
Im Januar 2010 wurde ein
nordkoreanischer Arbeiter öffentlich von einem Erschießungskommando hingerichtet, weil er den
Reispreis nach Südkorea durchtelefoniert hat. Es nützt nichts. Immer mehr
Bürgerreporter verschicken News aus Nordkorea,
berichtet Robert S. Boynton. Sie beliefern zum Beispiel die in Seoul beheimatete
Daily NK mit Informationen, deren Mitbegründer
Park In Ho erzählt, wie er einen seiner besten Reporter rekrutierte: "Ich traf ihn in China bei einer NGO. Er hatte einen Abschluss von der Kim-Il-Sung-Universität und war daher dazu bestimmt, ein
Mitglied der Elite zu werden. Das erste, was er mich fragte, war, ob ich ihm helfen könne
Dynamit zu beschaffen um Kim Jong Il in die Luft zu sprengen.' Sie verbrachten drei Monate zusammen, redeten und lasen Bücher über die Geschichte Nordostasiens. 'Ich wollte, dass er die Situation der Region versteht und überzeugte ihn davon, dass Terrorismus nicht nur falsch ist, sondern auch nichts ändert.' Der Mann ist jetzt ein
Händler in Nordkorea. Und weil er seiner Arbeit wegen viel reisen muss, ist er einer der wertvollsten Reporter von
Daily NK."
Geht es wirklich abwärts mit der
Presse? Lesen wir nur noch den Blödsinn, den wir
lesen wollen, hüstel, statt des Qualitätsmaterials, das wir
lesen sollen? Reporterveteran James Fallows
betrachtet Gawker und
Fox News und kommt - nach vielen Gesprächen und überreiflicher Überlegung - zu dem Schluss: Nein, früher war's kein Stück besser. Und diese neuen Jungs haben alles in allem ziemlich gute Ideen. "'
Die Linken lieben es, über den Verfall der Logik und wissenschaftlicher Methoden zu reden', sagt [
Gawker-Gründer]
Nick Denton. Eins seiner Beispiele:
Al Gores Buch 'The Assault on Reason' über die Irrationalität des öffentlichen Lebens mit Passagen wie dieser: 'Der deutsche Philosoph
Jürgen Habermas beschreibt, was gerade geschieht, als 'Refeudalisierung der öffentlichen Sphäre'.' 'Aber was, wenn die Antwort auf eine falsche Erzählung
nicht Fakten sind?', fragt Denton. 'Oder Habermas? Vielleicht ist die Antwort auf eine fehlerhafte Erzählung eine andere Erzählung. Man
ändert die Story.' Genau das, meint er, haben
Jon Stewart und
Stephen Colbert getan. Sie überprüfen nicht die Fakten von
Fox News oder versuchen sie direkt zu widerlegen oder sie mit den Mitteln von
Fox zu bekämpfen. Sie verändern die Story nicht, indem sie die Realität verbiegen - ihre Stärke ist gerade ihr Vertrauen in Fakten - oder eine fiktive Erzählung verbreiten, sondern indem sie die Fakten auf eine Art präsentieren, wie es
niemand zuvor getan hat.'"
Außerdem: Joshua Hammer
beschreibt die Arbeit der - gut beschäftigten -
Bombenentschärfungskommandos rund um
Berlin. Und Caitlin Flanagan
weiß, warum "gute" amerikanische
WASP-Mütter Amy Chua nicht ausstehen können.