Jörg Wimalasena sieht die Idee einer
Parlamentspoetin (unsere
Resümees) in der
taz als notdürftige Kaschierung einer
neoliberalen Agenda mit wokem Glitterkram: "Die Grünen mit ihrem
Hang zu Kitsch würden die unsäglich überhöhten US-amerikanischen Politikinszenierungen sicher besonders gern nach Deutschland holen. Während man gemeinsam mit der FDP die Aktienrente und den 13-Stunden-Arbeitstag durchwinkt, kann ein wenig
Groschenromantik bei der Inszenierung sicher nicht schaden."
In etwas poetischer Sprache forderten die Ethnologen H. Glenn Penny und Philipp Schorch neulich in der
SZ, dass Menschen aus den Herkunftsgebieten der Objekte
ethnologische Museen kuratieren sollen, um so ihr ganz eigenes Wissen darzustellen (unser
Resümee). Gar nicht so unähnlich klingt, was ihre Kollegin
Brigitta Hauser-Schäublin, die allerdings eine scharfe Kritikerin vieler Restitutionsforderungen ist, heute in der
FAZ schreibt. Das Wissen, schreibt sie, ist in den Kolonien oft aufgrund der ihnen angetanen Gewalt
verloren gegangen - konserviert wurde es von den Ethnologen: "Der Wesenskern ethnologischer Museen,
kulturelle Wissensarchive darzustellen, drückt sich in der Akribie der Beschreibungen, Zeichnungen und Fotografien aus, die viele Ethnologen zur Kolonialzeit von Objekten erstellten. Es ging nicht um ein bloßes Anhäufen von Objekten um der Masse willen, sondern um kulturelle Dokumentationen,
materialisierte Momentaufnahmen in einer Zeit radikalen Wandels." Schon deshalb warnt Hauser-Schäublin vor einem "Zerschlagen der
Institution ethnologisches Museum".