Die Attacke auf
Salman Rushdie im letzten Jahr steht nicht isoliert da. Der Terrorismusexperte
Liam Duffy resümiert in
Unherd noch einmal alle Verbrechen, die in Zusammenhang mit Khomeinis Mordaufruf stehen, und weitere Verbrechen gegen
Blasphemie wie etwa das Attentat auf
Charlie Hebdo. Auch in Britannien gab es Vorfälle, etwa gegen den Film "The Lady of Heaven,", eigentlich eine fromme Schmonzette, die aber das Gesicht des Propheten zeigt: "Verglichen mit dem Modell der Gewalt, das in der Manchester Arena und im Bataclan entfesselt wurde, inspiriert die Gewalt gegen 'Gotteslästerer' eine
viel breitere Anhängerschaft von Sympathisanten, Apologeten und Relativisten - genau der Sauerstoff, den der Terrorismus zum Überleben braucht. Diese Apologetik hat sich bisweilen sogar bis in die
westlichen Medien ausgedehnt. Terroristen lernen, und sie werden die massive weltweite Kontroverse, die auf die Ermordung von Samuel Paty folgte, nicht übersehen haben. Kurz gesagt, Gewalt gegen Gotteslästerer gilt ihnen nicht nur als gerecht und als Pflicht, mit ihr kann man sich auch
besser als Verteidiger des Islam aufspielen."

In Frankreich sprach Bildungsminister
Pap Ndiaye vor einem Ausschuss, der sich mit dem Mord an
Samuel Paty befasste,
das Wort "
Islamismus" nicht aus - er beließ es bei "Obskurantismus",
notiert Stefan Frank in
Mena-Watch. Er verweist auf
Stéphane Simons Buch "Les derniers jours de Samuel Paty", das zeige, wie alleingelassen Paty in den Tagen vor den Mord von Kollegium und Polizei war. Simon erzähle auch, dass Paty in seiner freiwilligen Unterrichtsstunde über die
Charlie-Hebdo-Karikaturen darüber sprechen wollte, dass man
unterschiedliche Sichten auf Religion haben könne. Genau dies ist aber eine Provokation, sagt der Historiker
Günther Jikeli in Franks Artikel: "Islamisten forderten eine 'Zensur nicht nur jeglicher Kritik des Islams', sondern überhaupt einer Diskussion über
verschiedene Interpretationsmöglichkeiten. 'Eine Gleichstellung des Islams mit anderen Religionen und damit eine Relativierung des Wahrheitsanspruchs des Islams lehnen sie ab.'"