Magazinrundschau

Kein Gehörnter, tut mir leid

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag ab 10 Uhr.
14.07.2009. Das TLS liest, wie Sartre und Beauvoir sich jeder ein Schoßhündchen Lanzmann zulegten. Le Monde erzählt die Geschichte des ersten Terroristen in Europa. Im New Statesman erklärt der Historiker A. N. Wilson, warum Großbritannien die Monarchie nicht mehr braucht. Al Ahram kommentiert die deutschen Reaktionen auf den Fall Marwa al-Sherbini. In Le Point erinnert BHL an den Fall Ilan Halimi. NZZ Folio entdeckt im Meer einen neuen Kontinent aus Abfall. In Le Monde diplomatique singt John Berger ein Loblied auf zwei Museumswächter.

Monde diplomatique (Deutschland / Frankreich), 11.07.2009

Der Schriftsteller John Berger erzählt, wie er einmal heftig mit den Museumswächtern der National Gallery aneinander geraten ist. Aber zu ihrem Recht kommen auch die wunderbaren Wächter, die die Gemälde wie ihre Westentasche kennen: "Ich lauschte Gesprächen wie diesem: 'Können Sie uns bitte sagen, wo die Bilder von Velazquez hängen?' -'Ja, natürlich. Spanische Schule. In Saal XXXII. Geradeaus, am Ende rechts und dann der zweite Saal links.' - 'Wir suchen nach seinem Porträt eines Bocks." - 'Ein Bock? Meinen Sie einen Hirsch?' - 'Ja, aber nur den Kopf.'- 'Wir besitzen zwei Porträts von Philipp IV. und auf einem ist sein wunderbarer Schnurrbart nach oben gedreht wie bei einem Geweih. Aber kein Gehörnter, tut mir leid.' - 'Wie merkwürdig!' - 'Vielleicht hängt Ihr Bock ja in Madrid. Aber was Sie sich hier auf keinen Fall entgehen lassen sollten, ist Christus in Marthas Haus. Martha bereitet gerade eine Fischsuppe zu und zerstößt Knoblauch in einem Mörser.' - 'Wir waren im Prado, aber da gab es keinen Hirsch. Wie schade!' - 'Und laufen Sie ja nicht an unserer Rokeby-Venus vorbei. Die Innenseite ihres linken Knies hat was!'"

Sharareh Omidvar erklärt die innenpolitische Gemenge- und Konfliktlage im Iran: "Eine der Stärken des iranischen Regimes war seit jeher die Koexistenz verschiedener Strömungen. Keiner Strömung ist es in den letzten dreißig Jahren gelungen, die anderen zu isolieren; vielmehr führte jeder Versuch einer Fraktion, die Macht zu monopolisieren, zu internen, wenn auch bisher verdeckten Konflikten. Auch heute steht hinter dem Konflikt zwischen Ahmadinedschad und seinen Widersachern der Versuch einer Fraktion, rivalisierende Gruppen auszuschalten."
Stichwörter: John Berger, Prado

Times Literary Supplement (UK), 09.07.2009

Gefesselt hat Frederic Raphael "Le Lievre de Patagonie" , die Erinnerungen Claude Lanzmanns an seine vielen Leben und nicht weniger Lieben gelesen. "Der gruseligste Moment der Erzählung beschreibt, wie Lanzmanns Schwester Evelyne ihr Bühnendebüt gab. Simone de Beauvoir und Lanzmann, zu dem Zeitpunkt offiziell als Liebespaar von Sartre gutgeheißen, gingen ins Theater, um sie in Sartres Stück 'Geschlossene Gesellschaft' ('Die Hölle, das sind die anderen') zu sehe. Lanzmann spürte sofort, dass Sartre sich darauf vorbereitete, die Rolle des Teufels zu übernehmen. Je mehr er Evelyne Auftritt lobte, so sicherer war Lanzmann, dass Sartre vorhatte, sie (im üblichen Appartement in der rue Jacob) zu seiner Geliebten zu machen: Er und Le Castor würden dann jeder ein Schoßhündchen Lanzmann haben."

Outlook India (Indien), 20.07.2009

Indiens Erfolgsautor Vikram Seth, der gerade beim Penguin Verlag einen Vorschuss von zwei Millionen Euro für die Fortsetzung seines Roman "A Suitable Boy" (Eine gute Partie) ergattert hat, rät auch seinen Schriftsteller-Kollegen, hart zu verhandeln: "Viel hängt davon ab, wie stark die Verhandlungsposition ist. Ich weiß nicht, wie groß meine am Anfang gewesen wäre. Aber selbst da sollte man den Vertrag genau lesen und nicht ach so dankbar sein, dass man ihn nur überfliegt und alles akzeptiert, was der Verleger verlangt. Verleger sind harte Nüsse."

Außerdem freut sich Chander Suta Dogra über die Wiedereröffnung des 122 Jahre alten Gaiety Theatre in Bombay. Und Namrata Joshi schmäht Sabbir Khans neue Bollywood-Komödie "Kambakkht Ishq" als plump und sexistisch.
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Stichwörter: Bollywood, Penguin, Vikram Seth

Monde (Frankreich), 09.07.2009

In Le Monde des livres liest Jean Birnbaum ein Buch (Auszug auf englisch) des amerikanischen Historikers John Merriman über einen der ersten Terroristen Europas, den Anarchisten Emile Henry, der 1894 in Paris ein belebtes Cafe in die Luft jagte: "Emile hatte eine Zigarre und ein Bier bestellt. Nicht ohne seine Rechnung zu bezahlen, beschloss er dann, dass der Moment gekommen sei. Seine Tat ist eine Wegmarke in der Geschichte der politischen Gewalt: Zum ersten Mal entscheidet sich ein Anarchist in Europa, nicht einen Repräsentanten des Staates anzugreifen, sondern eine anonyme, per Zufall zu tötende Masse."
Archiv: Monde
Stichwörter: Politische Gewalt

New Statesman (UK), 13.07.2009

Brauchen wir die Monarchie noch, fragt der britische New Statesman. Wahrscheinlich nicht mehr, meint der eigentlich eher Sympathien für die Monarchie empfindende Historiker A. N. Wilson: "Nach einer Zeit der schlechten Regierungsführung haben wir ein dringendes Bedürfnis nach Erneuerung, Wiederbelebung. Würde es helfen, wenn wir uns von den Monarchen verabschiedeten und vorwärts schritten in ein politisches System, in dem jeder von Begabung - sei es ein britischer Barack Obama oder ein Nelson Mandela - uns die inspirierende Führung anbieten, die wir brauchen? Oder kann unser Weg in das goldene Zeitalter nur in unserer Verwurzelung gefunden werden, unserer Verbundenheit mit der Vergangenheit? Das Klischee, das die Queen in ihrer langen Herrschaft nie einen 'falschen Schritt' getan hat, zeigt die Natur unseres Dilemmas. Als Staatsoberhaupt hat sie nichts getan, um den furchtbaren Machtmissbrauch durch Tony Blair und Gordon Brown in den letzten zwölf Jahren zu verhindern."

Außerdem: Michael Hodges stellt sich vor, es wäre das Jahr 2020 und die Briten würden ihren ersten König wählen. Und eine Reihe von Künstlern, Wissenschaftlern, Journalisten und Politikern - darunter AS Byatt, Eric Hobsbawm, Will Self und Roger Scruton - erklärt ihre Ansicht zur Monarchie.

Al Ahram Weekly (Ägypten), 09.07.2009

Doaa El-Bey schreibt über den Fall Marwa: " 'Der Angreifer war ein russischer Immigrant. Das ist also ein weiterer Fall, wo ein nichtwestlicher Immigrant einen anderen nichtwestlichen Immigranten tötet. Das heißt, dass niemand im Westen die Schuld dafür trägt. Außer dass wir aufhören sollten, all diese nichtwestlichen Leute in unser Land zu lassen, wo sie nur Ärger machen.' Diese Reaktion eines anonymen europäischen Bürgers, der den Tod von Marwa Al-Sherbini, die in einem deutschen Gericht in Dresden getötet wurde, auf der Webseite Euroislam kommentiert, ist genau die Art von Meinung, die zu ihrer Ermordung geführt hat."

Die islamische Welt sollte sich ein Beispiel an den jungen Muslime in Indien nehmen, die ihre Bildungschancen nutzen, ermuntert Aijaz Zaka Syed. "In diesem Jahr haben mehr als 30.000 muslimische Studenten aus Hyderabad und nahegelegenen Distrikten in Andhra Pradesh das 'Eamcet' bestanden, die Prüfung des Staates für die Zulassung zu Medizin- und Ingenieurscolleges. Tatsächlich hat ein muslimischer Student, der junge Alauddin, als bester abgeschnitten. In einem anderen herzerwärmenden Beispiel hat ein verheiratetes muslimisches Mädchen als beste bei 'Edcet' abgeschnitten, der Prüfung für Pädagogen-Colleges. ... Dies sind keine Einzelfälle. Eine stille Revolution findet gerade unter indischen Muslimen statt, der größten religiösen Minderheit und vielleicht der größten muslimischen Gruppe überhaupt in der Welt. Muslimische Studenten erbringen nicht nur ungewöhnliche und brillante Leistungen und konkurrieren mit den besten der besten auf Gebieten, auf die sie sich bisher selten gewagt haben, sie überstrahlen ihre Konkurrenten." Und das, so Aijaz Zaka Syed, ist der "einzige Weg vorwärts".

Außerdem: Yahia Lababidi schreibt den Nachruf auf Michael Jackson. Und Walid Aouni schreibt den Nachruf auf Pina Bausch.

Point (Frankreich), 09.07.2009

Nach dem Dresdner Hassverbrechen, auf das die Öffentlichkeit mit einer seltsamen, aber offensichtlich immer wieder charakteristischen Trägheit reagiert, ist es interessant, die Kolumne von Bernard-Henri Levy in Le Point zu lesen, die an ein anderes Hassverbrechen erinnert: die grausige Ermordung des jungen Juden Ilan Halimi durch eine Gang in einer Pariser Vorstadt im letzten Jahr. "Wir werden in Erinnerung behalten müssen, dass Frankreich ein Land ist, in dem ein Mann - genau wie Daniel Pearl in Karachi - mit Wissen eines ganzen Wohnviertels festgehalten, von einem Ort an den anderen transportiert, ausgehungert und ernährt, auf kleiner Flamme umgebracht, gefoltert und nochmal transportiert werden kann - und das 24 Tage lang." Die Urteile im Prozess gegen die Gang sind inzwischen gefallen, berichtet Le Monde.
Archiv: Point

Babelia (Spanien), 14.07.2009

"Es war einmal: die Revolution." Der chilenische Schriftsteller Rafael Gumucio grübelt über die Aufgaben und Möglichkeiten des aktuellen Romans: "Die Revolution war bislang der geheime Held fast aller südamerikanischen Romane. Wie aber soll man von einer traurigen Revolution erzählen? Was, wenn wie in Chile die neoliberale Revolution gewonnen hat? Wie soll man Diktatoren in Anzug und Krawatte beschreiben, Militärs, die süchtig nach Wahlen sind, Che Guevaras, die mit Drogen handeln, Bankmanager, die in ihrer Jugend eben die Banken überfielen, die sie heute leiten? Das große Werk der Meister des 'Booms' der lateinamerikanischen Literatur scheint im Vergleich dazu ein Kinderspiel: Wer daran glaubte, dass die Welt sich in eine bestimmte Richtung entwickelt, konnte an der Rolle des Erzählers zweifeln, damit spielen; wir dagegen können uns bloß auf uns selbst verlassen. Uns stellt sich die Herausforderung, vom Wandel ohne Revolution zu erzählen. Also nicht mehr erzählen, was den Schrecken der Nordamerikaner oder Europäer erregt, sondern das, was uns schon lange nicht mehr wundert."
Archiv: Babelia

Spectator (UK), 11.07.2009

Andrew Gilligan hat sich als investigativer Journalist bei der BBC einen Namen gemacht. Umso weniger versteht es Rod Liddle, dass er bei PressTV angeheuert hat, einem Fernsehkanal der iranischen Regierung. Ein Symptom für den moralischen Verfall der ganzen Zunft, fürchtet der wackere Liddle, der den Tag des Jüngsten Gerichts nahen sieht. "Als nächste werden sich die Journalisten der Wut der Öffentlichkeit stellen müssen, einer Öffentlichkeit, die sie als geldgierige, amoralische, privilegierte Elite sieht. Vollkommen zu Recht, wie ich befürchte. Unsere Spesen sind nicht so hoch, auch wenn wir immer wieder drüber witzeln, abgesehen von ein, zwei Ausnahmen. Aber an wen wir uns verkaufen, ohne allzuviel nachzufragen - 500 Eier für einen 500-Wörter Quickie? Kein Problem, Ayatollah - das wird man uns bald vorwerfen, fürchte ich."
Archiv: Spectator
Stichwörter: Wacken

Plus - Minus (Polen), 11.07.2009

"Trotz aller Kassandrarufe, die die Ära Gutenbergs für beendet erklären, kann man als Schriftsteller immer noch Karriere machen, und dazu noch eine schillernde", schreibt im Magazin der polnischen Rzeczpospolita Krzysztof Maslon. Gleichzeitig würden jedoch erfolgreiche Autoren wie Joanne K. Rowling, Stephen King oder Ken Follett zu Sklaven des Marktes: die Verlage verlangen immer neue Bestseller, die Medien wollen berichten und das Publikum am Leben ihrer Stars teilhaben. Leider sei dieser Status heutzutage nur englischsprachigen Literaten ohne allzu große intellektuelle Ambitionen vorbehalten. In Polen war wohl der letzte Schriftsteller, der Karriere machte und literarische Anerkennung fand (Nobelpreis)... Henryk Sienkiewicz! "Er war ein wahrhaft moderner Autor: er kam gut mit Medien und Agenten zurecht, mit Übersetzungen und der damaligen politischen Korrektheit", führt Maslon aus.

Weiteres: Sichtlich beeindruckt bespricht der konservative Publizist Rafal A. Ziemkiewicz eine als "Autobiografie" übertitelte Sammlung von Texten des vor fünf Jahren gestorbenen Dissidenten und politischen Aktivisten Jacek Kuron. Und Leszek Madzik sah eine Ausstellung in Kielce, wo zeitgenössische Künstler sich von Bruno Schulz inspririeren ließen.
Archiv: Plus - Minus

Folio (Schweiz), 06.07.2009

Peter Haffner erzählt, wie der 62-jährige Kalifornier Charles Moore per Zufall bei einer Segelregatta einen neuen Kontinent entdeckte: das "Garbage Patch", eine Müllhalde im Pazifik (youtube). "Angetrieben von Winden und der Erdrotation, bilden die Meeresströmungen im Hochdruckgebiet des 'North Pacific Gyre' einen gigantischen Wirbel, der sich im Uhrzeigersinn dreht und Treibgut sammelt von den Küsten Japans und Chinas sowie der Pazifikküste von Mexiko, Nordamerika und Kanada. Ein Plastikbecher, der am Strand von San Francisco ins Meer gerät, wird vom Kalifornienstrom in Richtung Mexiko getragen, wo er auf den Nordäquatorialstrom trifft, der ihn auf den Weg nach Asien bringt, wo ihn der Kuroshio erfasst und wieder ostwärts schaukelt, bis ihn der Nordpazifikstrom übernimmt und an Hawaii vorbei in den 'Garbage Patch' transportiert. Ein Jahr brauche es, sagt Moore, bis Abfall aus Asien in dieser Endlagerstätte sei, und mehrere Jahre, wenn er aus Amerika komme." Aber Endlagerstation ist der Mensch: "Was er gesehen hat, ist nur die erste Station einer Reise in jene Welt, in der all dieses bunte, glänzende und so praktische Plastik endet; in den Mägen von Vögeln und Fischen und bald womöglich in uns selber in Form von Nanopartikeln aus Fischen und Meeresfrüchten, die wir essen."

Außerdem in dieser dem Abfall gewidmeten Ausgabe: Reto U. Schneider erzählt, wie die Amerikaner spätere Generation daran hindern wollen, versehentlich unseren radioaktiven Abfall auszugraben: Mit einem 3 Kilometer langen Erdwall, 48 Monolithen und in Stein gemeißelten Comics. Thomas Schenk erklärt, wie Recycling funktioniert. Und Florian Leu stellt den Astronomen Thomas Schildknecht vor, der seit zehn Jahren den Weltraumschrott katalogisiert.

Wenn Luca Turin Musik- und Parfümakkorde vergleicht, dann klingt das so: "Wenn Egberto Gismonti und Mauro Senise auf dem Klavier und der Flöte in exaktem Gleichklang eine schnelle Melodie wie 'Loro' spielen, klingt das wie ein unerhört neues Instrument - ein aus Baccarat-Kristall hergestellter Konzertflügel. Hören Sie sich die ersten dreißig Sekunden davon auf iTunes an - kein Computer würde die korrekte Lösung herausfinden. Parfumakkorde sind nicht anders: Der Bergamotte-Cistus-Eichenmoos-Akkord des Chypre ist uns, seit seiner Erfindung, ebenso evident und geläufig wie das perspektivische Zeichnen. Es ist, als bildeten Citrus, Süß und Bitter die orthogonalen Achsen eines unsichtbaren Raums, in dem man, kaum hatten diese Achsen sich in Selbstverständlichkeit aufgelöst, auch schon Wände einziehen, Bilder aufhängen und eine Party feiern konnte. "
Archiv: Folio

Espresso (Italien), 10.07.2009

Der Espresso sorgt sich um die Pressefreiheit und widmet diese Ausgabe der in Italien so arg bedrohten Spezies. Auch Umberto Eco wurde gedrängt, was zu schreiben. Er wollte erst gar nicht, weil es sowieso nichts bringt, wie er meint. "Das italienische Problem ist nicht Silvio Berlusconi. Die Geschichte - das geht seit Catilina so - ist überreich an Abenteurern, denen es nicht an Charisma fehlte und die den Staat nicht so wichtig nahmen, ganz im Gegensatz zu sich selbst. Ihnen ging es um die eigene Macht, für die sie über Parlamente, Gerichte und Verfassungen hinwegschritten, für die sie Gefälligkeiten an ihre Günstlinge und manchmal auch an ihre Kurtisanen verteilten. Ihr eigenes Vergnügen war ja schließlich im Interesse der Gemeinschaft. Aber diese Männer waren in ihrem Willen zur Macht nicht immer erfolgreich, weil die Gesellschaft es ihnen nicht immer erlaubte. Falls die Gesellschaft das aber tat, warum dann diese Männer beschuldigen und nicht die Leute, die es ihnen erlaubten? Warum also sollte man was gegen Berlusconi und sein Gängeln der Presse sagen?"
Archiv: Espresso

Economist (UK), 10.07.2009

Hollywood verdient gerade in der Krise erstaunlich gut. Einen Umbruch erlebt es angesichts der versiegenden Kreditquellen dennoch. Die Folgen sind, analysiert der Economist, so klar wie aus künstlerischer Sicht unerfreulich: Es wird viel weniger riskiert werden als bisher: "Es wird reichlich spektakuläre, Big-Budget-Action-Filme für den Sommer geben und auch billige Komödien wird es weiterhin geben (wobei 'billig' bei den großen Studios alles genannt wird, was weniger als 40 Millionen Dollar kostet). Diese Filme haben jedoch, erklärt [der Produzent] Kevin Misher, eines gemeinsam: Sie versprechen eine kollektive Erfahrung. Verlieren werden dabei unvermeidlich die komplexen, gut-gemachten Filme, die nicht eindeutig in ein einziges Genre passen - wie etwa 'Duplicity', eine Mischung aus Komödie, Drama und Liebesgeschichte mit Julia Roberts und Clive Owen. Der Film ist in diesem Jahr böse gefloppt."
Archiv: Economist
Stichwörter: Julia Roberts