
Zumindest so lange er noch zögerte, galt
Wesley Clark als
Traumkandidat der Demokraten für das Präsidentenamt und auch für Joshua Green, der doch recht
beeindruckt ist vom ehemaligen Vier-Sterne-General, Nato-Oberbefehlshaber, Kriegsheld und Rhodes-Stipendiat. "
Drahtig und selbstsicher, mit gepflegtem grauen Haar, tritt er wie jemand auf, der es gewohnt ist, Verantwortung zu tragen. Hinter einem Pult oder im Fernsehen wird dies nicht so deutlich, doch persönlich ist er von solcher Spannung, dass man fürchten muss, bei Berührung einen
elektrischen Schlag zu bekommen." (Übrigens hatte der Filmemacher
Michael Moore - wahrlich kein Konservativer - kürzlich in einem
offenen Brief Clark aufgefordert, bei den Präsidentschaftswahlen
gegen George W. Bush zu kandidieren. Die FAZ am Sonntag hatte den Brief abgedruckt. Hier das
Original. Und hier ein Link zur
Seite der Clark-Anhänger.)
Warum es tatsächlich eine gute Idee ist, als
politischer Außenseiter ins Rennen um die Präsidentschaft zu gehen,
erklärt David Brooks: "In den vergangenen vier Jahrzehnten haben
49 Kongress-Mitglieder für das Präsidentenamt kandidiert. Alle haben
verloren."
Wenn die Umweltschützer es nur zuließen, könnte
Gentechnik in den nächsten fünfzig die meisten
Probleme der Erde lösen, ist Jonathan Rauch
überzeugt, der im folgenden auf zehn Seiten die Segnungen der Gentechnik besingt (ganze drei Zeilen sind den Risiken und Einwänden vorbehalten): "Die
Produktion von Nahrung wird sich in den nächsten Dekaden
verdoppeln, möglicherweise verdreifachen müssen. Selbst wenn die Produktion mit konventioneller Technologie derart gesteigert werden könnte, was zweifelhaft ist, wäre die nötige Menge an
Pestiziden,
Düngemittel und anderen
schädlichen Chemikalien immens." Gentechnik dagegen könnte den Anbau ergiebiger machen, die Abholzung der Regenwälder und Savannen aufhalten, die Wasserverschmutzung beenden, den Boden fruchtbar halten, und und und, weswegen Rauch sogar einen Ausblick wagt: "In spätestens zehn Jahren werden
amerikanische Unweltschützer (die europäischen sind dogmatischer) Gentechnik als ihr
wirksamstes Mittel ansehen."
Angeregt von Peter Ackroyds "Albion"
versucht Christopher Hitchens, das Bild des
rätselhaften Engländers zu erklären: "Die Engländer haben nicht ganz zu unrecht den Ruf, robust und nüchtern zu sein, auch wenn sie sich vor allem in der
Poesie ausgezeichnet haben. Sie werden für schüchtern, zurückgezogen und - besonders von Hollywood - für
geziert bis verweichlicht gehalten, auch wenn bisher wenige Menschen eine erschreckendere und mitleidlosere
Begabung zur Gewalt gezeigt haben. Ihre Vorliebe für Blumen und Tiere ist ein national wie international gern gemachter Witz, auch wenn es keinerlei Beweis für eine ähnliche Zärtlichkeit gegenüber, sagen wir, der nationalen Küche gibt. Von ihrem Naturell her sind sie
egalitär und demokratisch, sogar populistisch, auch wenn sich der Kult um
Aristokratie und Hierarchie erschreckend hartnäckig hält."
Harte Worte
findet Benjamin Schwarz für
Joan Didions neues Kalifornien-Buch "Where I was from", er findet es selbstgefällig und langweilig und Didion klar auf dem absteigenden Ast.
Nur im Print: Mark Bowden großer Report "The Dark Art of Interrogation"über die, nun ja,
verschärften Verhörtechniken, die im Kampf um Informationen und gegen den Terror neuerdings in den USA angewendet werden; Mary Anne Weaver Suche nach einem
Nachfolger für Ägyptens Präsident
Mubarak und James Shreeves Porträt des
TV-Schimpansen Oliver.