In
Flensburg schließen sich das evangelische und das katholische Krankenhaus zu einem modernen Klinikum zusammen, eine gute Nachricht, sollte man meinen. Allerdings gibt es nun in Flensburg kein Krankenhaus mehr, in dem Frauen
Abtreibungen vornehmen lassen können,
berichtet Esther Geißlinger in der
taz, "darauf besteht der katholische Malteserorden": "Für den katholischen Orden gibt es in dieser Frage keine Kompromisse: 'Die Malteser treten für den Schutz des Lebens ein', sagt Sprecherin Franziska Mumm. 'Ein Schwangerschaftsabbruch wird im neuen Klinikum nur durchgeführt werden, wenn es medizinische Gründe gibt, etwa das Leben der schwangeren Frau bedroht ist.' Nicht operiert werden schwangere Opfer von
Vergewaltigung oder Inzest. Dies hatte Flensburgs Sozialdezernentin Noosha Aubel bei einer Pressekonferenz behauptet - eine Fehlinformation, die rasch korrigiert wurde, so Stadtsprecher Christian Reimer." In Flensburg gibt es nun noch eine Praxis, wo Frauen einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen können und mehrere Praxen für medikamentöse Abbrüche in einem frühen Stadium. Geplant ist nun "ein städtischer Sozialfonds, aus dem Frauen Hilfen erhalten, etwa
Geld für Fahrten zu Kliniken in anderen Städten."
Till Fähnders erzählt in der
FAZ die Geschichte der Philippinerin
Michelle Bulang, die seit zehn Jahren von ihrem Mann getrennt lebt. Aber "als eines von wenigen Ländern verbieten die Philippinen
Scheidungen bis heute. Das hat vor allem
religiöse Gründe, mehr als 80 Prozent der Staatsbürger der Philippinen sind Katholiken. Zu den Folgen dieser Politik gehört unter anderem, dass in dem südostasiatischen Land viele Tausende Frauen und Männer in ungewollten Ehen feststecken. 'Seit zehn Jahren wünsche ich mir eine Scheidung', beklagt sich Bulang. Aufgrund der Gesetzeslage befinde sie sich zumindest auf dem Papier immer noch in einer Ehe mit ihrem Peiniger." Und Menschenrechtsaktivisten kämpfen einen schweren Kampf: "Die
Kirche könne Wahlen beeinflussen, sodass viele Politiker es gar nicht erst wagten, sich der Forderung zur Legalisierung der Scheidung anzuschließen."
Die Katholische Kiche streitet intern aber über ganz Anderes, berichtet Matthias Rüb ebenfalls in der
FAZ, nämlich über die Frage, ob
Papst Leo XIV. die
lateinische Messe wieder in breiterem Umfang zulassen soll. Der Nostalgiker Benedikt XVI. hatte sie ja wieder erlaubt: Aber "Papst Franziskus hob den Erlass seines Vorgängers mit seinem eigenen Apostolischen Schreiben 'Traditionis custodes' vom 16. Juli 2021 auf. Die Alte Messe durfte fortan
nur noch in Ausnahmefällen und an wenigen Orten mit ausdrücklicher Genehmigung des zuständigen Bischofs oder Ordensoberen gefeiert werden, die ihrerseits die Erlaubnis des Vatikans brauchten." Aber besonders aus der "erzkonservativen Fraktion unter den Katholiken
in den USA" kommt Widerstand, so Rüb.