Ein
Dauerthema bei
buchreport: Was soll bloß aus den
Vertretern werden, die zwei Mal im Jahr ausschwärmen, um gestressten Buchhändlern die neuen Bücher der Verlage aufzuschwätzen? Da die Vertreter von ihren Rundreisen immer weniger Bestellungen mitbringen, muss die
Bezahlung, wie buchreport
fordert,
neu geregelt werden (bislang werden Vertreter fast nur für Reise- und Anschlussaufträge honoriert). "Das klassische Vertretergespräch lohnt sich in vielen Fällen nicht mehr", räumt beispielsweise
Rowohlt-Marketingchef
Lutz Kettmann ein. Da die Margen für die Verlage immer schmaler werden, entsteht ein Problem, für das weder die Verlage noch buchreport eine Patentlösung bereit halten.
Nach monatelanger Verspätung forciert der
Börsenverein zusammen mit den neuen Dienstleistungstöchtern MPS Technologies und HGV Publishing Services (beide Holtzbrinck) das Vorzeigeprojekt "
Volltextsuche Online". Hintergrund des Temposchubs laut buchreport:
Holtzbrinck sei mit der eigenen Volltextsuche-Technologie "BookStore", die für Konzern- und Fremdverlage entwickelt wird, schon
weit fortgeschritten. Nachdem ein Prototyp deutschen, englischen und US-Verlegern präsentiert worden ist, werde im Juni eine Beta-Version online gehen. Somit stehe Holtzbrinck, verglichen mit anderen großen Verlagsgruppen, die ebenfalls an eigenen Volltext-Portalen arbeiten (Random House, Harper Collins, Simon & Schuster), in der Pole-Position. Das Börsenvereins-Projekt soll erst zur Frankfurter Buchmesse in einer Beta-Fassung vorstellt werden. Ein
Risiko bleibt jedoch für den Börsenverein: Verlage könnten eher mit der Dienstleistungstochter als der Verbandsmutter kooperieren. Außerdem steht die
Kooperation mit den großen
Suchmaschinen in den Sternen. Bis zur
Frankfurter Buchmesse werde Google die eigene Volltextsuche ausweiten - voraussichtlich erst vom "Labs"- ins "Beta"-Stadium überführen sowie später um den Vertrieb der digitalisierten Texte ergänzen.
Bei
Bertelsmann scheint nach dem angekündigten Rückkauf der 25-prozentigen Beteiligung von
Albert Frere alles in Butter. Börsengang vom Tisch, die Familie hat wieder das Sagen. buchreport
stellt jedoch mehrere
Fragen, die noch offen sind: Verliert Bertelsmann mit der Abspaltung der Musiksparte an Bedeutung? Gelingt es dem Konzern, die teuren Bankkredite durch
Anleihen abzulösen, obwohl sich das Rating verschlechtert hat? Und: Wer rückt
nach Gunter Thielen an die
Spitze - Arvato-Chef Hartmut Ostrowski oder doch Mohns Sohn Christoph?
Rund 50000 Pfund kassiert der britische Buchhandelsfilialist
WH Smith von den Verlagen, um ein neues Buch eine Woche lang in den Läden und Katalogen prominent zu platzieren. Die
Halsabschneider-Mentalität der britischen und US-amerikanischen Ketten ist zwar nicht neu, wird aber, nach den Beobachtungen der Dortmunder, von Medien immer häufiger thematisiert. Zuletzt hat die Sunday Times über den drohenden Ausverkauf des Literaturbetriebs auf der Insel
berichtet. Worüber deutsche Verleger nur staunen können, werde von den Briten und Amerikanern zähneknirschend hingenommen - "weil es keine Alternativen gibt." (Ganz so weit ist der deutsche Buchhandel von den englischen Verhältnissen jedoch nicht entfernt, denn auch hierzulande werden die Verleger angehalten, bei Amazon oder
Thalia und Co. deftige
Werbekostenzuschüsse zu zahlen. Bei
amazon.de kostete die vierwöchige Präsentation des verlagseigenen Schreibers als "Autor des Monats" schon vor Jahren rund 7500 Euro, für einen Themenartikel mussten Verlage 3500 Euro zahlen)
Weitere Meldungen: Die Verleger ziehen mit einem gemeinsam entwickelten
Vergütungsmodell in die Verhandlungen mit den
Übersetzern - demnach würden Bestsellerübersetzer weniger, Übersetzer von Nischentiteln jedoch mehr verdienen. Oldenbourg und Rowohlt verklagen mit dem Börsenverein die
VG Wort, die in diesem Jahr die Verlegeranteile an den Ausschüttungen gekürzt hatte.
Random House Audio legt ein eigenes Kinderprogramm vor.
Hier die Bestsellerlisten.