Außer Atem: Das Berlinale Blog

Stichwort: Alkohol - 8 Artikel

Duvall auf Acid: Billy Bob Thorntons 'Jayne Mansfield's Car' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 14.02.2012 "Manchmal muss man einen Film eben etwas anders verpacken, um seine Botschaft an den Mann zu bringen", sagt Billy Bob Thornton in der Pressekonferenz zu seinem Wettbewerbsbeitrag "Jayne Mansfield's Car" und weiter: "Man könnte zwar einen Film gegen Krieg drehen und diesen dann "Anti-War" nennen, dann schauen ihn aber eben auch nur jene, die eh schon gegen Krieg sind." Von Thomas Groh

Wo der Strom herkommt: Zur Shibuya-Minoru-Retrospektive

Außer Atem: Das Berlinale Blog 10.02.2011 Ganz heimlich, still und leise schleicht sich der elektrische Strom in die japanischen Haushalte - zwar kommt er auch hier aus der Steckdose, doch die ist, wie man in "Righteousness" (1957) von Shibuya Minoru sehen kann, Bestandteil der von der Decke hängenden Lampe. Und wenn die nicht leuchtet, kriegt man auch keinen Saft auf den allseits etwas beäugten elektrischen Rasierapparat, den die Schwarzmarkthändlerin Okyo (Miyoshi Eiko) arg aufdringlich ausgerechnet an ihre Nachbarinnen verhökern will. Eine findet ihn als Massagegerät wohl brauchbar, die andere rasiert sich zum Test den Nacken aus - abnehmen will ihn der ansonsten sehr geschäftigen Händlerin indessen keiner. Von Thomas Groh

Risikoloser Thesenfilm: Jasmina Zbanics 'Na putu'

Außer Atem: Das Berlinale Blog 18.02.2010 Be careful what you wish for... Gestern hatte ich mich angesichts des noch in seinen didaktischsten Momenten unbeholfenen "Shahada" nach einem echten Thesenfilm gesehnt. Heute habe ich einen bekommen und habe mir prompt Burhan Qurbanis wirre Dialektik zurück gewünscht. Die hat auf ihre Art wenigstens ein klein wenig riskiert. Jasmila Zbanics "Na putu" geht nicht das geringste Risiko ein. Von Lukas Foerster

Miserabilismusporno erster Kajüte

Außer Atem: Das Berlinale Blog 14.02.2010 Ich gebe, bevor ich hier als der Berliner Schlechte-Laune-Bär abgestempelt werde, zu Protokoll, dass mir die beiden Wettbewerbsfilme "My Name is Khan" (warum der außer Konkurrenz läuft, weiß der Kosslick) und "If I Want to Whistle, I Whistle" von Florin Serban auf ihre sehr unterschiedliche Weise jeweils sehr imponiert haben. "Submarino" von Thomas Vinterberg allerdings hat das nicht. Der Film ist eine Zumutung, was noch kein Werturteil ist. Aber er ist mächtig stolz darauf, eine Zumutung zu sein, darauf, seine Figuren und seine Zuschauer so richtig tief in die Scheiße tunken zu können. Und dieser Stolz ist zum Kotzen. Dieser Stolz, und mehr noch die Tatsache, dass er dem Film aus jeder Pore entströmt, machen diese Geschichte zweier Brüder, denen "das Leben" (in Wahrheit natürlich das Drehbuch) nichts erspart, zum Miserabilismusporno erster Kajüte. Kurze, unvollständige Aufzählung des Elends, das sie und wir mit ihnen durchwaten: trunksüchtige Mutter, "Schuld" am Tod des kleinen Bruders, erst kaputte, dann abbe Hand, Drogensucht, lautes Radio des Nachbarn, Taufname per Telefonbuch, schwer pathologischer fetter bester Freund, Geldsorgen sowieso, Vollbart, Ex-Frau jetzt mit Baby eines anderen Mannes, Tod der Mutter, schwermütige Indie-Musik, Höllenfahrt mit Frauenchören, überfahrene Ehefrau, grisselgraue… Von Ekkehard Knörer

Das Arthauskino wird man nicht so einfach los: 'Plein sud' von Sebastien Lifshitz im Panorama

Außer Atem: Das Berlinale Blog 14.02.2010 Zur Titelsequenz und laut aufgedrehter Musik tanzt Lea (Lea Seydoux) verführerisch und zieht sich dabei aus. Für die Kamera, der sie sehr dicht zu Leibe rückt, und für Sam (Yannick Renier). Der ist für ihre Reize unempfänglich. Sam ist schwul, genau wie Leas Bruder Mathieu. Die drei sind gemeinsam im Auto unterwegs, in Richtung Süden und vorerst reagiert Sam auf Mathieus Avancen nicht anders als auf die Leas. In einem Einkaufszentrum treibt Lea einen brünett gelockten vierten Reisegefährten auf, was dem erotischen Gleichgewicht zumindest mittelfristig guttun wird. Von Lukas Foerster