Sonja Valentin

'Steine in Hitlers Fenster'

Thomas Manns Radiosendungen "Deutsche Hörer!" 1940-1945
Cover: 'Steine in Hitlers Fenster'
Wallstein Verlag, Göttingen 2015
ISBN 9783835316966
Gebunden, 335 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

"Es ist die Stimme eines Freundes, eine deutsche Stimme; die Stimme eines Deutschland, das der Welt ein anderes Gesicht zeigt und wieder zeigen wird als die scheußliche Medusen-Maske, die der Hitlerismus ihm aufgeprägt hat." Thomas Mann, Nobelpreisträger und Exponent der durch den Nationalsozialismus deklassierten deutschen Kultur, richtete diese Worte am 19. März 1941 über die BBC an seine Hörer in Deutschland. Die insgesamt 58 "Deutsche Hörer!"-Sendungen sind ein herausragendes Beispiel für das politische Engagement eines Schriftstellers im Kampf gegen Faschismus und Barbarei. "Steine in Hitlers Fenster" - so nannte Thomas Mann seine flammenden Plädoyers, mit denen er die Deutschen wachrütteln und zum Widerstand bewegen wollte. In der Forschung fanden Thomas Manns BBC-Reden kaum Beachtung. Die Rundfunktexte ließen sich mit dem traditionellen Bild des politikfernen Dichters nur schwer vereinbaren und führten neben seinen Romanen, Erzählungen und Essays ein Schattendasein. "Steine in Hitlers Fenster" bietet die erste umfassende Dokumentation und Analyse der Deutsche Hörer!-Sendungen Thomas Manns und würdigt sie als bedeutsamen Bestandteil seines Gesamtwerkes.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.12.2015

Thomas Mann hatte ziemlich vernünftige politische Überzeugungen und wusste sie auch zu formulieren, lernt Knud von Harbou aus dieser Forschungsarbeit von Sonja Valentin. In seinen 59 je 5-minütigen BBC-Ansprachen versicherte er seinen Zuhörern immer wieder, dass Hitler nicht gewinnen könne. Ende September 1941 klärte der die Deutschen, die es nicht wussten, über die Ermordung der europäischen Juden auf. Und er brachte die Schuldfrage der Deutschen auf, so der Rezensent. Letzeres wurde ihm nach dem Krieg von den Vertretern der "inneren Emigration" zum Vorwurf gemacht, lesen wir. Selbst in der Germanistik schlug ihm noch lange nach Kriegsende offener Hass entgegen, staunt der Kritiker, der sich mit diesem Band offenbar bestens informiert fühlt.

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