Trashy, aber mit Herz

Justin Lins "The Fast and the Furious" 9 und Akram Zataaris "Twenty-eight Nights and a Poem". Im Kino

Das Aufflackern des Lichts

Juan Gabriel Vásquez und Tomás González zeigen die Bandbreite von Kolumbiens Literatur. Von Thekla Dannenberg

BÜCHERSCHAU DES TAGES

Wellen, Drinks, Stille

24.07.2021. FAZ und FR lesen berührt, wie Georges-Arthur Goldschmidt die Konkurrenz zu seinem großen Bruder Erich beschreibt. Die taz lässt sich von Emma Clines neuen Kurzgeschichten das Herz umdrehen. Mit Olga Shparagas Buch über die weibliche Revolution schöpft sie Hoffnung für Belarus. Die Welt spürt das Flirren der Sonne in Philipp Keels „Last Summer“ und setzt mit Lukas Rietzschel und Georg Baselitz zur Raumfahrt an. Dlf Kultur schlägt sich mit Viet Tanh Nguyen durch das Drogenmilieu im Paris der Achtziger und reitet auf einem gestohlenen Pferd mit C Pam Zhang durch einen ganz neuen Wilden Westen. Mehr...

EICHENDORFF21

Wahlen 2021

08.07.2020. Bücher von PolitikerInnen. Bücher über sie. Zwei Angela-Merkel-Bilanzen. Und einige wichtige Themen: Bildungspolitik, die Bundeswehr, Klimapolitik, Wirtschaft. Wer sind die Grünen? Zerfallen die Volksparteien? Hilft Identitätspolitik? Was blüht der Bundesrepublik nach den Wahlen im September? Eine Auswahl aktueller Bücher zum Wahljahr 2021 finden Sie bei Eichendorff21.de
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9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU

Im Rhythmus der Normalität

24.07.2021. In der taz bricht Norbert Mappes-Niediek eine Lanze für Osteuropa, das nicht nur rückständig und homophob sei, sondern auch Solidarität verdiene. Außerdem huldigt sie der hartnäckigen Staatsanwaltschaft von Bologna, die auch nach 41 Jahren das Bombenattentat von 1980 weiterverfolgt. Die Welt wirft Per Leo eine Arroganz der späten Geburt vor. Die SZ vermutet, dass auch die Einsamkeit aus Menschen gefährliche Spinner macht. Und: Alfred Biolek ist tot, dem Deutschland nicht nur die gepflegte Plauderei verdankte, sondern auch die Monty Pythons. Mehr...

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU

Wahnsinn der Erleuchtung

24.07.2021. In der Literarischen Welt fragt Teju Cole, was es für einen Schwarzen bedeutet, ein niederländisches Stillleben zu betrachten. Die NZZ gerät in Winterthur beim Anblick vergessener Schweizer Expressionisten in Ekstase. Die SZ knöpft sich Juli Zeh vor: "Ist es lauter, Politik und Journalismus nicht zuzugestehen, durch unlautere Mittel eine Wirkung zu erzielen, solche Mittel aber in seiner Literatur selbst einzusetzen?", fragt sie. In der Welt ärgert sich Marina Abramovic über politische Korrektheit. Und der Standard schaut fassungslos zu, wenn Maguy Marin beim Wiener Impulstanz Festival die Zerstörung der Umwelt tanzen lässt. Mehr...

IM KINO

Der Bullshit der eigenen Eltern

23.07.2021. Es ist klar, dass Thomas Vinterberg den "Rausch" ohnehin nicht in feste Bahnen hätte lenken können. Der Film hat in seiner Hommage an den Alkohol, die sich ihrer Probleme durchaus bewusst ist, ein paar bemerkenswert lakonische Momente der Wahrheit. Von Katrin Doerksen. Mehr...

MEDIENTICKER

Lockdown

23.07.2021. Iris Radisch über die Literaturdebatten des Sommers 2021 - Internetstörung legt weltweit Websites lahm & Cyberangriffe: Deutsche Firmen im Visier - Verkaufsstatistik der Regionalzeitungen im 2. Quartal 2021 - Der Pionier der Talkshow Alfred Biolek ist tot -  Die mit den Lemmingen tanzte: Ingeborg Schober, die Pionierin des Popjournalismus - Malerin Xenia Hausner im Gespräch + TV-Tipp: "Back to Black" - Vor 10 Jahren starb Amy Winehouse. Mehr...

VORWORTE

Für euresgleichen reicht ein Hühnerstall

23.07.2021. Chinesen als Feindbild - das ist Amerika kein neues Phänomen. Allerdings wurde die im 19. Jahrhundert einsetzende Geschichte der Immigranten aus Fernost über lange Zeit weitgehend ausgeblendet. Die Schriftstellerin C Pam Zhang wagt es nun, sie auf so eigenwillige wie literarisch überzeugende Weise ins mythische Herzland der USA vorzutragen. Wir geben Einblick in ihren Debütroman "Wie viel von diesen Hügeln ist Gold" und bringen eine Leseprobe aus dem Buch, das am 28. Juli erscheint. Von Angela Schader. Mehr...

INTERVENTION

Blumen an Stalins Grab

22.07.2021. "Patria y vida" (Vaterland und Leben) ruft die neue Protestbewegung in Kuba und trifft das "Patria o Muerte" der versteinerten kubanischen Revolution ins Herz. Die allseits beliebte Kuba-Folklore kaschiert nun schon seit Jahrzehnten den menschenverachtenden Charakter dieses Regimes. Eine große Chance hat die Protestbewegung wohl leider nicht. Von Richard Herzinger. Mehr...

MAGAZINRUNDSCHAU

Ich war hübsch, und sie hat mich nicht verlassen

20.07.2021. Die LRB recherchiert die Umstände der Ermordung des haitianischen Präsidenten Jovenel Moïse. Die Hedgehog Review erkundet die dunkle Seite des Fortschrittsidealismus. Harper's erzählt an einem Beispiel aus Alabama, wie schwierig es in den USA ist, einen Betriebsrat zu gründen. Die Islamisten sprechen jetzt woke, erzählt Ayaan Hirsi Ali in Unherd. New Frame und Africa is a country analysieren die Gewaltwelle in Südafrika. In Quietus erzählt Stephen Thrower von der Post-Punk/Industrial-Band Coil, wie konservativ die schwule Musikpresse zu Beginn der Achtziger war. In Atlantic beschreibt der uigurische Dichter Tahir Hamut Izgil die furchteinflößende Atmosphäre in Xinjiang. Mehr...

ESSAY

Queer - oder die Einebnung von Unterschiedlichem

14.07.2021. Die Entschwulung der Sprache zugunsten des Wörtchens "queer" bedeutet, alles in allem, nicht nur die Entkörperlichung der Bilder, die mit "schwul" aufgerufen werden; in "queer" ist alles getilgt, was an Begehren eben im Sexuellen unhintergehbar, mit Freud gesprochen, triebschicksalhaft ist. Die Vokabel "queer" macht aus dem Schicksal eine Lifestyle-Option - und zugleich eine neue Normierung: In "schwul" war lediglich ein antinormativer und antihomophober Impetus geborgen, nicht jedoch ein moralischer Anspruch, dass ein homosexueller Mann in allen Aspekten anders zu sein habe. Von Jan Feddersen. Mehr...

BÜCHERBRIEF

Miniaturen des Aberwitzes

05.07.2021. Karin Smirnoff erzählt von einer Horrorfamilie auf einem schwedischen Bauernhof, Martin Lechner erzählt eine Tragödie von "Kleist'schem Format" aus einer psychiatrischen Anstalt, die Dichterin Valzhyna Mort singt Belarus ein melodisches Denkmal und Mark Gevisser folgt der pinken Linie, an der die Kämpfe um sexuelle Selbstbestimmung stattfinden. Dies alles und mehr in unseren besten Büchern des Monats Juli. Mehr...

FOTOLOT

Schönen Sommer wünscht

01.07.2021. Nachdem das Festival letztes Jahr pandemiebedingt ausgefallen ist, schlägt das sommerliche Herz des Foto-Kunstbetriebs wieder in Arles. Seit Wochen schon hat sich fiebrige Vorfreude breit gemacht, sich bei persönlichen Treffen oder in Form von Emails Luft verschafft, und wer wie ich nicht hinfährt, trifft auf verständnisloses Erstaunen. Ein Streifzug durch die Ausstellung - und zu ein paar anderen FotografInnen, von Jessica Backhaus über Désirée von Trotha bis zu Gundula Schulze Eldowy. Von Peter Truschner. Mehr...

FOTOLOT

Ritter Evans' Suche nach der Objektivität

24.06.2021. Es gibt großartige Künstlerbiografien, aber Svetlana Alpers' "Walker Evans - America. Leben und Kunst" gehört leider nicht dazu. Was daran stört ist eine Art von intellektuellem Kitsch, die die Rede von der Kunst schon seit den achtziger und neunziger Jahren unerträglich macht: Die Behauptung vom "Tod des Autors". Von Peter Truschner. Mehr...

ESSAY

Historikerstreit 2.0 - eine Chronologie

20.06.2021. Von der Mbembe-Debatte über das Papier der "Initiative GG 5.3 Weltoffenheit" bis zur "Jerusalem Declaration" und A. Dirk Moses' Spott über den "Katechismus der Deutschen": Die Saison 20/21 wird nicht nur als die der Coronakrise in die Geschichte eingehen, sondern auch als Moment eines (zumindest eifrig betriebenen) Paradigmenwechsels in der Debatte über den Holocaust. Im ersten Historikerstreit hatte Ernst Nolte den Holocaust als "asiatische Tat" relativiert. Die Protagonisten des zweiten Historikerstreits stellen die Bedeutung des Holocaust von links, aus der Warte des Postkolonialismus, in Frage. Ein Überblick über die wichtigsten Texte der Debatte. Von Thierry Chervel. Mehr...

INTERVENTION

Der Kampf des Narrativs gegen die Geschichte

07.06.2021. Jedes Ereignis ist singulär, nur beim Holocaust wird die Singularität in Frage gestellt. Bei jedem Ereignis dienen Vergleiche dazu, die Singularität herauszuarbeiten, aber auch Verbindungen zu anderen Ereignissen offenzulegen. Am Ende bleiben einige Besonderheiten, sonst wäre das Ereignis keins. Warum ich nicht an A. Dirk Moses' alternativen Katechismus glaube. Von Thierry Chervel. Mehr...

INTERVENTION

Sogar des Kommunismus fähig

15.04.2021. In einem Punkt herrscht zwischen den meisten rechts- und linksradikalen Parteien in Europa nahtlose Übereinstimmung: in ihrer unterwürfigen Nähe zu Putins Russland. Diese Affinität hat eine lange Tradition in Deutschland. Erinnerung an den Politiker und Publizisten Ernst Niekisch. Von Richard Herzinger. Mehr...

EICHENDORFF21

queer gelesen

23.06.2020. Der Juni ist "Pride Month". Weltweit demonstrieren Menschen für die Rechte von Homo-, Bi- und Transsexuellen. Gerade erst wurde in Ungarn ein homofeindliches Gesetz beschlossen, die Liste der Länder, in denen queere Menschen Repressalien erleben, ließe sich endlos fortsetzen. Wir haben eine Liste mit Sachbüchern zum Thema zusammengestellt: Von den weltweiten Kämpfen um sexuelle Selbstbestimmung erzählt uns Mark Gevisser in "Die pinke Linie", das Leben jenseits der Heteronormativität feiert Luis Alegre in "Lob der Homosexualität". In unserer Liste finden Sie natürlich auch Klassiker von Didier Eribon oder Guy Hocquenghem.
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