Von wegen Metadaten: Wie Barton Gellman und Ashkan Soltani in der
Washington Post enthüllen, zeichnet die NSA
komplette Telefonate auf und speichert sie für 30 Tage. Mit Hilfe dieser Programme namens "Mystic" und "Retro" kann sie auch nachträglich Gespräche abhören. Angewendet wird diese Technik im Großen Stil, die
Kommunikation eines ganzen Landes (das auf Bitte der US-Regierung nicht genannt wird) und mutmaßlich fünf weiterer Länder wird auf diese Weise erfasst. "The call buffer opens a door 'into the past,' the summary says, enabling users to 'retrieve audio of interest that was
not tasked at the time of the original call.' Analysts listen to only a fraction of 1 percent of the calls, but the absolute numbers are high. Each month, they send millions of voice clippings, or 'cuts,' for processing and long-term storage." Aber keine Sorge, es geht alles rechtmäßig zu, versichert NSA-Sprecherin Vanee Vines: "Vines, in her statement, said the NSA's work is 'strictly conducted
under the rule of law.'"
Michael Moorstedt stellt in der
SZ eine
Studie des IT-Sicherheitsforschers
Jonathan Mayer aus Stanford vor, der mit bescheidenen Mitteln die
Software der NSA simulierte um zu sehen, was er so
per Telefonüberwachung herausfinden konnte. Alles eigentlich: "Nur anhand der Metadaten konnten sie auf
Geschlechtskrankheiten, außereheliche Affären, Waffenbesitz, Drogenhandel schließen. In ihren Datenbeständen offenbarten sich in harten Fakten die
schlimmsten Befürchtungen der Bürgerrechtler."
Die Dokumentarfilmerin
Laura Poitras spricht in der
Berliner Zeitung mit Christian Schlüter über ihr aktuelles Projekt, an dem sie zur Zeit in Berlin arbeitet. Poitras gehört (mit Glenn Greenwald) zu denjenigen, denen
Edward Snowden seine gesamten Unterlagen anvertraut hat, insofern liegt es nahe, dass sie sich in ihrem neuen Film mit der Überwachung durch die NSA befasst: "In dieser Hinsicht interessiert mich die Frage, warum wir erst mit ihm angefangen haben, uns das
Ausmaß der Überwachung klarzumachen. Offenbar spielen die Dokumente, die er mitgenommen hat, eine große Rolle: Wir haben es jetzt schwarz auf weiß. Es gibt also
eine Zeit vor und nach Snowden. Aber das Erstaunliche ist doch, wie sehr die vielen Whistleblower vor ihm recht hatten, und wie leichtfertig sie als Spinner abgetan wurden."
Außerdem: Im
Tagesspiegel porträtiert Christian Tretbar den
Schlagzeuger, Wulff-Lookalike und CDU-Politiker
Clemens Binninger, der dem
NSA-Untersuchungsausschuss vorsitzen soll.
Ranga Yogeshwars auf den Bürgersinn setzende Antwort auf
Martin Schulz in der gestrigten
FAZ steht
jetzt online.