
Elisabeth Zerofsky hat den
Front National bei den französischen Regionalwahlen im November
beobachtet und eine interessante Beobachtung gemacht: Den FN wählen nicht nur eingesessene Franzosen, sondern
auch Einwanderer. Das bestätigt ihr nicht zuletzt
Marine Le Pen, die auch in den Banlieues Wahlkampf macht, in denen viele Muslime leben: "'Warum nicht?', sagt sie. Für viele Muslime sei die Religion
nicht das '
ausschlaggebende Kriterium' für ihre Identität: 'Viele betrachten sich als Franzosen. Sie haben alltägliche Probleme - Steuern, Schulen für die Kinder, Sicherheit in ihren Vierteln - und
auch sie sind Opfer des islamischen Fundamentalismus. Es gibt keinen Grund, warum sie keine Patrioten sein können, nur weil sie Muslime sind. Wissen Sie, es gibt ganze muslimische Staaten, die den Fundamentalismus bekämpfen.'" Etwas später unterhält sich Zerofsky mit dem FN-Unterstützer
Ahmed Hamrouni, der Le Pens Auffassung bestätigt: "Hamrouni, Sohn eines algerischen Minenarbeiters, erzählt mir, er kenne
mehr und mehr Muslime, die den FN wählen, auch wenn viele es nicht zugeben wollten. 'Alles hat sich seit dem
13. November geändert', sagt er. 'Es gibt ein Unwohlsein.' In Hénin-Beaumont habe es keine Gewalt gegeben, aber, sagt Hamouni, er merke
eine Veränderung in der Art, wie die muslimischen Gemeinden betrachtet würden. Es scheine ihm, als sei der französische Sozialvertrag, der Wunsch, ungeachtet der Religion oder Herkunft zusammenzuleben, zerbrochen. 'Wer weiß', sagt er. 'Vielleicht kann der FN das Verhältnis verbessern.'"