Außer Atem: Das Berlinale Blog
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Außer Atem: Das Berlinale Blog 12.02.2017
Philippe Van Leeuws "Insyriated" ist ein Kammerspiel in Damaskus. Schauplatz ist die Wohnung der Familie Yazan. Nur zweimal wagt sich die Kamera in den Hausflur. Sonst bleibt sie in der Wohnung, deren Vorhänge geschlossen sind. Von Anja Seeliger
Außer Atem: Das Berlinale Blog 12.02.2017 Eine Cutterin schaltet das Handy ab und will lieber nicht bei den Nachrichten arbeiten. Ceylan Özçeliks Film ist ein klares Statement gegen das Schwinden der Wahrheit und der Erinnerung. Von Thekla Dannenberg
Außer Atem: Das Berlinale Blog 11.02.2017 Die Geduld der Welt und der Zusammenhang zwischen Filmmaterial und Katzenfell. René Frölkes "Aus einem Jahr der Nichtereignisse" feiert aquarellartiges Licht und beobachtet die Sturheit eines alten Bauern.
Von Lukas Foerster
Außer Atem: Das Berlinale Blog 11.02.2017
In Tschiatura, einer Stadt in den Bergen Westgeorgiens, wurde bis in die neunziger Jahre Mangan abgebaut. Vor dem Ersten Weltkrieg, als die Minen zumeist deutschen Firmen wie der Oberhausener Gutehoffnungshütte, der Friedrich Krupp AG, dem Schalker Gruben- und Hüttenverein, der Gelsenkirchener Bergwerks-Aktien-Gesellschaft und dem Hamburger Kaukasische Grubenverein gehörten, betrug der Anteil Tschiaturas am Manganaufkommen der Welt fast 40 Prozent. Inzwischen sind die Minen erschöpft. Das weiß ich aus der Wikipedia, Rati Onelis Doku über Tschiatura, "City of the Sun", erzählt es nicht. Mit Fakten hat es der Film leider nicht so, er setzt mehr auf Atmosphäre. Die erzählt einem aber auch einiges. Von Anja Seeliger
Außer Atem: Das Berlinale Blog 11.02.2017 Aufatmen, Kosslick: Nach Ildikó Enyedis Wettbewerbsfilm "On Body and Soul" ist "Django" verziehen. Im Forum öffnet sich eine Tür ins magische Haus - und offenbart nichts als lauter fantastische Nicht-Ereignisse. Beim "Tiger Girl" gehen alle in Deckung. Rüdiger Suchsland sucht derweil die große Retrospektive zu 100 Jahre UFA - und findet bloß Science Fiction. Die Presseschau. Von Thomas Groh
Außer Atem: Das Berlinale Blog 11.02.2017
Diese Geschichte ist schnell erzählt: Ein Familienvater verliert Frau und Kind, weil er nachts Pferde stiehlt. Nicht um sie zu verkaufen, sondern um sie zu reiten. Das ist selbst im Kirgisistan des 21. Jahrhunderts nicht zu akzeptieren: Vor schneebedeckten Wipfeln wird die Hauptfigur zur Beute von neuen Kapitalisten, neuen Islamisten und traditionellen Richtern, die ihm zur Strafe eine Reise nach Mekka aufbrummen, um ihn nicht ins Gefängnis werfen zu müssen. Von Anja Seeliger
Außer Atem: Das Berlinale Blog 11.02.2017 Männer am Strand: "El mar nos mira de lejos" raunt viel beim Beobachten des rieselnden Sandes. Tartesso, wie bist Du doch ferne.
Von Thomas Groh
Außer Atem: Das Berlinale Blog 11.02.2017 Wie Felicité das Geld für eine Operation ihres Sohns aufzutreiben versucht, das sie in dieser unverschämten Höhe natürlich nicht hat, gehört zu den traurigsten Geschichten, die jemals auf der Berlinale erzählt worden sind. Alain Gomis' "Félicité" im Wettbewerb. Von Thekla Dannenberg
Außer Atem: Das Berlinale Blog 11.02.2017 Fernando León begleitete für "Política, manual de instrucciones" die Spitzenpolitiker von Podemos und porträtiert keine Idealisten, sondern Techniker. Techniker der Macht. Von Thekla Dannenberg
Außer Atem: Das Berlinale Blog 10.02.2017 Das Panorama befasst sich schwerpunktmäßig mit "schwarzen Welten". John Trengoves "The Wound" ist dafür ein sinnfälliger Eröffnungsfilm. Er bietet eindrückliche Einblicke in eine ansonsten verschlossene Welt. Von Thekla Dannenberg
Außer Atem: Das Berlinale Blog 10.02.2017
Das indische Kino bringt oft seine ganz eigenen wunderbaren Spielarten hervor. Amit V. Masurkars "Newton" erzählt eine Dschungel-Geschichte. In diesem noch nicht ganz etablierten Genre geht es um das Drama der Demokratie, die Heirat aus Liebe und um Dschombies. Dieses rätselhafte Wesen lebt im Inneren des Landes, und seine Konturen werden zumindest im Laufe des Films in Ansätzen erkennbarer. Dschungel-Stories werden bestimmt ein ganz großes Ding, denn gerade in Indien haben Wahlen besonders viel Charme. Von Thekla Dannenberg
Außer Atem: Das Berlinale Blog 10.02.2017
Kein Zweifel, die Lass-Brüder haben da ein Ding laufen mit Borderline-Frauen. In Tom Lass' "Käptn Oskar" (2013) fackelte eine Frau auf 180 erst einmal die Bude ihres Ex-Freundes nieder, bevor der Film losgehen konnte. Im ebenfalls 2013 entstandenen "Love Steaks" des Bruders Jakob rettet eine Punkfrau mit Alkoholproblem einen körperlich-klemmigen Tollpatsch vor der eigenen Unbeholfenheit. Seitdem ist vom neuen Independentkino in Deutschland die Rede, von German Mumblecore: Alltägliche Figuren, lose geskriptet, die Szenen über weite Strecken improvisiert, mit dem, was an Locations, Leuten, Material eben vorzufinden ist. Neue Lässigkeit statt ästhetischer Programme. Von Thomas Groh