Die deutsch-algerische Autorin Naila Chikhiappelliert im Perlentaucher an die neue Bundesregierung, ein Zeichen für Boualem Sansal zu setzen: "Algerien ist heute das deutlichste Beispiel für das Bündnis dezidiert linker, aus dem Antikolonialismus hervorgegangener Bewegungen mit dem Islamismus. Dieser 'Islamogauchisme' strahlt mit großer Wirkung nach Frankreich und Europa aus. Deshalb ist es für Europa nicht nur eine humanitäre Pflicht, Algerien beizustehen - es liegt in seinem ureigensten Interesse."
Nicht allen Verlagen und Lektoren ist das genehm, aber Schriftsteller dürfen sich auch weiterhin über die deutsche Rechtschreibung und Kommasetzung hinwegsetzen, berichtet Matthias Heine in der Welt. Dies hat der Rat für deutsche Rechtschreibung vor kurzem festgestellt, nachdem die Interessengemeinschaft österreichischer Autorinnen und Autoren diesen um ein Urteil erbeten hatte, weil ihr die Auseinandersetzungen mit den Verlagen allmählich zu bunt wurden. "Autoren, die mit Lektoren hadern, können sich auf diese Entscheidung berufen. Vorausgesetzt, sie schaffen es, ihre Verlage davon zu überzeugen, dass das, was sie schreiben, Literatur ist", denn für Zeitungstexte, Sachtexte, Schulen und Behörden gilt diese Liberalität keineswegs.
Weiteres: Lars von Törne gibt im Tagesspiegel Tipps zum Gratis-Comictag, der morgen stattfindet. Besprochen werden unter anderem AnnieErnauxs "Ich komme nicht aus der Dunkelheit raus" (NZZ), Manfred KochsRilke-Biografie (Standard), RieQudans "Tokyo Sympathy Tower" (FR) und UlliLusts Comic "Die Frau als Mensch" (FAZ). Mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr.
Iran will den unter dem Pseudonym Sheyda schreibenden Dichter PeymanFarahavar hinrichten, meldet Andreas Platthaus in der FAZ: "Über dieses Urteil hat PEN Berlin in einer Erklärung informiert, für die sich die Autorenorganisation auf die iranische Menschenrechtsorganisation Hengaw beruft. Ihr zufolge wurde das Urteil von einem 'Revolutionsgericht' gesprochen, das dem Angeklagten 'bewaffneten Aufstand' und 'Krieg gegen Gott' vorgeworfen habe. ... Den literarischenKampfgeist von Farahavar kann man in der Wahl seines Dichternamens gespiegelt sehen. Er erinnert an einen gleichnamigen persischen Lyriker aus dem Süden Irans, der 1920 im Alter von vierzig Jahren erschossen wurde; dessen eigentlicher Name war Mohammadjar Khan Gerashi. Sein jetziger Namensnachfolger wurde im vergangenen September verhaftet und in den acht Monaten der Haftzeit nach Angaben seiner Familie schwergefoltert."
Weiteres: In seiner Comickolumne auf FAZ.netschwärmt Andreas Platthaus vom Comiczeichner ChristophMueller, den er über ChrisWare kennengelernt hat. Hannes Hintermeier berichtet in der FAZ von einem Wiener Freud-Abend mit dem LiteraturnobelpreisträgerJ.M. Coetzee. Marlene Knobloch plaudert für die Zeit mit JasnaFritziBauer und KatharinaZorn, die mit "Else" einen Roman über eine Taxifahrerin in der frühen Bundesrepublik geschrieben haben. Christian Staas blickt in der Zeit zurück auf 80 Jahre "Mumins" von ToveJansson: Die "Drolligkeit" der Knubbelwesen "lässt leicht vergessen, dass selten ein Idyll so nah an der Apokalypse gebaut wurde wie das Mumintal".
Besprochen werden unter anderem SzczepanTwardochs "Die Nulllinie" (NZZ), Viktor Remizovs Gulag-Roman "Permafrost" (FAZ) und die Neuübersetzung von F. ScottFitzgeralds "Der große Gatsby" (Zeit). Mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr.
Das algerische Regime greift zu neuen Repressionsmaßnahmen gegen Kamel Daoud. Wegen zweier angeblicher Delikte hat es zwei internationale Haftbefehle gegen den Schriftsteller erlassen, berichtet Farid Alilat in Le Point. Einerseits geht es um den Vorwurf, Daoud habe mit seinem Roman "Houris" gegen die Persönlichkeitsrechte einer Bekannten verstoßen, die ihm vorwirft ihre Geschichte ausgebeutet zu haben. Kafkaesk ist die die zweite Strafandrohung: Daoud wird vorgeworfen, in eben diesem Roman, der im letzten Jahr mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet wurde, über das "Schwarze Jahrzehnt" geschrieben zu haben - und das ist per Gesetz verboten. "Die gegen Daoud eingeleitete Strafverfolgung stützt sich auf die Bestimmungen der 'Charta für Frieden und Versöhnung', die im September 2005 unter dem Regime von Präsident Bouteflika per Referendum angenommen wurde. Artikel 46 dieser Charta sieht eine Freiheitsstrafe von drei bis fünf Jahren für jeden vor, 'der durch Äußerungen, Schriften oder sonstige Handlungen die Wunden der nationalen Tragödie ausnutzt oder instrumentalisiert, um die Institutionen der Demokratischen Volksrepublik Algerien zu schädigen, den Staat zu schwächen, die Ehre seiner würdigen Vertreter zu verletzen oder das Ansehen Algeriens im Ausland zu schädigen'. Mit anderen Worten: Jede schriftliche, akustische oder visuelle Darstellung dieser nationalen Tragödie kann für für den Urheber strafrechtliche Verfolgung und eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren bedeuten."
Bestellen Sie bei eichendorff21!"Hochverdient" erhält PercivalEverett für seinen Roman "James" den Pulitzer-Preis, findet Jan Wiele in der FAZ. Der Schriftsteller deutet in dieser Variation auf Mark Twains "Huckleberry Finn" den "naiven Sklaven Jim um in einen gelehrten Erzähler, der imaginäre Gespräche mit Voltaire und Rousseau führt - und in einen Meister der Ironie. Er verwandelt das umstrittenste Element von Twains Buch, den Sprachduktus Jims, in eine Farce: Bei Everett spricht Jim in diesem Idiom nur zum Schein, um den Weißen ein Gefühl der Überlegenheit zu geben."
Im großen SZ-Gespräch mit dem Filmproduzenten GünterRohrbach anlässlich des Kriegsendes vor 80 Jahren geht es vor allem um dessen Kindheit und Jugend im Nationalsozialismus. Aber auch die kürzlich aufgedeckte NSDAP-MitgliedschaftvonSiegfriedUnseld und dessen späteres Schweigen spielt darin eine Rolle: Der Suhrkamp-Verleger "war in einem Tunnel wie die meisten seiner Zeitgenossen", sagt Rohrbach - und meint damit die Prägung durch das Elternhaus und den Zeitgeist dieser Tage. Später "muss ihm bewusst geworden sein: Das ist ein Makel in seiner Geschichte. Ausgerechnet er, der, glänzende Verleger, der Repräsentant einer neuen Zeit, der deutschen Demokratie, der Versöhnung mit dem Judentum. Er wusste, er würde keine Chance haben. ... Wäre das zu seinen Lebzeiten bekannt geworden, wären Autoren aus dem Verlag ausgetreten, es hätte eine weitaus heftigere Diskussion gegeben, als wir sie jetzt haben. Sein Werk wäre in höchste Gefahr geraten. ... Immerhin hat Unseld im Gegensatz zu vielen anderen nach dem Krieg die Konsequenzen gezogen und wahrlich geholfen, ein besseres Land, eine bessere Gesellschaft mitaufzubauen!"
Besprochen werden unter anderem NinaBußmanns "Drei Wochen im August" (FR), JérômeFerraris "Nord Sentinelle" (taz), LorenzHemickers "Mein Großvater, der Täter" (Welt) und eine Neuausgabe von CharlesNodiers "Jean Sbogar" (FAZ). Mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr.
Mit CarlaKasparis"Das Ende ist beruhigend", Amira Ben Saouds "Schweben" und Luise Meiers "Hyphen" entwerfen drei zwischen 1985 und 1991 geborene Autorinnen in ihren neuen Romanen Zukunftsszenarien, schreibt Thore Rausch in der SZ, und stellen "- bei aller Unterschiedlichkeit - einer Zeit, in der so viel ins Rutschen gekommen ist, eine überraschend gemeinsame Diagnose: Wer künftig noch glücklich sein will, muss sich betäuben. Schlafen, dissoziieren, vielleicht auch psychedelischträumen sind dann Techniken des Überlebens. Ging es in fiktiven Zukunftsszenarien nicht früher darum, gegen alle Widerstände eine Utopie zu erkämpfen? ... Die Heldinnen dieser drei Romane jedenfalls finden einen gangbaren Ausweg aus einer reizüberfluteten, katastrophischen Welt in einem sanften Rausch. Die Zeit der großen Revolution erscheint vorbei. Das gilt für die fiktive Zukunft wie für unsere Zeit: Gehen auch wir in der Gegenwartsbewältigung gerade von der Phase der Verzweiflung in die der Erstarrung über? Das wäre fatal, denn der größte Gegner der Utopie ist - die Apathie."
Felix Philipp Ingold ergründet in der FAZ die Lyrik des 89-jährigen, russischen Autors IgorGuberman, der in Russland einst im Gulag festgehalten wurde, nach Israel auswanderte und heute in seiner alten Heimat als Aphoristiker geschätzt ist, während das Ausland ihn kaum kennt. Wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine, geht er heute auf Distanz. "Wenn Igor Guberman heute eine globale literarische Reichweite hat, so deshalb, weil er als Exilant nicht nur seine ehemaligen Landsleute frei ansprechen kann, sondern auch bis nach Kanada und Japan mit der russischen Diaspora vernetzt ist. ... Dass die Texte des ehemaligen Regimekritikers und Lagerhäftlings in Russland weiterhin in Höchstauflagen erscheinen können, bezeugt seine bravouröse Fähigkeit, politisch brisante Themen und Probleme gewissermaßen 'durchdieBlume' anzusprechen."
Weiteres: Alexander Menden hat sich für die SZ mit dem französischen ComiczeichnerLuz getroffen, der in "Zwei weibliche Halbakte" aus Perspektive des gleichnamigen, von den Nazis geraubten Bildes von OttoMueller die Geschichte der "entarteten" Kunst erzählt. In der FAZgratuliert Teresa Grenzmann dem Hörbuchvorleser FelixvonManteuffel zum 80. Geburtstag.
Besprochen werden unter anderem MartinSuters "Wut und Liebe" (NZZ) und KatjaPetrowskajas "'Als wäre es vorbei'. Texte aus dem Krieg" (FAZ). Mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr.
Bestellen Sie bei eichendorff21!Sandra Kegel zeigt sich in der FAZ fassungslos, dass ThomasMannsBBC-Reden während des Zweiten Weltkriegs an die "Deutschen Hörer" seit Jahren vergriffen waren und erst jetzt wieder als Neuausgabe vorliegen. "Das ist umso erstaunlicher, als die Werke des Literaturnobelpreisträgers ... unter immer neuen Blickwinkeln millimeterweise erforscht werden. Die Reden aber hat die Forschung lange Zeit stiefmütterlich behandelt. Man hielt sie für 'Missgriffe' und 'Besserwisserei', wie Sonja Valentin in ihrer Studie 'Steine in Hitlers Fenster' dokumentiert hat. Dabei sind sie ein beispielloses Zeugnis deutscher Geschichte, die in jedes Schulbuch gehören." Sie "offenbaren einen politischen Weitblick und eine moralische Reife, während die Tonalität sich von Manns Literatur dezidiert unterscheidet. Von Vagheit oder Ambivalenz ist hier nichts vorhanden. Thomas Mann geht vielmehr 'all in', unzweideutig, kompromisslos und durch bestürzendeKenntnisderNS-Verbrechen fundiert. Seit 1942 spricht er wiederholt über die Konzentrationslager und den millionenfachen Mord an Juden."
Bestellen Sie bei eichendorff21!Weitere Artikel: Martin Seng spricht in der taz mit dem französischen ComiczeichnerLuz über dessen neuen Comic "Zwei weibliche Halbakte", der aus Perspektive des gleichnamigen Bildes von OttoMueller über die Geschichte der "entarteten" Kunst erzählt. Marc Reichwein blickt in der Welt auf 200 Jahre Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Die SchrifstellerinLydiaMischkulnigdenkt im Standard über das Schreiben als Arbeit und das Geldverdienen mit dem Schreiben nach. Aus Anlass einer Rede, die J.M. Coetzee morgen in Wien hält, befasst sich der Schriftsteller KurtLeutgeb im Standard mit dem Literaturnobelpreisträger und SigmundFreud.
Besprochen werden die vom ComichistorikerAlexanderBraun kuratierte Ausstellung "Black Comics" im Schauraum: Comic + Cartoon in Dortmund (Standard), die Urfassung von JeanGenets "Querelle de Brest" (online nachgereicht von der FAZ), die Neuausgabe von DorisBrehms erstmals 1955 veröffentlichten Romans "Eine Frau zwischen gestern und morgen" (Standard), RalfKonersmanns Essay "Außenseiter" (NZZ) und neue Krimis, darunter BeckyManawatus "Auē" (FAZ). Mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr.
Bestellen Sie bei eichendorff21!"Ich stehe nie auf der Seite der Autoritäten", sagt die amerikanische AutorinRachelKushner im NZZ-Gespräch mit David Signer über ihren Roman "See der Schöpfung", der von der Begegnung einer früheren CIA-Spionin namens Sadie Smith mit einer Landkommune in Frankreich handelt. Ein Buch also über das entfremdete Verhältnis zwischen den USA und Europa? Es gehe ihr um "Spaltungen, die sich ebenso innerhalb Europas und Amerikas auftun". Zu Beginn "verkörpert Sadie amerikanische, hyperindividualistischeBrutalität", doch "ich möchte Amerika nicht dämonisieren, wie das Europäer gelegentlich tun. Der Mix all der verschiedenen Leute und der Kult um die ungezügelte Autonomie haben zu einer faszinierenden Kultur geführt, denken wir allein an die afroamerikanischen Innovationen wie Jazz oder Hip-Hop - gefährlich und lebendig. Das ist der freiheitliche Spirit von 'jeder für sich'. Bei den Franzosen gibt es klarere Vorstellungen, wie man sich verhalten und in die Gemeinschaft einfügen muss."
Bestellen Sie bei eichendorff21!Seit JoanDidionsNachlassin der New York Public Library für Bibliotheksmitglieder zugänglich ist, bilden sich dort in schöner Regelmäßigkeit kleine, verschworene Gemeinschaften, die die in rauen Mengen vorhandenen Habseligkeiten der Schriftstellerin durchsehen, berichtet Hannes Stein in der Literarischen Welt. Dass man in den Dokumenten mitunter auf sehr private Details stößt, führt dann aber doch zu sanftem Unbehagen. "Schließlich liest man die Briefe fremder Leute, man schnüffelt in ihren Geheimnissen herum, man schaut ihnen quasi ins Gehirn. ... Solche Gedanken passen zur Debatte, die in Amerika gerade um Didions 'Notes to John' geführt wird", das auf Tagebuchnotizen zu ihren Psychotherapiesitzungen um 2000 basiert. "Die Meinungen darüber, ob derartige Notizen veröffentlicht werden sollten, gehen selbst im Kreis von Didions engsten Weggefährten auseinander." Aber "die gute Nachricht ist, dass Joan Didion auch dann enigmatisch bleibt, wenn all ihre Notizbücher entziffert sind. In ihren Essays und Reportagen ist sie eigentlich nur als Stimme gegenwärtig, eine leicht spöttische Stimme, der nichts Menschliches fremd ist. Was das Wesen dieser Stimme ausgemacht hat, wird auch der nicht ergründen, der alle 336 Kartons dieser Sammlung durchgearbeitet hat." Vulturepräsentiert ein paar Fundstücke aus dem Nachlass.
Bernadette Conrad berichtet in der Literarischen Welt aus Budapest, wo der deutsche Literaturdozent und Autor Wilhelm Droste ein Literaturcafé nach dem nächsten eröffnet und damit eine traditionsreiche Kultur aufrecht erhält: "Ist es Nostalgie? Sehnsucht nach Zeiten, die man sich heiler vorstellt als heute? 'Gerade nicht! Ich rette Dinge aus der Vergangenheit, die zukunftsfähig sind', sagt Droste."
Weiteres: DursGrünbein erzählt im Literarischen Leben der FAZ von sich in der dritten Person und seinem Aufenthalt in Rom, als der Papst starb. In der FASerzählt Celina Euchner von ihren Erfahrungen bei einem Buchclub in New York, bei dem es allen Beteiligten inklusive ihr selbst "offenbar unglaublich leicht fiel, sich zu öffnen. ... Sind Lesezirkel also Selbsthilfegruppen?" Im Literaturfeature von Dlf Kulturbefasst sich Sabine Voss mit neuen Romanen über das Ende des Zweiten Weltkriegs.
Besprochen werden unter anderem ChristineWunnickes "Wachs" (taz), NicolásFerraros Krimi "Ámbar" (taz), Luz' Comic "Zwei weibliche Halbackte" (Intellectures), die von Oswald Burghardt zusammengestellte Anthologie "Dichtung der Verdammten" mit ukrainischerLyrik (FR), MarioWurmitzers "Tiny House" (JungleWorld), LudwigFels' Selbstporträt "Ein Sonntag mit mir und Bier" (NZZ), SusanneKaisers Kriminalroman "Riot Girl" (FR), SophieHungers "Walzer für Niemand" (FAS), Antonio Pigafettas "An Bord mit Magellan. Bericht über die erste Reise rund um die Welt 1519-1522" (FAZ), RachelKushners "See der Schöpfung" (LitWelt) und ElinAnnaLabbas "Das Echo der Sommer" (SZ). Mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr.
In der Frankfurter Anthologie schreibt Claus Leggewie über BertoltBrechts "Das Waschen / C.N.":
"Als ich dir vor Jahren zeigte Wie du dich waschen solltest in der Frühe Mit Eisstückchen im Wasser ..."
Sandra Kegel (FAZ) und Kathleen Hildebrand (SZ) schreiben Nachrufe auf die SchriftstellerinJaneGardam. Die Comicjury des Tagesspiegelmeldet die besten Comics des Quartals. Auf Platz Eins: UlliLusts"Die Frau als Mensch".
Besprochen werden unter anderem AnnieErnauxs "Ich komme nicht aus der Dunkelheit raus" (FR), SzczepanTwardochs "Die Nulllinie" (online nachgereicht von der FAZ), Luz' Comic "Zwei weibliche Halbakte (FAZ.net), MartinSuters "Wut und Liebe" (Presse), die Neuausgabe von TorborgNedreaas' ursprünglich 1947 erschienenem Roman "Nichts wächst im Mondschein" (NZZ) und TaffyBrodesser-Akners "Die Fletchers von Long Island" (Presse). Mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr.
In der FAZ-Reihe "Pflichtlektüre für Demokraten" widmet sich Dietmar Dath den zwei Bänden aus Volker Brauns "Werktage: Arbeitsbuch" (unsere Rezensionsnotizen dazu hier und dort). Björn Hayer (FR) und Andreas Platthaus (FAZ) gratulieren der SchriftstellerinUllaHahn zum 80. Geburtstag. Besprochen werden unter anderem SzczepanTwardochs "Die Nulllinie" (FAZ), die Neuübersetzung von BolesławPrus' "Die Puppe" (Zeit) und JohannScheerers "Play" (SZ). Mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr.
Dass beim LiteraturhausHamburg auf den langjährigen Leiter RainerMoritz nun AntjeFlemming folgt, die bereits von 2002 bis 2016 im Haus für die Kommunikation zuständig war, bevor sie für ein paar Jahre in die Senatsbehörde für Kultur und Medien wechselte, ist für FAZler Andreas Platthaus ein Glücksfall: "So ist die Kontinuität der Programmpflege im Literaturhaus garantiert." Besprochen werden unter anderem GrahamSwifts Erzählungsband "Nach dem Krieg" (NZZ), Leon de Winters "Stadt der Hunde" (NZZ) und CraigThompsons Comic "Ginsengwurzeln" (Jungle World). Mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr.
Bestellen Sie bei eichendorff21!Mit "Atom" hat SteffenKopetzky einen Spionageroman rund um den Wettlauf zur Atombombe während des Zweiten Weltkriegs geschrieben. Bert Rebhandl unterhält sich im Standard mit dem Schriftsteller über das Buch - auch mit Blick auf die Drohungen Putins: "Die Amerikaner haben das Modell des Mad Man entwickelt - ein Verhalten, das die Psychologen des Kreml glauben lassen sollte, der US-Präsident sei verrückt, und es könnte sein, dass er wirklich auf den Knopf drückt. Nixon hat versucht, Mad Man zu sein und so zu tun, als wäre ein Krieg doch eine reale Gefahr. Putin, Medwedew und andere spielen diese Rolle als ein Instrument in der Kriegsführung, damit wir Angst bekommen und kuschen. Wenn die Russische Föderation Atomwaffen einsetzt, sind wir in einer anderen Welt, die sich niemand vorstellen kann. Es ist undenkbar, dass das ungesühnt bliebe. Also sollten wir weniger auf die Atomwaffen blicken, sondern auf die Wirklichkeit: Der Krieg in der Ukraine wird konventionell geführt."
Weitere Artikel: Jakob Koch meldet in der FR, dass die Bestsellerautorin Alexandra Fröhlich auf ihrem Hausboot in Hamburg tot aufgefunden wurde - die Ermittler gehen von einem Gewaltverbrechen aus, laut Kate Connolly im Guardian soll Fröhlich erschossen worden sein. In einem Essay für die Welt blickt die SchriftstellerinFelicitasHoppe auf die Päpste ihres Lebens zurück. Roger Abrahams unterhält sich für die Welt mit der niederländischen Schriftstellerin Sacha Bronwasser.
Besprochen werden unter anderem ChristophHeins "Das Narrenschiff" (Standard), neue Bücher von HeikeGeißler (Standard), SarahBernsteins "Übung in Gehorsam" (Tsp), ElisaHovens "Dunkle Momente" (FR), ThomasBrezinas "Liebe ist niemals normal" (Standard), TainaTervonens "Die Reparatur der Lebenden. Zwei Frauen in Bosnien-Herzegowina auf der Suche nach den Ermordeten des Krieges" (NZZ) und neue Kinderbücher, darunter IronTazz' und MartinStanevs "Raus in die Natur" (FAZ).