was in der lokalen Ewe-Sprache 'Solidarität' bedeutet, so Alcorn, ist eine Idee von Cina Lawson, der Leiterin des Ministeriums für digitale Wirtschaft und digitale Transformation. Lawson wurde in Togo geboren, musste als Kind mit ihrer Familie ins Exil nach Paris, wo sie aufwuchs, studierte am Institut d'Études Politiques und in Harvard und arbeitete in New York in der Telekommunikation. Togos neuer Staatschef Faure Gnassingbé holte sie nach Togo zurück. "Auch weil Novissi sich als so erfolgreich erwiesen hat, hat sich das Ministerium mit GiveDirectly und Forschern der Universität von Kalifornien in Berkeley zusammengetan, um eine weitere Runde von Zahlungen für die 200 ärmsten Bezirke zu finanzieren. Um sie zu finden, trainierten die Forscher einen Algorithmus, der anhand von Satellitenbildern verarmte Gemeinden anhand ihres Stadtgrundrisses und ihrer Baumaterialien identifizierte. Die Forscher konnten die einzelnen Begünstigten nicht nach ihrem Beruf auswählen, da viele Landbewohner keine differenzierten Berufe ausübten. Stattdessen entwickelten sie einen zweiten Algorithmus, der Daten von Mobiltelefonen - einschließlich der Häufigkeit und des Zeitpunkts von Anrufen, SMS und Datennutzung - zur Identifizierung der ärmsten Nutzer verwendete. In den nächsten Monaten wurden im Rahmen dieser Runde Mittel an 138 000 weitere Begünstigte ausgezahlt. 'Ich brauche Ihren Namen nicht zu kennen, um zu wissen, dass Sie Unterstützung brauchen', sagt Lawson. 'Das ist revolutionär.'"
Stichwörter: Togo

Magazinrundschau vom 07.09.2021 - Bloomberg Businessweek

Fola Akinnibi untersucht, was aus den modellhaften Polizeireformen in Cincinnati geworden ist, die nach den Morden an schwarzen US-Bürgern durch Polizeibeamte im Fokus der Aufmerksamkeit standen: "Im April 2001 erschoss ein Beamter den 19-jährigen Timothy Thomas, der sechste Fall dieser Art in einem halben Jahr. Das brachte das Fass für die schwarzen 40 Prozent der Einwohner zum Überlaufen, sie gingen auf die Straße, Hunderte wurden festgenommen … Die Folge war die Implementierung des 'Collaborative Agreement', einer Reihe von Reformen der Polizeibehörde. Die wichtigste war die Order an Beamte, keine kleinen Dealer und Kleinkriminelle mehr zu verhaften und stattdessen die Ursachen für solche Kriminalität zu ergründen. Die Reformen waren nicht umunstritten, und die Umsetzung dauerte Jahre, aber für eine Weile funktionierte  es. Zwischen 2008 und 2014 gingen die Festnahmen wegen kleiner Delikte um 41,9 Prozent zurück, die Gewaltanwendung um 70 Prozent. Noch gewichtiger war die Verbesserung des Verhältnisses zwischen den Bürgern und der Polizei. Doch in den letzten Jahren scheinen die alten Verhältnisse zurückzukehren. Ein Bericht von 2017 stellt fest, dass das CPD sich vom 'Collaborative Agreement' verabschiedet hat. Viel Aktivisten sind jetzt für eine Kürzung der Mittel für die Behörde … Der Aufstieg und Fall der gemeinschaftlichen Polizeiarbeit in Cincinnatti zeigt, wie leicht Lokalpolitik und Polizeibehörden Reformen blockieren können, selbst wenn sie funktionieren."

Magazinrundschau vom 03.08.2021 - Bloomberg Businessweek

Jessica Brice und Michael Smith dokumentieren den Ausverkauf des brasilianischen Regenwaldes unter Oberaufsicht des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro, der deutlich sagt, was er von Protesten gegen die Umwandlung des Dschungels in Rinderweiden hält: "'Der Wert des bestehenden Waldes muss honoriert werden. Es muss eine faire Kompensation geben für die Umweltdienstleistungen, mit denen unsere Biome den ganzen Planeten versorgen.' Die Nachricht an die Welt ist klar: Bezahlt uns für die Erhaltung des Regenwaldes, oder Brasilien wird seinen eigenen Weg gehen, um den Wert des Waldes in bare Münze umzuwandeln. Es gibt deutliche Anzeichen dafür, dass die Regierung schon dabei ist, genau das zu tun. Tausende öffentliche Dokumente, Dutzende Interviews mit Staatsanwälten, Waldrangern und Mitgliedern von Bolsonaros engerem Zirkel zeigen, dass die Regierung eine aktive Kampagne betreibt, um den Amazonas zu privatisieren und zu bewirtschaften, erstens, indem sie untätig zusieht, wie öffentliches und geschütztes Land geplündert wird, und zweitens, indem sie die Täter ungeschoren davonkommen lässt und ihnen das Land auch noch gesetzlich überschreibt … Seit seiner Amtseinführung Januar 2019 hat der ehemalige Militär Bolsonaro die 50 Jahre alte Sichtweise wiederbelebt, derzufolge Brasiliens Wohlstand vom Amazonas abhängt. Und er hat die entscheidenden Posten in den Institutionenen für Landentwicklung und Umwelt mit Leuten besetzt, die genauso denken … Brasiliens Waldzerstörungsmaschine ist komplex, und es ist unmöglich zu wissen, wer genau im einzelnen dahintersteckt. Ein großer Teil der Zerstörung hat mit dem Wunsch vieler Brasilianer nach Landbesitz zu tun, aber das Ausmaß der Zerstörung ist neuerdings viel größer. Vor ein paar Jahrzehnten, als es noch reichlich öffentliches Land gab, war es leicht für einen Bauern, einen Zaun zu ziehen und sich sein Stück Land zu sichern. Heute gibt es zum Beispiel im Bundesstaat Rondonia nur noch geschütztes Land, und der arme Durchschnittsbrasilianer wird qua Gesetz zum Handlanger für kriminelle Gruppierungen, Holzfirmen und die Farmingindustrie … Sicher ist, dass die Zerstörung zunimmt. Bolsonaro hat den Umweltschutz dem Landwirtschaftsministerium zugeordnet, Budgets zusammengestrichen und der Feuerwehr den Geldhahn abgedreht, er hat Pläne zur Sicherung von indigenem Land zunichte gemacht und es stattdessen dem Bergbau geöffnet. Allein 2021 sind so bereits 10 500 Quadratkilometer Regenwald zerstört worden."

Magazinrundschau vom 15.06.2021 - Bloomberg Businessweek

Von Donald Trump hört man zwar nichts mehr, aber seine Macht über die Republikaner scheint kein Jota weniger geworden zu sein, liest man die Reportage von Joshua Green. Man merkte es ja schon an der Behandlung der konservativen Trump-Kritikerin Liz Cheney. Zugleich sind immer mehr Republikaner nach Palm Beach gezogen, in den Dunstkreis von Trump, denn ohne Trump bleiben die Wähler zu Hause, wie Joe Budd, ein Komitee-Mitglied in Palm Beach County, erklärt: "Budds Vermutung, warum seine Partei kränkelt und wie man sie wieder auf Erfolgsspur bringen kann, gewann kurz nach den enttäuschenden Kommunalwahlen an Glaubwürdigkeit, als der Club 45 - der sich jetzt der Wiederwahl des trumpergebenen Gouverneurs von Florida, Ron DeSantis, im nächsten Jahr verschrieben hat - wieder an Fahrt aufnahm. Er buchte eine Trump-freundliche Liste von Rednern, einschließlich den konservativen Provokateur James O'Keefe und General Michael Flynn, Trumps nationalem Sicherheitsberater, der kürzlich Schlagzeilen machte, weil er vorschlug, das US-Militär solle einen Putsch inszenieren. Die Menschenmassen strömten zurück. 'Die Flynn-Tickets waren innerhalb von 15 Minuten ausverkauft', sagt er. Für Budd ist die Lektion klar: Die Partei braucht Trump, da gibt es keine zwei Möglichkeiten. Seine Erfahrung in Palm Beach bestätigt die Behauptung des GOP-Senators Lindsey Graham aus South Carolina: 'Wenn man versuchen würde, ihn aus der Partei zu vertreiben, würde er die halbe Partei mitnehmen.'"

Magazinrundschau vom 23.03.2021 - Bloomberg Businessweek

Die Coronakrise ist nicht nur ein langer öder Schlauch. Man kann auch unterhaltsame Geschichten über sie erzählen, zum Beispiel über die Firma Puritan im winzigen Städtchen Guilford, Maine, die von zwei komplett zerstrittenen, gegeneinander prozessierenden Cousins geleitet wird. Leider wurde die Firma kriegswichtig, erzählt Olivia Carville. Denn nur hier werden jene langen Tupfer hergestellt, die man bei Coronatests in die Nase gesteckt bekommt. Die Firma hat ihre Umsätze vervielfacht, die Cousins streiten immer noch, die amerikanische Regierung und andere Abnehmer kaufen wie verrückt. Denn diese Tupfer muss man erstmal hinkriegen: "Puritan stellt mehr als 65 verschiedene Arten von Tupfern und Abstrichstäbchen her: für die Reinigung elektronischer Geräte, die Entnahme von Blutproben an Tatorten, Tests auf Streptokokken und sexuell übertragbare Krankheiten. Beflockte Nasopharyngealtupfer waren eher ein Nischenprodukt, das typischerweise nur verwendet wurde, wenn ein Patient so krank war, dass er mit einem Atemwegsvirus ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Die Mediziner bevorzugen sie, weil die winzigen Fasern an der Spitze leicht Viruspartikel absorbieren und sie schnell für Tests freigeben. Sie sind komplexer als sie aussehen. Ein Tupfer muss in der Lage sein, den schmalen Nasenschaft hinauf zu wandern, durch einen weniger als 4 Millimeter breiten Durchgang, bis zu einem Bereich etwa auf halber Strecke zwischen den Ohren."

Magazinrundschau vom 16.03.2021 - Bloomberg Businessweek

Amerikanische IT-Konzerne rekrutieren im großen Stil an den indischen Tech-Universitäten. Klingt modern und divers, über die Hintertür holen sie sich damit aber auch das, trotz einiger politischer Maßnahmen, noch längst nicht überwundene Kastensystem ins Boot, schreibt Saritha Rai: Wer es aus den angeblich niederen Kasten wie den Dalits via ein Quotensystem an die Elite-Unis geschafft hat, muss dort durch einen wahren Flaschenhals an Diskriminierungen hindurch. Das Problem besteht vor allem in den Mitstudenten, die einmal als "nieder" identifzierte Studenten ziemlich skrupellos mobben und ausgrenzen, berichtet etwa Amit Jatav, ein Dalit: "Seine "Klassenkameraden erkannten ihn rasch als solchen. Er hatte Unterricht an Hindi-Sprachschulen genommen und sein Englisch war schlecht. Seine Kleidung war abgetragen und schäbig. Er hatte kein Smartphone. In einer Umgebung, in der die in den Eignungstests erzielte Punktezahl als Statussysmbol gilt, rangierte Jatav relativ niedrig, was ihn als 'Quotenstudent' auswies. Er hörte laute Kommentare, dass er ja nur wegen seiner 'Kategorie' an der Universität sei, statt sich diesen Status 'tatsächlich erarbeitet' zu haben. Man lud ihn nicht zu Studienzirkeln ein, Abendessen und gesellschaftlichen Anlässsen ein. 'Ich hatte mit meinem Studium schwer zu kämpfen, aber niemand half mir', sagt Jatav, heute 21 und in seinem letzten Studienjahr. 'Die allgemeine Einstellung war: Der ist ein Dalit, lass ihn ruhig kämpfen.' ... Für US-Firmen wäre es wohl naiv anzunehmen, dass ihre indischen Angestellten ihre Vorurteile auf dem Subkontinent zurücklassen, sagt Sarit K. Das, ein Professor für Maschinenindustrie am IIT Madras, der bis Februar noch Direktor des IIT Ropar gewesen ist. 'Die Absolventen nehmen sie mit zu Amazon oder Google oder wohin auch immer, und die Gefühle, die sie anderen Personen mitbringen lauten: Du hast es nicht so geschafft wie ich, daher stehst Du unter mir.'"

Magazinrundschau vom 09.03.2021 - Bloomberg Businessweek

Es lohnt sich, diesen Artikel über Pfizer und die anderen Pharmakonzerne und die Regierungen in der Coronakrise zu lesen, auch wenn er die Erwartungen gewissermaßen enttäuscht, denn im Grunde erzählt er, dass alle in der Coronakrise mehr oder wenig ihr Mögliches taten, dass sie sich dabei manchmal irrten, dass sie - wie die auch  andere Pharmakonzerne aus Gewinnstreben agieren - aber nebenbei auch, dass noch nie in der Menschheitsgeschichte ein Impfstoff so schnell gefunden und letztlich auch so schnell geliefert wurde. Pfizer ist mit seinem neuen Chef Albert Bourla auch beachtliche Risiken eingegangen, als sich das Unternehmen mit Biontech zusammentat: "Als Bourla im Januar 2019 das Ruder bei Pfizer übernahm, bestand seine Mission darin, sich auf Blockbuster-Medikamente zu konzentrieren und einen möglichen Streit mit der Trump-Regierung über die Preisgestaltung von Medikamenten abzuwehren. Das Coronavirus gab ihm sofort einen neuen Fokus. Die wenig bekannte Partnerschaft mit einem deutschen Biotech-Unternehmen machte ihn zum Helden der Pandemie. Es gab erhebliche Zweifel, dass mRNA-Impfstoffe funktionieren würden, aber Bourlas Bereitschaft, auf die neue Technologie zu setzen, zahlte sich aus." Und doch glauben die Autoren, dass die Welt aus der Krise lernen und in einer nächsten Krise effizienter reagieren wird.