Am Wochenende veröffentlichte eine Reihe von Verlegern und sehr prominenten Autoren einen offenen Brief gegen die geplante
Urheberrechtsreform (unser
Resümee). Die darin enthaltene größere Vertragsfreiheit für Autoren schade diesen nur. Dem
widerspricht jetzt auf seiner Website der
Deutsche Journalisten-Verband - bei deutlicher Bereitschaft, die strittige Klausel zu opfern. Der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall wird so zitiert: "Nur wegen
eines Details, über das man im Gesetzgebungsverfahren reden kann, das gesamte Reformvorhaben der Bundesregierung abzulehnen, entlarvt die Absicht der Verlage: Sie wollen ihre herrschende Dominanz gegenüber den Urhebern zementieren."
Auch die
Freischreiber hatten den Gesetzentwurf gelobt, "der in weiten Teilen den Interessen der Urheber und
unseren Forderungen entspricht. Wenn sich Bundesjustizminister Heiko Maas damit durchsetzen kann, hätten wir ein Urheberrecht, das diesen Namen auch verdient." Auf der Website der Freischreber wird resümiert, was sich für Autoren bessern soll.
Jan Wiele
wirbt in der
FAZ für den Standpunkt der Verleger: "Bei der Debatte fällt allgemein auf, für wie gering manche den
kreativen Anteil der Verlage an Werken halten. Insbesondere bei der Belletristik bleibt dieser der Öffentlichkeit meist verborgen."
Wieland Freund
hält die umstrittene Fünjahresregel in der
Welt für sinnlos, weil sie sich gegen
Buy-Out-Verträge wende: "Buy-out-Verträge gibt es in der Filmbranche, in der Buchbranche gibt es sie so gut wie nicht. Von der geplanten Gesetzesänderung würden also nur einige
wenige Erfolgsautoren profitieren - solche nämlich, deren Werke verfilmt werden, oder solche, deren Werke Longseller sind und sich auch fünf Jahre nach Erscheinen noch so gut verkaufen, dass sich ein neuer 'Verwerter' für sie interessiert." Aber wenn nur Erfolgsautoren profitieren - warum wenden sich so viele Erfolgsautoren gegen die geplante Reform?