9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

Kulturpolitik

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9punkt - Die Debattenrundschau vom 11.01.2022 - Kulturpolitik

Brauchen wir wirklich eine Parlamentspoetin, wie Mithu Sanyal, Simone Buchholz und Dmitrij Kapitelman kürzlich vorgeschlagen haben (unser Resümee, mehr hier). Katrin Göring-Eckardt, derzeit Vizepräsidentin des Bundestages, fand die Idee gleich gut - das zeigt aber eher, wie schlecht sie ist, finden die Autorinnen Dana von Suffrin und Tijan Sila in der SZ: "Die Vizepräsidentin des Bundestags möchte Sanyal et al. nun kennenlernen, um den Vorschlag zu besprechen. Ihre Bereitwilligkeit offenbart, wie wenig tatsächliche 'Irritation' sie von Dichtern erwartet: Hier bewerben sich Eifrige, die gar nicht wirklich nerven möchten. Ihr Wunsch ist es vielmehr, 'politische Debatten und Strömungen in Poesie oder Prosa zu gießen', und sie fänden es schön, wenn das Gegossene als 'Leuchtschriften oder Lichtinstallationen an die Bundestagsfassade' projiziert werde. Das klingt weniger nach Menschen, die auf 'Irritation' aus sind, als nach Cheerleading. Sollen wir Schriftsteller jetzt als Storytelling-Agentur für die Fortschrittskoalition arbeiten?" Da arbeiten die beiden lieber weiter in ihren Brotberufen im öffentlichen Dienst und schreiben abends.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 10.01.2022 - Kulturpolitik

In der SZ denken die Wissenschaftler H. Glenn Penny und Philipp Schorch über ein neues Konzept für ethnologische Museen nach: Menschen aus den Herkunftsgebieten der Objekte sollen deren Interpretation übernehmen. Im Museum of New Zealand Te Papa Tongarewa (Te Papa) in Wellington etwa "wurde Māori-Wissen zu einem eigenständigen kuratorischen Bereich - neben Kunst, Geschichte, Naturkunde und Pazifischen Kulturen -, was zur Ausprägung einer spezifischen Māori-Museologie führte. Objekte aus dem kulturellen Erbe der Māori werden hier nicht als Gegenstände verstanden, sondern als lebendige Wesen. Ziel der Institution ist es, die Menschen wieder mit ihren stammesgeschichtlichen Schätzen zu verbinden und die Rückgewinnung von Māori-Wissen, -Sprache und -Bräuchen zu unterstützen. Hier ist ein Objekt nicht nur Objekt, ein Knochen nicht nur Knochen, ein Berg nicht nur Berg. Als lebende Entitäten beherbergen sie Formen des Wissens und Seins, die kuratorischer Pflege bedürfen. Dieses Potenzial besteht auch für die Millionen von Gegenständen, die in europäischen Museen lagern."
Stichwörter: Ethnologische Museen, Pflege

9punkt - Die Debattenrundschau vom 07.01.2022 - Kulturpolitik

Vergangene Woche schrieb der Architekt Matthias Sauerbruch in der Welt, Berlins neue Senatsbaudirektorin Petra Kahlfeldt denke "im Maßstab von Einfamilienhäusern". (Unser Resümee). Das ist schon fast "üble Nachrede", ärgert sich der Architekt Arno Lederer heute ebenda, das Interview sei voller "Unwahrheiten und Unterstellungen". Lederer ist in seiner Abwehr der Kritik an Kahlfeldt nicht weniger brachial als kürzlich auch Gerwin Zohler (unser Resümee). Er hat "den Eindruck, dass in der scheinbar oberflächlichen und unpräzisen Beschreibung der neuen Senatsbaudirektorin, allein schon sprachlich, eine bewusste Diffamierung steckt. Sätze wie 'Eine Kollegin, die einfach ein Architekturbüro geführt hat, die in gewissem Umfang an diversen Hochschulen gelehrt hat und in einigen Jurys gesessen hat' hinterlassen den Eindruck einer bewusst manipulativen Abwertung einer Senatsbaudirektorin, die zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht in ihr Amt eingeführt war. Die Behauptung, für die Auswahl von Kandidaten bei vergleichbaren Stellen, etwa in Stuttgart, habe man Personen eingeladen, die mit der Aufgabe bereits Erfahrungen hätten, stimmt so einfach nicht. Man ist sogar geneigt zu glauben, dass dieses Interview mit dem intelligenten und durchaus charmanten Kollegen Sauerbruch ein Fake sei."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 06.01.2022 - Kulturpolitik

"Die erste grüne Kulturstaatsministerin wird eine Verwalterin des Mangels sein", schreibt FAZ-Redakteur Andreas Kilb in einer Tour d'horizon zum Antsantritt der neuen "Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien" Claudia Roth. Anders als Monika Grütters hat sie es es nicht mit einer Parteifreundin im Kanzleramt zu tun. Und in Corona-Zeiten werden die Budgets knapper: "Ebendeshalb wird ihr das leidige Thema Kulturföderalismus immer wieder auf die Füße fallen. Denn auch die Länder haben weniger Geld zur Verfügung, was ihre Bereitschaft, sich an Kooperationsvorhaben unter Führung des Bundes zu beteiligen, weiter vermindern dürfte." Auf die " neue postkolonial-diverse Generallinie des Bundes" geht Kilb leider nicht ein - alle Schlüsselstellen der Bundeskulturpolitik sind inzwischen mit BDS-Ermöglichern besetzt (unser Resümee).

9punkt - Die Debattenrundschau vom 05.01.2022 - Kulturpolitik

Als gäbe es nicht ein paar wichtigere Probleme in der Welt - und auch auf dem Feld der Kulturpolitik - wird der Vorschlag der Autoren Mithu Sanyal, Dmitrij Kapitelman und Simone Buchholz, das Amt einer Parlamentspoetin zu schaffen (unser Resümee), das aber allein nach nach von ihnen definierten Diversitätskriterien besetzt werden soll, in den Zeitungen ernsthaft diskutiert. FAZ-Redakteur Andreas Platthaus will beim Diversitätsgebot nicht einfach so mitmachen: "Schon die Auswahlkommission, so heißt es im Plädoyer des Trios, habe 'so divers wie nur irgend möglich' zu sein. Dem Parlament selbst wird Diversität nicht zugetraut. Es repräsentiert aber seiner grundgesetzlichen Bestimmung nach das Volk und nicht ein Diversitätsideal."

In der NZZ kann Paul Jandl den Vorschlag der drei nicht ganz ernst nehmen: "Liest man den Text in der Süddeutschen, meint man, einem großen Missverständnis ausgesetzt zu sein. Dass Poesie nämlich die Sprache des Guten ist, die endlich wieder auf deutsche Sofakissen gestickt werden müsste. Ein Gefühlszustand, der die Ernüchterungen, mit denen die Politik zu kämpfen hat, erträglich erscheinen lässt."

Die Welt widmet dem Vorschlag eines Parlamentspoeten gleich ein pro und contra. Mladen Gladic kann sich das gut vorstellen, um den "revolutionären Glanz des Parlaments" wieder aufzufrischen. "Warum diese wichtige Erinnerung also nicht ein bisschen greifbarer machen, sie in ein 'Fühlen, Sehen, Schmecken, Metaphernfinden' überführen, im Gesang eines Poeten oder einer Poetin im Parlament." Marc Reichwein wird dagegen "spätestens an der Stelle, an der Buchholz, Kapitelman und Sanyal 'Heilung' und 'Versöhnung' fordern, endgültig misstrauisch. Es ist doch nicht Aufgabe der Literatur, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu besorgen!"

9punkt - Die Debattenrundschau vom 04.01.2022 - Kulturpolitik

In der SZ schwärmen die Autoren Simone Buchholz, Dmitrij Kapitelman und Mithu Sanyal von der kanadischen Buchmessendelegation die so schön bunt und divers war. Und eine Parlamentarische Poetin hat Kanada auch! Das hätten die drei hier auch gern. Der Posten soll divers vergeben werden - allerdings in Grenzen: Links soll die Poetin sein und irgendwie exotisch. "Allein die Idee, Deutschland hätte eine junge, türkischstämmige Parlamentspoetin, für die nächsten zwei Jahre. Danach würde rotiert, die Position würde neu vergeben, und dann wäre vielleicht ein jüdischer Autor im Amt. Zwei Jahre später eine Schriftstellerin aus Ruanda. Wieder zwei Jahre später ein syrischer Dichter, Musiker, Maler. (Die Kommission, die diese Poetinnen und Poeten wählt, würde natürlich so besetzt werden, dass sie unser Land wirklich repräsentiert: so divers wie nur irgend möglich.)"

9punkt - Die Debattenrundschau vom 03.01.2022 - Kulturpolitik

Andreas Platthaus unterhält sich für die FAZ ausführlich mit Martin Hoernes und Dirk Syndram von der Ernst-von-Siemens-Kunststiftung, die ihr segensreiches Wirken für die deutschen Museen erklären. Unter anderem sprechen sie über das Projekt "Digital Benin", das alle Beninbronzen weltweit katalogieren soll: "Alle vor der 1897 erfolgten Plünderung entstandenen Bronzen und Kunstwerke werden nun erfasst und dokumentiert, auch der große Bestand, der sich in Nigeria befindet, immerhin einer der großen der Welt - der viel zu wenig bekannt ist. 120 Museen aus aller Welt haben dazu schon Material eingebracht, und was das Projektteam von 'Digital Benin' nun leistet, ist die Zusammenführung der bestehenden Museumsdatenbanken mittels eines eigens entwickelten Interfaces zu einem Gesamtbestand, der dann sowohl die Recherchen erleichtern als auch alle künftigen Änderungen einzelner Einträge berücksichtigen wird."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 31.12.2021 - Kulturpolitik

Sabine Seifert unterhält sich für die taz mit Nanette Snoep, Direktorin des Kölner Rautenstrauch-Joest-Museums, die sich seit 25 Jahren für die Rückgabe von Kolonialkunst einsetzt. In ihrem Museum findet jetzt die Ausstellung "Resist" statt, die 500 Jahre Widerstand gegen Kolonialismus thematisiert. Hier hat Snoep auch mit der nigerianischen Künstlerin und Kuratorin Peju Layiwola zusammengearbeitet, einer Nachfahrin der Könige von Benin. Sie durfte die Bronzen sogar anfassen: "Ja, ohne Museumshandschuhe. Der Moment wurde in der ARD-Sendung 'Titel, Thesen, Temperamente' gezeigt. Wir haben das als symbolische Geste zugelassen, als Akt der Empathie. Museumsarbeit ist auch Care-Arbeit. Wir wollten, dass Layiwola sich gut fühlt an einem Ort, der durchdrungen ist von der kolonialen Vergangenheit, und wo sie mit unseren Museumskolleg:innen drei Wochen lang an der Sammlung arbeiten konnte, nach ihren Wünschen und ohne Einschränkungen." Ob das ein magischer Moment war, fragt die Interviewerin. "Der direkte Kontakt hat sie emotional sehr berührt. Aber es kamen sofort ablehnende Reaktionen nach der Sendung, weil Layiwola die Bronzen ohne Handschuhe berührt hat. Warum sind wir nicht in der Lage zu sehen, dass es hier um etwas ganz Essenzielles geht? Es geht um koloniale Traumata, Versöhnung, Heilung. Es geht um Empathie, Solidarität und Care."

Öffentliche Prestigeprojekte wie das Humboldt Forum sollten vor "privaten Spenden aus dubiosen Quellen" besser geschützt werden, fordert Hartmut Dorgerloh im dpa-Gespräch, meldet die Berliner Zeitung. Es sei eine grundsätzliche Frage, "'inwieweit man das von privaten Spenden abhängig machen will oder ob Steuerzahlerinnen und Steuerzahler auch das gesamte Projekt bezahlen sollen. Die andere Frage ist, ob es hierzulande auch eine andere Art von Spendenpraxis braucht, bei der - wie in anderen europäischen Ländern oder bei Parteispenden - schon ab einer relativ niedrigen Höhe die Zustimmung zur Namensnennung gegeben werden muss.' Gleichzeitig warnte Dorgerloh: 'Was man dann aber auch diskutieren muss ist, ob man damit dann bereit ist in Kauf zu nehmen, dass es möglicherweise weniger Spenden geben wird. Weil Menschen dann sagen: Nein, wenn mein Name veröffentlicht wird, dann spende ich auch nicht.'"

9punkt - Die Debattenrundschau vom 30.12.2021 - Kulturpolitik

In Belgien hat der Kulturbetrieb gegen Coronamaßnahmen protestiert und verordnete Schließungen einfach verweigert. Die Politik knickte ein. Eine gute Sache, meint Eric Bonse in der taz: "Mit ihrem erfolgreichen Widerstand setzen die Kulturschaffenden ein Zeichen, das weit über die Grenzen Belgiens hinaus Wirkung zeigen dürfte. Auch in Deutschland, Frankreich und anderen EU-Ländern wird die Kultur immer wieder unsinnigen oder unverhältnismäßigen Coronamaßnahmen geopfert. Damit muss Schluss sein. Viele Kultureinrichtungen haben mit kostspieligen und wirksamen Hygienekonzepten Vorsorge getroffen." Hier Bonses Bericht zum belgischen Protest.

Die SPD hat wieder nach "Gutsherrenart" entschieden, ärgert sich der Architekt Matthias Sauerbruch im Welt-Gespräch mit Marcus Woeller über die Ernennung von Petra Kahlfeldt zur Berliner Senatsbaudirektorin, die er bereits in einem offenen Brief kritisiert hatte. (Unsere Resümees) Kahlfeldt habe keinerlei städteplanerische Erfahrung, sie denke "nicht im großen städtischen Maßstab, sondern eher im Maßstab einzelner Häuser. Die schwierigen Themen, die Berlin in den nächsten Dekaden beschäftigen, also der Massenwohnungsbau, die intensive Nachverdichtung, die Fragen des Klimawandels oder der Verkehrswende tauchen in ihrem Portfolio nicht auf."  Zudem sei Kahlfeldts Position von der ihres Vorvorgängers Hans Stimmann praktisch nicht zu unterscheiden. "Diese Diskussionen, ob man historische Stile zum Einsatz bringt oder modern baut, sind in den zwanziger Jahren des 21. Jahrhunderts völlig deplatziert. Daran haben wir uns alle lange abgearbeitet. Das hat furchtbar viel Energie beansprucht, aber nicht zu wahnsinnig viel geführt."

Vor das Bibelspruchband am Humboldt Forum soll mit Hilfe der Initiative Leuchtturm Berlin ein Netz von Leuchtdioden angebracht werden, das bei Einbruch der Dunkelheit Auszüge aus Grundgesetz und Menschenrechtserklärung erscheinen lässt. In der Welt hat der evangelische Theologe Richard Schröder dafür kein Verständnis: "Der interkulturelle Dialog werde durch das Kreuz und die Bibelzitate behindert, da sie christliche Herrschaftsansprüche ausdrücken. Das lässt sich zwar bestreiten, aber nehmen wir einmal an, es sei so. Wie wollen wir, die Gastgeber solcher Dialoge, denn auftreten? So wie wir sind, mitsamt unserer auch belastenden Geschichte - oder als Unschuldsengel und unbeschriebene Blätter, die sich von ihrer Geschichte losgesagt haben? Auch der Waschzwang ist zwanghaft. Alle, die zu uns kommen, wissen, dass sie in eine postchristliche und zum Beispiel nicht in eine postmuslimische Gesellschaft kommen."

"Der christlich verbrämte imperiale Herrschaftsanspruch in der Inschrift der Kuppel ('dass im Namen Jesu sich beugen soll all derer Knie…') wäre unter Roth (…) nicht durchgegangen, meint indes Kia Vahland in der SZ und hofft, dass die neue Kulturstaatsministerin es insgesamt nicht nur bei "Symbolpolitik" belässt: "In der Pandemie gelten Gastronomie, Einzelhandel, Friseurläden der Politik allemal mehr als Konzertsäle, Opern- und Ausstellungshäuser, die man scheinbar nach Belieben öffnen und schließen kann. Kultureinrichtungen in Deutschland sind, auch wenn sie staatlich und kommunal betrieben sind, ernsthaft gefährdet auszubluten, die freie Szene ist es sowieso. Claudia Roth wird daran gemessen werden, ob sie diese auch monetäre Missachtung stoppen und Künstlerinnen und Künstlern und ihren Institutionen zu ihrem Recht und ihrem Rang verhelfen kann. Es geht nicht um Sektempfänge für eine kleine Elite."

Das Festjahr "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" geht zu Ende. FAZ-Redakteur Thomas Jansen zieht entgegen mancher Kritik an der Veranstaltung ein positives Resümee, denn es sei "nur selten versucht worden, ein positives Bild des jüdischen Lebens im heutigen Deutschland zu vermitteln. Dabei geht es nicht allein um Bildung, es geht um Prävention. Es ist eine Binse, dass sich Antisemitismus nur dann wirksam einhegen lässt, wenn Juden nicht als fremd wahrgenommen werden und keine abstrakte Größe bleiben."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 28.12.2021 - Kulturpolitik

Mitte Dezember hatten Architekten in einem Offenen Brief gefordert, den Posten der Berliner Senatsbaudirektion von einem Gremium besetzen zu lassen. In einem weiteren Offenen Brief wurde jetzt die Ernennung von Petra Kahlfeldt - "ohne ein Auswahlverfahren und ohne eine öffentliche Diskussion" - zur neuen Baudirektorin von neun Architekten, darunter Philipp Oswalt und Matthias Sauerbruch, kritisiert: "Petra Kahlfeldt steht für die Wiederkehr der Baupolitik der 1990er Jahre. Mit ihr droht der Rückfall in die ideologischen Grabenkämpfe einer Ära, in der zentrale Zukunftsthemen lange vernachlässigt wurden. Mit ihr ist zu befürchten, dass anstelle integrativer Bemühungen für eine 'Stadt für Alle' eine erneute Polarisierung und vordergründige Ästhetisierung baukultureller Fragen tritt. Als Vertraute des ehemaligen Senatsbaudirektor Stimmann steht sie konservativen Kreisen nahe, die sich für die Rekonstruktion der Stadt nach historischem Muster eingesetzt haben. Sie trat mehrfach für eine Privatisierung öffentlicher Flächen ein."

In der Welt ist Gerwin Zohlen vom Verlag Wasmuth & Zohlen empört. Er findet den Brief "hetzerisch" und erhebt vor allem gegen Oswalt schwere, bis ins Persönliche reichende Vorwürfe: "Philipp Oswalt ist als notorischer Querdenker bekannt geworden. Er stammt aus der Frankfurter Bauunternehmer-Dynastie Holzmann und ist seit mehr als 30 Jahren publizistisch tätig, zumeist mit hohem Aufmerksamkeitswert. Er ist Apologet der Formlosigkeit (Berlin - Stadt ohne Form, 2000) ... Oswalt hasst alle Rekonstruktionen, sofern sie nicht die Bauhaus-Moderne betreffen (etwa den Barcelona-Pavillon und die Dessauer Trinkhalle von Mies van der Rohe). Als wortgewandter Rhetoriker trägt er Züge der besessenen Tugendhaftigkeit eines Robespierre."