Ugly Chic - die Lust am Hässlichen hat mal wieder eine ihrer Konjunkturen in der Modewelt,
beobachtet Isabelle Braun in der
NZZ. Stilnormen, Regeln von Eleganz und Proportion werden gezielt in tausend Scherben zerschlagen. Dieser Trend passt gut in die Zeit, findet sie: "Die Mode scheint aus den Fugen geraten, so wie die Welt." Die Mode ist dabei vor allem an einem interessiert: "
Umsatzsteigerung. Diese wird erreicht, indem man die Lautstärke hochpegelt und das Tempo anzieht. Ein hochwertiger Mantel, den man fünf Winter trägt? Nett, aber es braucht
Conversation Pieces, um Aufmerksamkeit, also kostenlose Werbung, zu bekommen. Das zu schaffen, ist immer schwieriger. Denn in den sozialen Netzwerken hat nur das, was
irritiert, das Potenzial zum sogenannten
Thumb Stopper, also zu dem Moment des Innehaltens, während man am Handy durch den unendlichen Bilderstrom scrollt. Früher erfand sich die Mode alle sechs Monate, immer zum Saisonwechsel, mehr oder weniger neu", doch "diesen Rhythmus hat das Internet mit seinem
Dauerdiskurs durcheinandergebracht."