Korrigiert um 9.44 Uhr. Im Staat
Benin (ehemals Dahomey und nicht zu verwechseln mit dem ehemaligen Königreich von Benin, siehe Kommentar unten) wird die
Voodoo-Religion von der Politik bewusst gefördert, auch um Touristen anzuziehen,
berichtet Katrin Gänsler in der
taz: "Christian Houetchenou, der Bürgermeister der Stadt, von der aus
einst Sklav*innen nach Amerika verschifft wurden, lobt, dass die Regierung von Patrice Talon Ouidah zum Zentrum der indigenen Religion machen will. Jean-Michel Ambimbola, der Minister für Tourismus, Kultur und Kunst, setzt noch eins drauf: Benin müsse
wie Mekka zum Pilgerziel werden, nur eben für Anhänger*innen und Neugierige der Voodooreligion. Das Interesse daran sei schon jetzt bei
Filmemacher*innen,
Kunstschaffenden wie
Wissenschaftler*innen immens. Um noch mehr Interessierte anzulocken, lässt die Regierung ein Museum bauen und plant ein großes Voodoofestival." Im
Gespräch beteuert der Muslim Radji Saïbou, der sich für den "Interreligiösen Dialog" einsetzt, das der
Respekt der Religionen füreinander groß sei.
"So zerlegt sich die Kirche selbst", sagt
Ulrich Wastl von der Münchner Anwaltskanzlei Westpfahl Spilker Wastl (WSW), die das
Gutachten zu Kindesmissbrauch für die Erzdiözese München und Freising verantwortet (
Unser Resümee), im großen
SZ-Gespräch mit Bernd Kastner und Annette Zoch. Die Stellungnahme von
Benedikt XVI. sei ein "Beratungsdesaster" gewesen, Erzbischof
Georg Gänswein habe Druck auf die Auftraggeberin des Gutachtens ausgeübt, sagt er und fordert: "Die Kirche braucht die
Hilfe vom Staat". "Was wäre gewesen, wenn die Kirche 2010 gesagt hätte, wir lassen den Staat eine
Stiftung gründen, die wir mit ausreichend Geld ausstatten. Diese Stiftung hat die Aufgabe, Opfer zu entschädigen und den Missbrauch unabhängig aufzuarbeiten. Honorige Persönlichkeiten engagieren sich darin und garantieren, dass das umgesetzt wird. Hätte die Kirche das 2010 gemacht, stünde sie als der
moralische Leuchtturm da."