Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Design und Mode

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 04.01.2022 - Design

Der Tagesspiegel meldet den Tod des Gestalters Karl Clauss Dietel, der unter anderem den Wartburg 353 oder Erika-Schreibmaschinen entwarf. Besprochen wird die Pariser Ausstellung "Aerodream" über aufblasbare Kunststoffe in Möbeldesign und Architektur (NZZ).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 30.12.2021 - Design

Der Druck auf Edelmarken wie Gucci, sich den Klima-Herausforderungen der Gegenwart zu stellen, ist hoch, stellt Gabriele Detterer in der NZZ fest. Zaghafte Versuche in diese Richtung sind bereits zu beobachten, doch bei jüngsten Schauen umweht auch weiterhin "das hedonistische Fluidum einer Dauerparty den jüngsten opulenten Gucci-Look. Stärker denn je zuvor gerät diese Scheinwelt in Widerspruch zu einer Lebensrealität, die zum Kampfplatz für eine bessere Zukunft geworden ist." So sieht man sich auch bei der Schau "Archtetypes" im Florentiner Gucci-Palazzo "Wänden gegenüber, die mit Parolen der Rebellion voll getextet sind, von Aufbegehren und Sehnsucht ist die Rede, nichts wird mit Abbildern verführerischer Models geschönt. ... Das Panoptikum spiegelt die Leitmotive der Kreationen, die Alessandro Michele seit 2015 entwirft. Deutlich wird der Anspruch, im Vielerlei der Kollektionen klassische Gucci-Elemente in neuem Design fortleben zu lassen. Rauten- und Blumenmuster, Schluppenblusen, Plissee, Handtaschen-Ikonen, Schuhe. Losgelöst von "Symmetrie und Farbenharmonie", dem tradierten Ideal der Schneiderkunst, erscheint kleidsame Schönheit als atonaler Vielklang aus Vintage-Stil und frischeren Geschmacksnoten."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 22.12.2021 - Design

Legt Euren Liebsten zum Fest der Liebe doch bitte Krawatten unter den Baum, ruft in der SZ Peter Richter den Eheleuten des aktuellen politischen Spitzenpersonals zu. Für seinen Geschmack kleidet sich die Ampel nämlich viel zu leger und zu betont aufgeknöpft. "Die Verweigerungshaltung gegenüber einer professionellen Berufskleidung wirkt bei Spitzenpolitikern besonders unprofessionell, und zwar gerade da, wo sie so penetrant programmatisch daherkommt. ... Nie hat man Lauterbach früher ohne Fliege gesehen. Und ausgerechnet jetzt, wo er Minister ist, hat ihm, wie er bekannt gab, sein eigener Nachwuchs das ausgeredet, damit er irgendwie jugendlicher wirke. Lieber Herr Lauterbach: Das ist leider Unsinn."
Stichwörter: Lauterbach, Karl, Krawatte, Mode

Efeu - Die Kulturrundschau vom 18.12.2021 - Design

Die russische Parfümeurin Oxana Tschernyschewa hat mit "Checkmate" ein Parfüm zu Ehren eines neuen russischen Kampffliegers kreiert. Düfte zu Waffen und Fluggeräten haben in Russland Tradition, erinnert Sonja Zekri in der SZ. Der Werbespot zu "Checkmate" scheint ihr "bedrohlich", "mehr wie eine Putin-Rede zur Ukraine-Krise". Vom Duft ist Zekri dann aber offenbar ganz hingerissen: "Die Eröffnung ist grell, zitrisch, ein Feuerwerk aus Grapefruit und Vetiver. Nach einer Weile folgen Wacholder und eine Spur Koriander, alles sehr hell, sehr grün. Dieses Parfüm ist ein Wachmacher, duftgewordenes Adrenalin. Zwei Stunden später, die Unruhe hält an. Die Basisnote ist krautig-vital, was irgendwann anstrengend wird." Auch bleibe der versprochene "technogene Aspekt" aus. "'Glas allein hat natürlich keinen Geruch', gibt Tschernyschewa zu: 'Die Mischung der Komponenten lässt eine Vorstellung von Kälte, Transparenz, Zerbrechlichkeit entstehen, also von Glas.' Also doch noch mal hinriechen? Nein, immer noch kein Cockpit. Nicht mal ein kleines Seitenfenster."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 17.12.2021 - Design

Isamu Noguchi im Juli 1947 (Arnold Newman Collection/Barbican Arts Centre)

Das Barbican Arts Center in London widmet dem Möbel- und Raumdesigner Isamu Noguchi eine Ausstellung. Dass Noguchi weit mehr zu bieten hat als seinen zum Marker von Geschmacksbewusstsein reduzierten Kaffeetisch, wird NZZ-Kritikerin Marion Löhndorf dabei rasch klar: "Den Raum betrachtete er als eine Masse, die skulptural zu behandeln sei. Die Ausstellung zeigt, dass die Ästhetik der von ihm hergestellten Objekte keineswegs so homogen ist, wie oft behauptet wird. Von polierten Porträtköpfen bis zu fundstückartigen Objekten, die an Fetische der Stammeskunst erinnern, von kompakten Skulpturen bis zu extrem reduzierten Bühnenbildern, die weite Räume bespielen, ist alles zu finden. Manchmal ist schwer zu glauben, dass all dies aus der Werkstatt desselben Künstlers stammt."
Stichwörter: Noguchi, Isamu, Möbel

Efeu - Die Kulturrundschau vom 10.12.2021 - Design

Der Bellabot bei der Arbeit. Foto: Pudu


In der taz bestaunt Adrian Lobe den selbstfahrenden chinesischen Servierroboter Bella, der in der Gastronomie, Krankenhäusern, Büros und Kantinen eingesetzt werden soll. Fragt dann aber streng: "Warum hat der Bot, der als 'miauende Robo-Kellnerin' tituliert wurde, einen weiblichen Namen? Und warum ist er nach einer Katze modelliert? Warum werden über das Design Stereotype produziert und Männerfantasien bedient - die weibliche Bedienung als schnurrendes Kätzlein, das per Knopfdruck Bier auf den Tisch stellt?" Das sind total eurozentrische Fragen, lernt er im Gespräch mit dem Maschinenethiker Oliver Bendel: "In asiatischen Ländern gebe man Robotern gerne eine Tiergestalt, so Bendel", das mache sie sympathischer. Kaffee, bitte!

Efeu - Die Kulturrundschau vom 06.12.2021 - Design

Sabine von Fischer spricht für die NZZ mit Daniel Grieder, der als Geschäftsführer von Tommy Hilfiger zu Hugo Boss gewechselt ist und die zuletzt stagnierende Marke re-aktivieren, verjüngen, dem Casual-Segment zuführen und auch für Frauen attraktiv machen will. Dafür setzt er auf Stretch und Nachhaltigkeit: "Ich trage casual, aber es sieht immer noch gut und gepflegt aus. Im Büro trage ich dann eher Anzug, aber mit Sneakers. Wenn Sie meinen Anzug heute anschauen, er sieht aus wie ein Anzug, nicht? Aber schauen Sie (er zieht am Stoff, der sich in etwa dreifache Länge dehnen lässt): total bequem, luftdurchlässig, knitterfrei, wasserabweisend - das ist der Anzug der Zukunft. Wir benutzen Stoffe aus der Sportbranche, deshalb können Sie mit diesem Anzug auch Rad fahren, bergsteigen, wandern, sogar schlafen. Darin können Sie alles machen, das ist der Anzug der Zukunft." Doch "wenn wir für den Planeten etwas Gutes tun wollen, brauchen wir eine Alternative zu Polyester. Das könnten Algen oder Pilze sein, jede Art von organischen Stoffen, an solchen Lösungen forschen wir."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 04.12.2021 - Design

Bei Sotheby's stehen weite Teile von Karl Lagerfelds Nachlass auf dem Programm - ein Angebot, durch das sich Jürg Zbinden für die NZZ mit großer Freude blättert: "Lagerfelds Geschmack war so schwer zu fassen wie hochflüchtiges Quecksilber. Er fand Gefallen an allem Möglichen und Unmöglichen, an zukunftsweisendem Design, an Antiquitäten." Künftig wohl Abstriche machen muss allerdings wohl Choupette, Karl Lagerfelds Katze: "Dass in der Auktion nun auch das einer Odaliske würdige Ruhekissen mit dem aufgestickten Spruch 'Ici, c'est la place de Choupette' zu barer Münze gemacht wird, ist nicht der Ex-Haushaltshilfe anzulasten. Schuld ist die Nüchternheit des hinter den Sotheby's-Auktionen stehenden Nachlassverwalters. Wer einmal aus dem Blechnapf frisst, gewöhnt sich daran." Droht dem schönen Tier etwa die Altersverwahrlosung? Choupettes Instagram-Account gibt Katzenfreunden Entwarnung.
Stichwörter: Lagerfeld, Karl, Instagram

Efeu - Die Kulturrundschau vom 01.12.2021 - Design

Im ZeitMagazin schreibt Maria Hunstig einen Nachruf auf den Modedesigner Virgil Abloh (weitere Nachrufe bereits hier und dort).
Stichwörter: Modedesign

Efeu - Die Kulturrundschau vom 30.11.2021 - Design

Mit dem Modedesigner Virgil Abloh ist "einer der einflussreichsten Kreativen seiner Zeit" gestorben, schreibt Adriano Sack in der Welt. Er war der erste Afroamerikaner an der Spitze von Louis Vuitton, war zugleich in der Popkultur zuhause, arbeitete eng mit Kanye West zusammen. Und er hat "die Welt verändert. ... Historisch waren die Mode, der Luxus, der Glamour fest in der Hand von reichen, weißen Menschen. Alle anderen waren Zuschauer oder Dekoration. An diesem Machtverhältnis wurde kräftig gerüttelt, und es scheint unwiederbringlich vorbei. Virgil Abloh war einer der wichtigsten, sichtbarsten und meistdiskutierten Akteure bei diesem Prozess." Sein Stil war die "Kulturtechnik des Allesverwertens", so "zeichnete ihn sein ungeheurer kultureller Appetit aus, mit dem er sich Popkultur und Hochkultur einverleibte."