Belgien macht plötzlich kurzen Prozess: 883 Objekte aus dem
Africa Museum in Tervuren, die als
koloniale Raubkunst gelten, gehen an die Demokratische Republik
Kongo zurück,
meldet Rolf Brockschmidt im
Tagesspiegel: "Alle Stücke aus dem Museum in Tervuren, die durch Diebstahl, Einsatz von Gewalt oder als Kriegsbeute in das Museum gelangten, sind jetzt
juristisch Eigentum der Demokratischen Republik Kongo." Und damit nicht genug: "Man werde aber den
kolonialen Besitz in ganz Belgien in allen Museen auf seine Herkunft untersuchen, ebenso die Kunstwerke aus Ruanda und Burundi, die nach dem Ersten Weltkrieg als Mandatsgebiete unter belgische Verwaltung kamen."
Es ist ein weiteres Beispiel für eine "ungute,
illiberale Tendenz", dass
Erika Steinbach, einst Vorsitzende des Bundes der Vertriebenen, aus der "Ahnengalerie des Dokumentationszentrums Flucht, Vertreibung, Versöhnung entfernt wird", meint Thomas Schmid in der
Welt. Die jetzigen Betreiber seien bemüht, "die Ausrichtung der Ausstellung als
allein ihr Werk erscheinen zu lassen. Um der Wahrheit gerecht zu werden, wäre es aber angemessen und
fair gewesen, darauf hinzuweisen, dass schon die vom BdV initiierte Wanderausstellung 'Erzwungene Wege - Flucht und Vertreibung im Europa des 20. Jahrhunderts' aus dem Jahr 2006 die Vertreibung von Deutschen eindeutig und unverkennbar in einen europäischen Kontext gestellt hatte." Außerdem: Für den
Tagesspiegel hat Dorothee Nolte die Ausstellung besucht.