Facebook startet einen News-Dienst, wohl auch um kritische Medien ruhigzustellen. Allerdings gehört auch die rechtsextreme Postille
Breitbart zu den Medien, die dort auftauchen. Daniél Kretschmar
kommentiert in der
taz: "Mark Zuckerberg hatte in einer kürzlich an der Georgetown University gehaltenen Rede das Recht auf
irreführende Wahlwerbung zum unbedingten Teil der Meinungsfreiheit erklärt. Ob Facebook ohne äußeren regulatorischen Eingriff, ausschließlich der eigenen Expansion und Profitmaximierung verpflichtet, überhaupt eine Wahl im Umgang mit Falschnachrichten und Hassrede hat, wird zunehmend zweifelhaft."
Bei den
Mitarbeitern von Facebook selbst gibt es spürbaren Unmut gegen politische Wahlwerbung mit Halbwahrheiten und Fake News. Die
New York Times veröffentlicht einen
aufsehenerregenden offenen Brief Hunderter Facebook-Mitarbeiter an die Leitung des Konzerns: "Freie Rede und bezahlte Rede sind nicht dasselbe. Desinformation betrifft uns alle. Unsere
derzeitigen Richtlinien zur Überprüfung von Personen im politischen Amt oder von Personen, die sich um ein Amt bewerben, stellen eine Bedrohung für das dar, wofür FB steht. Wir lehnen diese Politik in ihrer jetzigen Form entschieden ab. Sie schützt nicht die Meinungsfreiheit, sondern ermöglicht es Politikern, unsere Plattform
als Waffe einzusetzen, indem sie sich an Personen richten, die glauben, dass die von politischen Persönlichkeiten veröffentlichten Inhalte vertrauenswürdig sind."
Josh Constine
kommentiert diesen offenen Brief in
Techcrunch und fordert ganz allgemein eine
Abschaffung politischer Werbung auf Facebook - Politiker könnten sich immer noch auf ihren unbezahlten Facebook-Seiten äußern. Wenn Facebook, "politische Werbung nicht abschaltet, dann sollte sie einem
Fact Check unterzogen werden".