In der
FAZ wächst sich die Debatte um
Frauke Brosius-Gersdorf zu einer Debatte um katholisches "
Naturrecht" und mehr oder weniger säkularen "
Rechtspositivismus" aus. Der evangelische Theologe
Friedrich Wilhelm Graf lehnte den Bezug auf das Naturrecht ab (unser
Resümee) und wandte sich damit gegen die CDU-Politikerin
Elisabeth Winkelmeier-Becker, die auf ihrem christlichen Menschenbild bestanden hatte (unser
Resümee). Dann antwortete der Moraltheologe
Peter Schallenberg auf Graf (unser
Resümee). Und heute der Theologe Thomas Söding, der Graf vorwirft, er verkenne "die hermeneutische Aporie des Rechtspositivismus, angeben zu müssen, wer das Recht setzt und wer es beugt, wer es befolgt und wer es bricht, worin es besteht und wann es sich übernimmt". Die Frage der Abtreibung muss in Deutschland auch heute noch offenbar von
Theologen geklärt werden.
Kolonisierung begründete nicht nur wirtschaftliche Ausbeutungsverhältnisse und rassistische Theorien - sie bestand auch in der
christlichen Missionierung. Und die geht weiter,
notiert Ralf Nestmeyer bei
hpd.de mit Blick auf Missionare, die noch die
allerletzten indigenen Völker bekehren wollen: "Zwar sind es hauptsächlich
Evangelikale, die meinen, sie müssten die Menschen in den entlegensten Winkeln der Welt mit Gottes Wort beglücken, aber auch die
katholische Kirche betreibt weiterhin eifrig Missionsarbeit im Globalen Süden.
Papst Leo XIV. wird gerne als 'Mann des Volkes' gefeiert, weil er zwanzig Jahre als Missionar in Peru tätig war. Kritik an diesem Wirken bleibt weitgehend aus - im Gegenteil, erst kürzlich ermahnte der Papst in Rom junge Menschen: '
Seid Missionare, wo immer ihr hingeht, seid Zeichen der Gegenwart des Herrn, wie es unsere geliebten peruanischen Heiligen waren.'"