Wahl der Mittel

Andy Sewells neues Fotobuch stellt dem Kreativen Fragen. Langfristig aber...  Fotolot von Peter Truschner

Abschied vom Mordgeschehen

Merle Kröger erzählt in "Die Experten" meisterhaft von Nazis, die Raketen für Ägyptens Nasser bauen. Von Thekla Dannenberg

BÜCHERSCHAU DES TAGES

Und elektrische Schafe

01.03.2021. Der Dlf feiert eine Neuausgabe von William Gibsons Cyberpunk-Klassiker "Neuromancer", in dem der Münzfernsprecher zur Grometapher wird. Als Grundlagenwerk zur Künstlichen Intelligenz rühmt die SZ Murray Shanahans "Die technologische Singularität", das ihr auch erklärt, warum ein Maschinenbewusstsein möglich ist. Die FAZ fragt, ob Algorithmen der Rechtsfindung dienen können. Die NZZ schwärmt mit Jan Roß von Boris Johnsons wuscheligem Upperclass-Charme. Und der DlfKultur blickt mit Reinout van den Bergh auf das kamerunische "Ebounja". Mehr...

EICHENDORFF21

Gute und andere Bestenlisten

01.02.2021. Wir haben heute neben eigenhändig kuratierten Listen auch die besten Romane laut SWR-Jury und die besten Sachbücher des Monats laut Zeit-Jury und laut Welt-Jury für Sie zusammengestellt. Stöbern Sie bequem von zuhause aus in unserem Buchladen Eichendorff21 und verlassen Sie mit Thomas Kunsts "Zandschower Klinken" aller Konventionen, reisen mit Ijeoma Oluo durch das "Land der weißen Männer" oder lesen Sie Jay Howard Gellers "Geschichte der Scholems".
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MEDIENTICKER

Der Sieg reicht nicht

01.03.2021. Verlagsübernahme: Brill kauft Vandenhoeck & Ruprecht - Kleine Buchhandlungen sind flexibel &  vielleicht braucht die Buchbranche bald eine "Männerquote" - Rezensionen oder nur noch flotte Buchtipps? - Der Manga-Markt hört nicht auf zu wachsen - Kommentar zur #actout - Demokratiefeindlich: Thomas Biebricher über neoliberales Denken - Brücken zwischen Literatur & Kunst: Verleger Ulrich Keicher erhält den Kurt-Wolff-Preis - Golden Globes 2021 + Das Haar ist politisch. Mehr...

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU

Was erleben wir? Eine Irrealität?

01.03.2021. Mit Unbehagen blickt die Filmkritik auf die Berlinale, die heute als reines Branchenereignis beginnt: Die FR fürchtet die Geburt eines virtuellen Monsters, die SZ eine einzige deprimierende Streamingsuppe, die FAZ die Provinzialisierung des deutschen Films. Die taz unterzieht die deutsche Popliteratur der Neunziger einer Revision. Der Tagesspiegel sorgt sich immer mehr um die Literaturkritik im Hörfunk. Und der Guardian blickt mit Gilbert and George auf die zerschlagenen Gestalten des Londoner Lockdowns. Mehr...

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU

Kühle Schönheit und zwingende Sinnhaftigkeit

01.03.2021. In der NZZ singt Eva Menasse dem NDR-Podcast von Christian Drosten ein Ständchen. So funktioniert Argumentation, lobt sie, nicht mit Rechthaberei, sondern mit ständiger Überprüfung des eigenen Standpunkts. Die SZ hat herausgefunden, dass es kaum eine Aktivität im Netz gibt, von der die Plattformen nicht profitieren. In der FAZ zeichnet Viktor Jerofejew ein liebevolles Porträt der Krim, die sich nie ukrainisch fühlte, aber russisch eigentlich auch nicht. Die FAS bleibt bei postkolonialen Theorien über den Holocaust skeptisch. Mehr...

FOTOLOT

Wahl der Mittel

24.02.2021. Andy Sewells neues Fotobuch "Known and Strange Things Pass" stellt gerade dem Kreativen anregende Fragen. Etwa:  würde ich eine Doppelseite, auf der sich schon zwei, drei Fotos befinden, mit einem solchen Rand auf der linken Seite versehen, der auf ein Foto auf einer ganz anderen Seite verweist?  Das ist das, was das intelligente, hübsche Buch für Profis und ambitionierte Laien interessant macht. Langfristig aber... Von Peter Truschner. Mehr...

MAGAZINRUNDSCHAU

Eine Million Augen

23.02.2021. Der New Yorker recherchiert, warum die Covid-Sterberaten in den westlichen Industrieländern so viel höher sind als in Afrika und Asien. Auch autoritäre Staaten bekommen Covid nicht in den Griff, meint La vie des idees mit Verweis auf Polen. In Elet es Irodalom erklärt László Krasznahorkai, warum er beim Schreiben nichts von Punkten hält. Denik Referendum würdigt den letzte Woche verstorbenen Philosophen Jan Sokol. Das New York Magazine porträtiert die amerikanische Filmemacherin Chloé Zhao. Mehr...

INTERVENTION

Rot an der Ampel

12.02.2021. Die populäre Philosophin Svenia Flaßpöhler hat bei "Markus Lanz" leichtfertig behauptet, unsere Gesellschaft würde in der Coronakrise in Zustände regredieren, die an Hobbes' "Leviathan" erinnern. Das ist Unsinn. Ich muss mich in Pandemiezeiten nicht vor dem Anderen als Menschen - mit diesen oder jenen Eigenschaften, Absichten oder Befugnissen - schützen, sondern vor seiner potenziellen Virenlast. Von Daniele Dell'Agli. Mehr...

AUSSER ATEM: DAS BERLINALE BLOG

Im Meer der Unwägbarkeiten

11.02.2021. Die Festivalleiter Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian stellen das Programm ihrer gesplitteten Berlinale vor. Im März laufen Filme fürs Fachpublikum. Im Juni hofft man dann wieder auf Zuschauer. Der Wettbewerb verspricht mit Céline Sciamma, Hong Sangsoo und Dominik Graf gesetzte Größen, die Reihe "Encounters" Innovation und kosmopolitisches Flair. Preise für Schauspieler und Schauspielerinnen gibt es aber nicht mehr, nur noch für Schauspielende. Von Thekla Dannenberg. Mehr...

INTERVENTION

Weit verbreitete Fehldarstellungen

11.02.2021. Die Nicht-Intervention in Syrien hat inzwischen wesentlich mehr Tote gefordert als die Intervention im Irak, die heute weitgehend als ein einziges Desaster gilt. Unendlich viel lief dort falsch, gewiss. Doch dem Horror der Saddam-Herrschaft sind die heutigen Verhältnisse im Irak allemal vorzuziehen. Von Richard Herzinger. Mehr...

INTERVENTION

Die deutsche Nachgiebigkeit

28.01.2021. Jahrelang hat sich Armin Laschet als eifriger Propagandist der Kreml-Propaganda betätigt. Seine  Äußerungen hat der mögliche Kanzlerkandidat jüngst nur zögerlich ein wenig abgeschwächt. Sie sind Ausdruck der neutralistischen Tendenz in der deutschen Politik. Das Lippenbekenntnis zum transatlantischen Bündnis kann das Schielen auf ein Einverständnis mit den Autokratien nicht verbergen. Von Richard Herzinger. Mehr...

ESSAY

Der Wasserstoff glimmt blau

26.01.2021. Sollte nicht jeder Mensch für sich das Klima retten? Wer selbst kein Auto fährt, profitiert immer noch von Produktionsketten, die an fossiler Energie hängen. Der Mensch von heute kann sich nur scheinbar ausklinken. Ein Einkauf lässt sich super mit dem Rad transportieren. Wollte man den Traktor abschaffen und ein Fahrrad vor den Pflug spannen, käme man schnell an Grenzen. Plädoyer für die so faszinierend vernünftige Fusion. Von Johannes Siemensmeyer. Mehr...

ESSAY

Die Berliner Adresse des Paradieses

25.01.2021. Entgegen einer populären Vorstellung vollzieht sich der Medienwandel heute nicht zwangsläufig als Verdrängungswettbewerb. Im Gegenteil. Wir erleben die Bibliotheken als Gestalter der Digitalisierung. Die Staatsbibliothek Berlin führt vor, wie sich analoge und digitale Medien sogar ergänzen. Sie hat einen großen Teil ihrer Schätze in einer eigenen Abteilung digitalisiert - und auf diese Weise für ein weltweites Publikum erschlossen. Und Bibliotheken gehören zu den unabdingbaren Filtern der Öffentlichkeit. Denn wird die Freiheit grenzenlos, setzt sie die freiheitliche Demokratie unter Druck. Festrede zur Eröffnung des Hauses Unter den Linden der Staatsbibliothek zu Berlin. Von Wolfgang Schäuble. Mehr...

ESSENZEN

Akkorde auf Chyprefond

18.01.2021. In letzter Zeit begegne ich immer wieder Düften, die ganz bewusst musikalische Bezüge herstellen, indem sie entweder von einem ganz speziellen Song oder einer Arie inspiriert wurden, manche wieder einem musikalischen Genre, oder einer bestimmten Künstlerin huldigen möchten. Ohren und Nase? Es gibt eine Menge Düfte, die die synästhetische Brücke schlagen. Von Claus Brunner. Mehr...

ESSAY

Am Ende am Strand

11.01.2021.  "Rocky Beach  von Christopher Tauber und Hanna Wenzel und "Ausnahmezustand"  von James Sturm begleiten ihre Protagonisten beim Transit ins Middle Age. Das Unglück entfaltet sich zwischen Telefonaten, Waschsalons, Autofahrten und geplatzten Schecks. Zwei Comics für Zwischenzeiten, eher grau und schwarzweiß, elliptisch und erratisch und doch auch hinreißend. Von Stefanie Diekmann. Mehr...

EICHENDORFF21

Wird schon!

10.02.2021. Noch fühlt sich 2021 wie die zähe Verlängerung von 2020 an. Aber wir verzagen nicht, sondern blicken hoffnungsvoll in die Zukunft mit Büchern, die Mut machen! Mit Jedediah Purdy, der die Utopie einer sozial bewussten Ökologie skizziert. Sophie Wennerscheid macht sich Gedanken über die Zukunft unseres Begehrens, während Richard David Precht in seiner Utopie für die digitale Gesellschaft das Ende der Leistungsgesellschaft ausruft. Weitere Visionen finden Sie in unserer Liste mit guten Aussichten!
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