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281 Presseschau-Absätze - Seite 10 von 29

Die Buchmacher vom 05.06.2006 - buchreport.express



Ein Dauerthema bei buchreport: Was soll bloß aus den Vertretern werden, die zwei Mal im Jahr ausschwärmen, um gestressten Buchhändlern die neuen Bücher der Verlage aufzuschwätzen? Da die Vertreter von ihren Rundreisen immer weniger Bestellungen mitbringen, muss die Bezahlung, wie buchreport fordert, neu geregelt werden (bislang werden Vertreter fast nur für Reise- und Anschlussaufträge honoriert). "Das klassische Vertretergespräch lohnt sich in vielen Fällen nicht mehr", räumt beispielsweise Rowohlt-Marketingchef Lutz Kettmann ein. Da die Margen für die Verlage immer schmaler werden, entsteht ein Problem, für das weder die Verlage noch buchreport eine Patentlösung bereit halten.

Nach monatelanger Verspätung forciert der Börsenverein zusammen mit den neuen Dienstleistungstöchtern MPS Technologies und HGV Publishing Services (beide Holtzbrinck) das Vorzeigeprojekt "Volltextsuche Online". Hintergrund des Temposchubs laut buchreport: Holtzbrinck sei mit der eigenen Volltextsuche-Technologie "BookStore", die für Konzern- und Fremdverlage entwickelt wird, schon weit fortgeschritten. Nachdem ein Prototyp deutschen, englischen und US-Verlegern präsentiert worden ist, werde im Juni eine Beta-Version online gehen. Somit stehe Holtzbrinck, verglichen mit anderen großen Verlagsgruppen, die ebenfalls an eigenen Volltext-Portalen arbeiten (Random House, Harper Collins, Simon & Schuster), in der Pole-Position. Das Börsenvereins-Projekt soll erst zur Frankfurter Buchmesse in einer Beta-Fassung vorstellt werden. Ein Risiko bleibt jedoch für den Börsenverein: Verlage könnten eher mit der Dienstleistungstochter als der Verbandsmutter kooperieren. Außerdem steht die Kooperation mit den großen Suchmaschinen in den Sternen. Bis zur Frankfurter Buchmesse werde Google die eigene Volltextsuche ausweiten - voraussichtlich erst vom "Labs"- ins "Beta"-Stadium überführen sowie später um den Vertrieb der digitalisierten Texte ergänzen.

Bei Bertelsmann scheint nach dem angekündigten Rückkauf der 25-prozentigen Beteiligung von Albert Frere alles in Butter. Börsengang vom Tisch, die Familie hat wieder das Sagen. buchreport stellt jedoch mehrere Fragen, die noch offen sind: Verliert Bertelsmann mit der Abspaltung der Musiksparte an Bedeutung? Gelingt es dem Konzern, die teuren Bankkredite durch Anleihen abzulösen, obwohl sich das Rating verschlechtert hat? Und: Wer rückt nach Gunter Thielen an die Spitze - Arvato-Chef Hartmut Ostrowski oder doch Mohns Sohn Christoph?

Rund 50000 Pfund kassiert der britische Buchhandelsfilialist WH Smith von den Verlagen, um ein neues Buch eine Woche lang in den Läden und Katalogen prominent zu platzieren. Die Halsabschneider-Mentalität der britischen und US-amerikanischen Ketten ist zwar nicht neu, wird aber, nach den Beobachtungen der Dortmunder, von Medien immer häufiger thematisiert. Zuletzt hat die Sunday Times über den drohenden Ausverkauf des Literaturbetriebs auf der Insel berichtet. Worüber deutsche Verleger nur staunen können, werde von den Briten und Amerikanern zähneknirschend hingenommen - "weil es keine Alternativen gibt." (Ganz so weit ist der deutsche Buchhandel von den englischen Verhältnissen jedoch nicht entfernt, denn auch hierzulande werden die Verleger angehalten, bei Amazon oder Thalia und Co. deftige Werbekostenzuschüsse zu zahlen. Bei amazon.de kostete die vierwöchige Präsentation des verlagseigenen Schreibers als "Autor des Monats" schon vor Jahren rund 7500 Euro, für einen Themenartikel mussten Verlage 3500 Euro zahlen)

Weitere Meldungen: Die Verleger ziehen mit einem gemeinsam entwickelten Vergütungsmodell in die Verhandlungen mit den Übersetzern - demnach würden Bestsellerübersetzer weniger, Übersetzer von Nischentiteln jedoch mehr verdienen. Oldenbourg und Rowohlt verklagen mit dem Börsenverein die VG Wort, die in diesem Jahr die Verlegeranteile an den Ausschüttungen gekürzt hatte. Random House Audio legt ein eigenes Kinderprogramm vor. Hier die Bestsellerlisten.

Die Buchmacher vom 29.05.2006 - buchreport.express

Der alte Goethe musste für die Aufmacher-Überschrift "Über allen Gipfeln ist (Un-)Ruh" von buchreport herhalten. Bei den Berliner Buchhändlertagen (hier die Zusammenfassung von buchreport) hat die Hauptversammlung des Börsenvereins die weiteren Schritte der überfälligen Verbandsreform beschlossen: Die Abgeordnetenversammlung soll in ein Branchenparlament umfunktioniert werden, das sich den spartenübergreifenden Themen widmen soll. (Rückblick: Bei ihrer letzten Tagung hatte sich die Abgeordnetenversammlung gegen ihre Abschaffung und somit gegen den wichtigsten Bestandteil der Reform ausgesprochen - und das gesamte Procedere ausgebremst) Durch den Kompromissvorschlag wurden die Wogen geglättet, bilanziert buchreport. "Der Kongress tanzt", fasst Thomas Wilking die Stimmung in Berlin, "die wieder aktivierte Konsenskultur", zusammen. Auch in die Diskussion über die Finanzsituation des Verbands konnten die Funktionäre Ruhe bringen. Hauptgeschäftsführer Alexander Skipis will den Mitgliedern mit einem Fünf-Jahres-Plan Auswege aufzeigen und das Verhältnis zu den Wirtschaftstöchtern neu definieren - einen Verkauf schließt Skipis im Interview mit buchreport allerdings aus. (Weitere online zugängliche Artikel widmen sich den Sitzungen der Fachausschüsse sowie der Logistikumfrage der Zwischenbuchhändler)

Die monatelangen Gerüchte haben sich bestätigt. Der Börsenverein hat die Holtzbrinck-Töchter hgv publishing services und MPS Technologies (Tochter von Macmillan India) als Dienstleister für das verbandseigene Leuchtturmprojekt Volltextsuche Online (VTO) an Bord geholt - und mehr Fragen als Antworten aufs Tapet gebracht: Da die beiden Unternehmen auch die Holtzbrinck-Volltextsuche-Plattform BookStore koordinieren sollen, ist laut buchreport fraglich, ob die Verlage nicht in Zukunft lieber direkt mit Holtzbrinck statt dem Börsenverein zusammenarbeiten werden - dies wiederum würde die Titelkosten für die teilnehmenden VTO-Verlage erhöhen. Bei den Buchhändlertagen in Berlin bekräftigte Börsenvereins-Vorsteher Gottfried Honnefelder, dass VTO als Prototyp zur Frankfurter Buchmesse vorgestellt werde, und bezifferte die Kosten auf "unter einer Million Euro". Hinter den Kulissen des Verbands, berichtet buchreport, sei jedoch klar, dass der Zeitplan kaum einzuhalten ist.

"Mehr Feinde als Freunde" hat der Börsenverein laut buchreport derzeit unter Berliner Politikern. Die Stellungnahme des Bundesrats zur zweiten Reformstufe des Urheberrechts (die beste Berichterstattung im Internet liefert Heise) sei zwar nicht so verlegerfeindlich wie der Regierungsentwurf, bringe die Branche jedoch in die Bredouille. Dies gelte besonders für den Passus zum Zweitverwertungsrecht von Forschungsartikeln (§ 38): Beiträge zu Forschungen, die mit öffentlichen Mitteln finanziert wurden, dürfen sechs Monate nach der Erstveröffentlichung in einer Fachzeitschrift vom Autor (z.B. im Internet) zweitveröffentlicht werden. Die, so buchreport, "größte Kröte, die Verleger möglicherweise künftig schlucken müssen: Autoren könnten von den Kultusministern per Dienstverpflichtung gezwungen werden, der Zweitveröffentlichung zuzustimmen." Das Nachsehen hätten dann die Verleger der Fachzeitschriften.

Amazon hat sich in den USA in die Karten schauen lassen, was aus dem 2005 übernommenen Print-on-Demand-Dienstleister BookSurge werden soll. Künftig können Autoren und Verlage Titel auf Abruf drucken und ausliefern lassen. Durch das Angebot wolle sich Amazon von der Backlist-Pflege der Verlage (Amazon erwirtschaftet schätzungsweise 40 bis 50 Prozent mit älteren Titeln; hier der wegweisende Artikel von Wired zum "Long Tail") unabhängig machen, Lagerkosten senken und eine neue Vertriebsschiene für die im Rahmen des Programms "Search Inside!" digitalisierten Bücher aufbauen, vermutet buchreport.

Weitere Meldungen: Die Börsenvereins-Tochter Factoring Gesellschaft Media hat den eigenen Verlust durch die Pleite des Kölner Billigbuchhändlers Zanolli auf rund 1,5 Million Euro beziffert. Die Mayersche übernimmt den Gummersbacher Buchhändler Osberghaus. Das schweizerische Bundesamt für Justiz und die Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK) hat das geplante helvetische Preisbindungsgesetz auf Eis gelegt.

Die Buchmacher vom 22.05.2006 - buchreport.express

In der vergangenen Woche hat buchreport Skepsis walten lassen. Nachdem die Pläne der Frankfurter Buchmesse in London geplatzt sind, finden die Dortmunder klare Worte: "Leichtsinnig, fahrlässig, unprofessionell, zumindest aber naiv" sei die Vorgehensweise von Juergen Boos gewesen. Dass der Messechef seine Niederlage am Ende wie einen Sieg gefeiert hat (O-Ton: "Die Verlage und Aussteller werden nun genau das bekommen, was sie eingefordert haben: Eine Buchmesse an einem zentralen Standort zu hoffentlich günstigeren Preisen") - mit diesem Fauxpas geht buchreport jedoch schonend um: Boos habe sich ungeachtet der bitteren Niederlage "altruistisch" gegeben. "Bis auf der verbrannten Erde wieder blühende Felder zu bewundern sind", schlussfolgert der ungenannte Autor, "dürfte einige Zeit ins Land gehen."

"Baustelle zu besichtigen", lautet die Überschrift zu einem fünfseitigen Artikel, in dem die Redakteure im Vorfeld der Buchhändlertage (am Dienstag und Mittwoch, 23., 24. Mai) die Finger in die Wunden des Börsenvereins legen: Verbandsreform gescheitert, Finanzplanung in der Krise, Vorzeigeprojekte ("Volltextsuche Online") zum Scheitern verurteilt. Trotz der maroden Stellen wollen sich nur vergleichsweise wenige Mitglieder den Bauhelm in Berlin aufziehen: Mit 597 Anmeldungen liege die Zahl der Teilnehmer um 100 unter dem Vorjahr. Im Interview schildert Connie Verberne, Direktorin des niederländischen Branchenverbands KVB, wie eine gelungene Verbandsreform aussehen kann: Die Wirtschaftstöchter wurden verkauft, damit sich die KVB auf die Lobbyarbeit sowie ihre Kernkompetenz (statistische Untersuchung der Buchbranche) konzentrieren kann.

Schon einmal haben Gert Frederking und Monika Thaler ihren Verlag verkauft - und ihn 2002 wieder zurückgekauft. Doch statt einem Konzern wie damals Bertelsmann den Zuschlag zu geben, soll nun der Christian Verlag endgültig das verlegerische Erbe der Münchner fortführen. "Vorsorge zur rechten Zeit", lobt der buchreport. Die Christian-Chefs Johannes Heyne und Martin Dort sind seit Jahren auf Expansionskurs. 2003 beteiligte sich das Duo mit 50 Prozent am Area Verlag. Im gleichen Jahr gehörte es zum Kreis derjenigen, die sich für die Übernahme von Ullstein Econ List interessierten. Am Ende bekam jedoch Bonnier (u.a. Piper, Carlsen) den Zuschlag.

Die Gespräche zwischen Google und dem Börsenverein im Streit um die Digitalisierung von Büchern (hier mehr) sind ergebnislos vertagt worden. Derweil haben der Verband und die Wissenschaftliche Buchgesellschaft als einer der vier Verlage, die im April eine Abmahnung an Google geschickt haben, beim Landgericht Hamburg eine einstweilige Verfügung (hier die Antragsschrift) beantragt - unter Androhung eines Ordnungsgeldes von bis zu 250000 Euro oder einer Ordnungshaft, die am Google-CEO Eric Schmidt sowie dem Deutschland-Chef der Suchmaschine Holger Meyer zu vollziehen ist. Die mündliche Verhandlung ist für den 28. Juni angesetzt. Die Anwaltskosten für das Musterverfahren will der Börsenverein übernehmen.

Weitere Meldungen: Nach SZ und Co. will auch der Spiegel im August eine Bücheredition auf den Markt bringen: 40 erfolgreiche Sach- und Belletristikbücher der letzten Jahrzehnte. Die Bild bringt im September aus den Substanzen des Bertelsmann Lexikon Instituts eine "Wissensbibliothek" auf den Markt. Der Billigbuchhändler Elbe Team ist am Ende: Die 34 Filialen wurden vom Insolvenzverwalter geschlossen, für den Onlineableger wird noch ein Käufer gesucht. Ex-Libro-Boss Andre Rettberg (wir erinnern uns: Der Ex-"Manager des Jahres", der die Preisbindung aushebeln wollte) muss ins Gefängnis. Und hier die Bestsellerlisten.

Die Buchmacher vom 15.05.2006 - buchreport.express

Der buchreport macht sich Sorgen, dass sich die Frankfurter Buchmesse an ihren Expansionsplänen in London verheben könnte (hier der Link zum Artikel). Juergen Boos - als Messechef erst seit 2005 - müsse nicht nur innerhalb von einem Jahr die Konkurrenz zur London Book Fair (LBF) aus dem Boden stampfen, sondern parallel auch am Profil der Frankfurter Messe feilen. Schon 2001 sei der Versuch, eine eigene Lizenzmesse in New York zu etablieren, kläglich gescheitert. Im Interview mit den Dortmundern zeigt sich der herausgeforderte LBF-Messedirektor Alistair Burtenshaw "überrascht, verblüfft und irritiert". Die Nachricht aus Frankfurt sei "aus heiterem Hummel" gekommen, zu einem Zeitpunkt, da 80 Prozent der Fläche für 2007 schon vergeben gewesen sei. Siedler-Verlagsleiter Thomas Rathnow wagt die kühne Prognose, dass die LBF-Mutter Reed Exhibitions nun eine Messe in München aufziehen könnte. (Update: Inzwischen hat die London Book Fair zum Gegenangriff angesetzt und ihren Umzug zum Earls Court bekanntgegeben - zu der Location, wo die Frankfurter eigentlich ihre Konkurrenzveranstaltung abhalten wollten. Jetzt fragt sich: Wessen Mietverträge sind gültig?)

"Wo kommen die Millionen her?", fragt buchreport mit Blick auf den jüngst entdeckten und seitdem heiß diskutierten " Cash-Pool" des Börsenvereins. Von den 16 Millionen Euro gehöre der Großteil den Wirtschaftstöchtern des Verbands und diene daher nicht der Sanierung des finanziell angeschlagenen Vereins. Doch selbst mit den Millionen im Rücken seien die Finanzlöcher (Tilgung des Kredits für das Leipziger Haus des Buches, Verzeichnis lieferbarer Bücher, Volltextsuche Online, möglicherweise ein Musterprozess gegen Google sowie eine Verfassungsklage gegen den "Zweiten Korb" des Urheberrechts) kaum zu stopfen. Im Kommentar empfiehlt Daniel Lenz: Nur ein professionelles Controlling könne dem derzeit zur Hybris neigenden Verband die Zügel der Vernunft anlegen.

In der Buchbranche wird Thalia gerne als übermächtiger Teufel an die Wand gemalt. buchreport stutzt dem Diabolus die Hörner: Flächenbereinigt seien die Hagener seit Oktober 2005 nur um 1,6 Prozent - und somit langsamer als der Branchenschnitt - gewachsen. Das enorme Expansionstempo hinterlasse Spuren. So müssten neu eröffnete Filialen erst auf Touren kommen; außerdem müsse der Umsatzkuchen unter immer mehr großen Wettbewerbern aufgeteilt werden.

Jeweils rund 70 Prozent ihrer Comic-Umsätze spielen Carlsen und Egmont mit Mangas ein; in Deutschland liegt das Manga-Marktvolumen bei mindestens 50 Millionen Euro. Doch nach dem rasanten Aufstieg der von hinten nach vorne gelesenen Bilderheftchen flachen die Wachstumskurven allmählich ab. Die Egmont-Programmmacher warnen vor der "Gefahr der Übersättigung" als Folge des großen Titelausstoßes (rund 1000 Neuerscheinungen pro Jahr). Carlsen glaubt weiterhin an ein Wachstum (hier ein Interview mit Manga-Chef Kai-Steffen Schwarz). Das zentrale Nadelöhr bleibt der Buchhandel.

Weitere Meldungen: Die Buch Basel will sich als dritte große Messe im deutschsprachigen Raum neben Frankfurt und Leipzig etablieren. Amazon tritt nach dreijähriger Abstinenz wieder in den Bundesverband der Versandbuchhändler ein. Booklooker und die Zeit starten einen Marktplatz für gebrauchte Bücher. Verleger können ihre Daten nun selbst im Verzeichnis lieferbarer Bücher pflegen. Die Gewerkschaft ver.di hat mit den Berliner Buchhändlern und Verlegern einen Tarifabschluss (1,9 Prozent mehr Lohn) erzielt. Die Ernst Klett AG zieht nach einem Umsatzplus von 6 Prozent im vergangenen Jahr (auf 352 Millionen Euro) wieder an Cornelsen vorbei und liegt auf Platz zwei im Ranking der 100 größten Verlage. Die Pläne der BBC, sämtliche Sendungen seit 1937 ins Netz zu stellen, läuten das Ende des herkömmlichen Rundfunks ein (hier mehr zum Thema). Und hier die Bestsellerlisten.

Die Buchmacher vom 08.05.2006 - buchreport.express

Das Jugendbuch gehört laut buchreport zu den Warengruppen mit den höchsten Zuwachsraten. Auf der Suche nach Erklärungen für den Positivtrend verweist buchreport auf den PISA-Schock, den Verlage wie Knesebeck, Bloomsbury und Oetinger als Steilvorlage benutzt hätten, um ihre Kinder-Sachbuchprogramme auszuweiten. Ob aus dem Trend jedoch ein Boom wird wie seinerzeit im Bereich der Fantasy durch "Harry Potter", ist unter den Programm-Machern umstritten.

Erwartungsgemäß hat Google darauf verzichtet, die von mehreren Verlagen eingereichten Unterlassungserklärungen zu unterzeichnen und Bücher nicht mehr ungefragt in Bibliotheken zu scannen. Jetzt läuft alles auf ein Klageverfahren hinaus, bei dem mit einem rechtskräftigen Urteil nicht vor 2009 zu rechnen ist. Mitte Mai setzen sich die Kontrahenten von Google und dem Börsenverein an einen Tisch. Dann soll der für die Digitalisierung in Europa verantwortliche Projektmanager Jens Redmer (hier der Eintrag bei OpenBC) erklären, ob Google beim Digitalisierungsprojekt des Börsenvereins "Volltextsuche Online" (VTO) kooperiert. Da die Großwetterlage durch die aufziehenden juristischen Wolken jedoch ungünstig und die Realisierung von VTO außerdem fragwürdig ist, scheint eine Annäherung unwahrscheinlich. 

Nach monatelangen Verhandlungen haben sich Arbeitgeber und ver.di in der Tarifrunde in Bayern geeinigt: die 24000 Angestellten aus Verlagen und Buchhandlungen erhalten ab 1. Oktober 1,2 Prozent mehr Lohn, außerdem wird der von den Arbeitgebern aufgekündigte Manteltarifvertrag bis 31. März 2007 fortgeführt. Jetzt stehen die Verhandlungsparteien in Berlin unter Zugzwang, wo der nächste und vielleicht letzte Termin für Dienstag, 9. Mai, anberaumt wurde.

Der durch die Zeitungseditionen ausgelöste Sinkflug der Preise ist gestoppt. Im ersten Quartal des Jahres hat der Durchschnittspreis stagniert. Heben die Verleger die Preise jetzt, da die meisten Editionen auslaufen, wieder an? "Unstrittig" sei die Notwendigkeit höherer Preise, berichtet Fischer-Vertriebschef Uwe Rosenfeld. Diese seien jedoch nur durch Ausstattungsvarianten durchzusetzen. Schöffling-Vertriebsleiter Rainer Vollmar regt sich über die Kollegen auf, die 700-seitige Übersetzungen für 19,90 Euro anbieten- Bücher, die früher jedoch 49,80 DM gekostet hätten. 

Die Zeit des kollektiven Lamento im Buchhandel ist vorbei: Seit zwölf Monaten in Folge weist der buchreport-Umsatztrend für den Sortimentsbuchhandel Zuwächse auf. Kumuliert beträgt das Plus für 2006 rund 2,5 Prozent.

Weitere Meldungen: Mehr Umsatz, weniger Gewinn: Amazon hat mit Problemen zu kämpfen: Besonders der gerade eröffnete eBay-Neuwarenshop express könnte beim Unternehmen aus Seattle Umsatz abziehen. Random House legt die juristische Fehde mit der Zanolli Vertriebsgesellschaft bei. Erstmals hat sich ein Buch der Digitaldrucker Books on Demand auf der Bestsellerliste platziert. Hier die Bestsellerlisten.

Die Buchmacher vom 01.05.2006 - buchreport.express

Dass der Bertelsmann-Patriarch Reinhard Mohn einen Börsengang "so wenig mag wie der Teufel das Weihwasser", ist laut buchreport "hinlänglich bekannt". Nachdem der belgische Stahlbaron Albert Frere angekündigt hat, seine Anteile am Bertelsmann-Kapital (25,1 Prozent) an die Börse bringen zu wollen, stellt sich die Frage, wie Mohn reagieren könnte. Als einzigen Ausweg nennt buchreport den Rückkauf der Frereschen Anteile, die zwischen 4 und 5 Milliarden Euro wert seien. Da Zinsen und Tilgung bei einer Kreditaufnahme den Medienkonzern "lähmen" würden, rechnet buchreport mit einem Verkauf der Musiksparte, der Anteile an Gruner + Jahr und der Direct Group. Mohn, schlussfolgert Bodo Harenberg, werde den Tag verwünschen, an dem ihn der damalige Vorstandsvorsitzende Thomas Middelhoff überredete, die Bertelsmann- gegen RTL-Anteile zu tauschen.

Noch nie hat die Buchbranche an so vielen Schauplätzen juristisch um kardinale Fragen zu ihrer Zukunft gekämpft. Der Fehdehandschuh, den Verlage und Börsenverein den Googlianern wegen der umstrittenen Digitalisierung in Bibliotheken vor die Füße geworfen haben (siehe Buchmacher der vergangenen Woche), ist nach der Übersicht von buchreport nur eine der Baustellen - da Google die Unterlassungserklärung vermutlich nicht unterzeichnen wird, läuft alles auf ein Musterverfahren hinaus, wie in den USA vom Verlegerverband AAP angestrengt. Hinzu kommen die sich anbahnende Verfassungsbeschwerde gegen den "Zweiten Korb" des neuen Urheberrechts, die Auseinandersetzung um den Dokumenteversand Subito sowie die aussichtslose Jagd auf Internetpiraten. Trotz der hohen Kosten, die auf den finanziell gebeutelten Verband zukommen, glaubt Suhrkamp-Geschäftsführer Philip Roeder (der zu den Google-Abmahnern gehört) nicht daran, dass sich der Verband übernimmt. Eher sei die verbandseigene Volltextsuche-Plattform ein finanzielles Risiko (hier mehr zum Thema).

Kluge Köpfe, wohlwollende Zeitungsartikel, aber wenig Umsatz im Sortiment, lautet einmal mehr das Fazit von buchreport zum "Welttag des Buches". Im Kommentar fordert Thomas Wilking, den Journalisten beim nächsten Mal "mehr sinnstiftende Inhalte" (zur Branche oder zum Leseverhalten) anzubieten - "damit der Welttag des Buches nicht nach 24 Stunden wieder vergessen ist."

Weitere Meldungen: Auf dem Taschenbuchmarkt gab es im vergangenen Jahr mehr Neuerscheinungen zu durchschnittlich niedrigeren Preisen. Der Süddeutsche Verlag meldet für seine Fachbuchsparte (Hüthig Jehle Rehm und Hüthig Buchverlage) erste Sanierungserfolge. Nach Amazon und buch.de steigt jetzt auch der Bertelsmann Club in den Verleih von DVDs ein, nach dem Vorbild der französischen Konzernschwester France Loisirs. Volker Neumann, Ex-Chef der Frankfurter Buchmesse, hat einen neuen Job: An der Seite von Christian Strasser ("Das Zeitalter der Visionäre ist vorbei") sitzt Neumann künftig in der Geschäftsführung von Pendo. Und hier die aktuellen Bestsellerlisten.

Aperçu am Rande: In der Miniglossen-Rubrik "Postskriptum" antwortet Emil Echo auf die jüngste Selbsteinschätzung von Bild-Kolumnist Franz Josef Wagner ("Der Unterschied zwischen Goethe und mir ist, dass Goethe zwar jeden Tag schrieb, aber nicht jeden Tag veröffentlichte") - angeblich mit der Zunge von Wilhelm Busch: "Wenn einer, der täglich wie wild / Kolumnen produziert für Bild / schon glaubt, dass er Goethe wär', / so irrt sich der."

Die Buchmacher vom 24.04.2006 - buchreport.express

Nicht nur in Frankreich, wo kaum ein Non-Fiction-Titel im vergangenen Jahr auf der totalen Jahresbestsellerliste stand, sondern auch in Deutschland kriselt das Sachbuch. Nach buchreport-Recherche sind die Umsätze des Sachbuchsegments im Sortimentsbuchhandel 2005 um 5,6 Prozent zurückgegangen. Im ersten Quartal, schreibt das Fachmagazin, habe sich der Trend mit -4 Prozent fortgesetzt. Zur Erklärung der Sachbuch-Baisse hat buchreport bei TNS emnid eine Umfrage in Auftrag gegeben: "Welches Medium bevorzugen Sie, wenn Sie sich umfassend über ein bestimmtes Thema informieren möchten?" Ergebnis: Besonders Zeitschriften (39 Prozent) und das Internet (34 Prozent) stehen gegenüber dem Sachbuch (23 Prozent) hoch im Kurs. Bei den Unter-30-Jährigen liegt das Internet mit 66 Prozent sogar ganz vorne.


Auf der Jagd nach lukrativen Stoffen für ihre Editionen nehmen die Presseverlage zunehmend Kinder- und Jugendbücher ins Visier. Nach der Zeit (Kinder-Edition: 15 Bände, 15000 Gesamtreihen verkauft), Süddeutschen Zeitung ("Junge Bibliothek", 50 Bände, 1,8 Million Einzelexemplare) und Gruner + Jahr ("GEOlino", 20 Bände, 1 Million Einzelexemplare) hat der Berliner Tagesspiegel eine zwölfbändige "Kindermärchen-Kollektion" gestartet: inklusive Text- und Hörbuchfassungen für schlappe 55 Euro. Die Preis-Erklärung des Verlags leuchtet ein: In Berlin sei einerseits die Preissensibilität hoch (will heißen: Keiner hat Kohle), andererseits gebe es viele junge Familien. Kinderbuchhändlerin Gabriele Hoffmann klagt im Gespräch mit buchreport: "Die Niedrigpreise machen die guten Bücher kaputt."


Mit großem Engagement hat der Börsenverein eine Gala zum "Welttag des Buches" (23. April) auf die Beine gestellt und zumindest beim Promi-Faktor reüssiert (Iris Berben ist diesmal die Protagonistin der "Leseköpfe"-Kampagne, hier auf dem Plakat mit dem Berliner Fotografen Andre Rival zu sehen). Doch laut buchreport sind die Bemühungen des Verbandes nur "kleine Lichter" - im Unterschied zum Ausland, wo der Todestag von Shakespeare und Cervantes regelmäßig Umsatzfeuerwerke im Sortiment entzünde. Nur ein Viertel der Buchhändler unterstütze hierzulande die Aktion; der Etat des Verbands für den "Welttag" sei rückläufig. Im Interview bleibt Börsenvereins-Sprecherin Anja zum Hingst optimistisch, dass sich das Konzept mittelfristig durchsetzen wird.


In der Karwoche hat der Umsatz im Buchhandel um 13 Prozent zugelegt - was laut buchreport kein Anlass zum Jubeln ist: Rechne man die kalendarischen Sondereffekte heraus, bleibe ein Miniplus von 1,3 Prozent, das durch "Hasenhans und Hasengretchen" eingespielt worden sei.


Weitere Meldungen: Der Börsenverein hat angekündigt, Google wegen der ungefragten Digitalisierung von deutschsprachigen Büchern in englischen und amerikanischen Bibliotheken abzumahnen - und vielleicht zu verklagen. Der Preisverfall von DVDs wirkt sich negativ auf den Buchhandel aus, weil die Sortimenter mit ihrem (meist spärlichen) Filmangebot kaum mit den Ramschern von Saturn & Co. mithalten können. Die "Narnia"-Verfilmung beschert Ueberreuter und Brendow Rekordumsätze. Schließlich hier die aktuellen Bestsellerlisten.

Die Buchmacher vom 17.04.2006 - buchreport.express

Trotz der Erfolge von Daniel Kehlmann und Co. lassen sich die Dortmunder nicht vom Neue-deutsche-Literatur-Fieber anstecken. Monate, nachdem besonders Volker Weidermann in der FAS die Renaissance der deutschen Literaten auf der Weltbühne gefeiert hat, bezeichnet buchreport diese nüchtern als "Hoffnungsträger". Denn in den letzten zehn Jahren sei der Anteil der Übersetzungen weiter angestiegen: "Von den 20 Romanen, die der Spiegel wöchentlich veröffentlicht, kamen vor zehn Jahren 80 Prozent aus anderen Sprachen, in der aktuellen Liste sind es sogar 85 Prozent." Von den 50 bestplatzierten Romanen seien 82 Prozent von fremdsprachigen Autoren geschrieben, von den 100 erfolgreichsten Titeln 84 Prozent ins Deutsche übersetzt worden.

buchreport hat im Vorfeld von Ostern in die gestressten Seelen von Buchhändlern aus 16 Bundesländern geblickt, die auch in diesem Jahr allesamt "kein Ei im Nest liegen lassen" möchten und auf die bewährten Osterklassiker setzen. Tenor der Umfrage: Die Sortimenter sind zuversichtlich, besonders mit Kinderbüchern, Belletristik und Hörbüchern überdurchschnittliche Umsätze zu erzielen - 2005 lag der Zuwachs im Vergeleich zum Vorjahr bei 42,4 Prozent.

Eine "leise Revolution" sieht buchreport auf die Buchbranche zukommen, wenn ab 1. Januar 2007 die ISB-Nummern um 3 Stellen auf 13 Stellen erweitert werden. Wegen der Flut von neuen Publikationsformen wie E-Books oder Internet-Veröffentlichungen muss die Nummerierungskapazität erweitert werden. Obwohl die Umstellung jeden Bereich des Betriebs betrifft, interessieren sich nur wenige dafür - nach dem Motto: Die beim Börsenverein angesiedelte ISBN-Agentur wird's schon richten. Vorteil der Plus-3-Nummern: Der Bestellverkehr wird besonders in Multi-Media-Handlungen vereinfacht, weil die neuen Ziffernketten an das EAN-System angepasst werden, die z.B. auf CDs und DVDs aufgedruckt sind.

Weitere Meldungen: Erneut attestiert buchreport den Zeitungshäusern, nach der Welle der Bucheditionen nur mit veränderten Geschäftsmodellen reüssieren zu können. Die Deutsche Grammophon Literatur hat durchblicken lassen, ein Downloadportal unter dem Dach der Konzernmutter Universal starten zu wollen. Der Onlinehändler Libri.de bietet neuerdings einen Podcast (hier der erste Teil zum Download) an und folgt somit den Spuren von literaturcafe/dtv (literaturcafe.de hat gerade den ersten Deutschen Podcast Award gewonnen) und audible.de/Rowohlt (hier der buchreport-Artikel).

Die Buchmacher vom 10.04.2006 - buchreport.express

"Kein Grund zum Jubeln, aber doch erfreulich", lautet das Fazit, mit dem buchreport den Umsatz des Buchhandels im ersten Quartal ausgewertet hat. Demnach endeten die ersten drei Monate des Jahres "vor allem wegen der guten Ergebnisse im Januar (+5,4 Prozent) und im Februar (+2,1 Prozent) mit einem Plus von 2,6 Prozent." Für den März hat buchreport ein knappes Plus von 0,5 Prozent errechnet. Grund zur Freude haben allerdings nur wenige. "Die aggressive Expansion von Branchenführer Thalia", so buchreport, "bringt den Standortbuchhandel mit den wöchentlichen Meldungen neuer Großflächenansiedlungen in vielen Städten in Bedrängnis."

Gesagt, getan: Thalia will sich zur nationalen Dachmarke aufbauen und benennt die zum Jahresanfang erworbenen Gondrom-Filialen um. "Mittelfristig werden alle Filialen umbenannt", verrät Thalia-Chef Michael Busch im Gespräch mit buchreport. Als Konsequenz der Thalia-Expansion deutet buchreport die Aufgabe der Magdeburger Erich Weinert Buchhandlung. Im Zuge der Flächenerweiterung von Thalia.de im Allee-Center habe sich Inhaber Ernst Angerer entschlossen, seine Buchhandlung nicht erst in ein paar Jahren, sondern schon Ende Juni zu schließen.

Der Verband deutscher Schriftsteller will sich erst im Sommer entscheiden, welche Strategie er im Streit mit den Verlagen um die Vergütung von Sach- und Kinderbuchautoren wählen wird. VS-Bundesvorsitzender Imre Török will zwar juristische Schritte vermeiden, schließt diese aber nicht aus - den Verlegern droht ein zweiter Kampfplatz, nachdem Übersetzer seit Monaten höhere Honorare auf dem Klageweg erstreiten.

"Open Access
" bleibt die zentrale Herausforderung der Fachverlage. Im Vorfeld der internationalen Konferenz APE 2006 über "Wissenschaftliches Verlegen in Europa" hat buchreport eine aktuelle Studie der Europäischen Kommission zum Markt der STM-Verleger (Science, Technology, Medicine) studiert (hier das pdf). Darin sprechen sich die Kommissare für einen freien Zugang zu Forschungsergebnissen aus, die durch die öffentliche Hand gefördert wurden. Außerdem sollen die Übernahmewünsche großer Verlage künftig schärfer kontrolliert werden.

Weitere Meldungen: Weil Abebooks, weltweit größter Marktplatz für gebrauchte Bücher, künftig das Kreditkartengeschäft selbst für die angeschlossenen Antiquare abwickeln will, protestieren Schweizer Antiquare gegen die daraus folgende Gebührenerhöhung. Michael Schön, Chef der Börsenvereins-Tochter Marketing und Verlagsservice GmbH steht zwar noch bis Jahresende unter Vertrag, hat sich aber schon verabschiedet - und verschärft nach buchreport-Einschätzung die Krise des Verbands.

Die Buchmacher vom 03.04.2006 - buchreport.express

Jährlich aktualisiert der buchreport seine Liste der 100 größten Buchverlage in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Für das vergangene Jahr diagnostiziert die Fachzeitschrift einen überraschenden Umsatzanstieg der Top-100 um 2,4 Prozent. Dabei ergebe sich jedoch eine "Spreizung mit höchst unterschiedlichen Einzelentwicklungen" - ein Drittel der Verlage vermeldeten Umsatzverluste. Im Publikumsbereich gehören Belletristik und Kinderbuch zu den Gewinnern, während Ratgeber weiterhin kriselten. An der Spitze hat sich wenig verändert: Springer Science + Business Media führt vor Cornelsen und Klett. (Die komplette Analyse der größten Verlage ist im buchreport.magazin April nachzulesen. Hier das Inhaltsverzeichnis.

Die Novelle des Urheberrechts (sogeannter "Zweiter Korb") beunruhigt die Verleger. Besonders der Plan, dass Bibliotheken urheberrechtlich geschützte Werke an beliebig vielen Lesegeräten zugänglich machen dürfen, sorgt für Turbulenzen. Die Chancen, dass der Kelch an den Verlagen doch noch vorüber geht, sind laut buchreport-Recherche schlecht. Im Kommentar warnt buchreport-Chefredakteur Markus Elsen angesichts der Regierungsentwürfe zum Urheberrecht wortspielerisch vor dem "Ausverkauf der ideellen Werte". Die Justiziare der Verlage sind wegen eines weiteren Urheberrechtsthemas in Alarmstimmung. Das Gesetz zur Verbesserung von Rechten des geistigen Eigentums schlägt hohe Wellen, weil der darin verankerte Auskunftsanspruch gegen Provider als unzureichend erachtet wird. Folge: Die auf Hörbuch- oder E-Book-Tauschbörsen aktiven Piraten können unbehelligt davonsegeln.

Nach Gottfried Honnefelders unfreiwilliger Demission und dem Dienstantritt des Ex-Rowohlt-Taschenbuchchefs Marcel Hartges räumen Lektor Christian Döring, Vertriebsleiter Urban van Melis und Maria Platte (Leiterin Kunstprogramm) ihre Schreibtische bei DuMont. Vergangen die Zeit, in der Filmemmacher Jörg Adolf den Schriftsteller John von Düffel und die Kölner in bester Laune vor der Kamera zeigen konnte.

Weitere Meldungen: Zenodot legt die Wikipedia-Print-Enzyklopädie auf Eis, während Brockhaus mit dem Verkauf der hauseigenen Enzyklopädie (21. Auflage) zufrieden ist. US-Buchketten Barnes & Noble und Borders bauen ihre Marktdominanz aus und haben, so die buchreport-Terminologie, den "Würgegriff noch einmal verstärkt". Beim Streit um Übersetzerhonorare bahnt sich eine Mediation an, die der frühere Leiter der Abteilung für Wirtschaftsrecht im Bundesjustizministerium, Elmar Hucko, leiten könnte. Im monatlich erscheinenden buchreport.magazin wirft das Fachblatt außerdem einen Blick hinter die Kulissen der Hamburger Google-Deutschland-Zentrale (Hier der Artikel).