(Via
Spiegel Online).
Glenn Greenwald bringt auf
The Intercept, seinem von Pierre Omidyar financierten Investigativmagazin, die erste
größere Geschichte und zeigt "wie verdeckte Agenten der NSA ins Internet eindringen um zu manipulieren, zu täuschen und den
Ruf von Personen zu zerstören." Seine Erkenntnisse basieren auf dem Papier einer Arbeitsgruppe der Five Eyes Allianz: "The Art of Deception: Training for Online Covert Operations". Zu den Technikern gehören "'
false flag operations' (man stellt Material ins Netz und erklärt jemand anderen zum Urheber), 'fake victim blog posts' (man gibt sich als Opfer einer Person aus, deren Ruf man zerstören will), und 'negative Informationen' in verschiedenen Formen". Normale
Stasi-Arbeit also! Diese Taktiken richten sich laut Greenwald keineswegs gegen feindlich gesinnte Nationen, sondern häufig zum Beispiel
gegen Hacker - "jene, die Online-Protestaktionen zu politischen Zwecken nutzen". Solche verdeckten Aktionen, so Greenwald, seien besonders vom Obama-Berater
Cass Sunstein empfohlen worden, der ironischer Weise gerade von Obama zum Mitglied im NSA Review Panel ernannt wurde.
Hier ein Auszug aus den Power-Point-Präsentation der Arbeitsgruppe:
Im
Guardian erzählt Luke Harding von all den gespenstischen Begegnungen und Erlebnissen, die ihm beim Schreiben seines Buchs "The Snowden Files" wiederfuhren: "Ich schrieb gerade an einem Kapitel über die engen und weithin geheimen Beziehungen der
NSA zum Silicon Valley. Ich schrieb, dass Snowdens Enthüllungen die amerikanischen Hightech-Unternehmen an einer empfindlichen Stelle getroffen haben - als etwas Seltsames passierte. Der Absatz, den ich gerade geschrieben hatte, begann sich
selbst zu löschen. Der Cursor bewegte sich schnell von links und verschland den Text. Ich sah, wie meine Wörter verschwanden. Als ich versuchte, mein Open-Office-Dokument zu schließen, begann die Tastatur zu blinken und piepsen. In den nächsten Wochen ereigneten sich diese Fälle von Fernlöschung mehrere Male. Es gab kein festes Muster, aber es schien immer dann zu passieren, wenn ich abschätzig über die NSA schrieb. Alle Autoren bereiten sich auf Kritik vor. Aber eine
Kritik vor der Veröffentlichung von einem anonymen, göttlichen Unbekannten ist etwas Neues."
(Via
Techcrunch) Wenig Erregung löste in Deutschland die
Reuters-
Meldung vom Sonntag aus, dass die NSA, nachdem sie
die Kanzlerin nicht mehr abhören soll, sich einfach aufs Abhören
ihrer Minister verlegt hat.