Steven Pinker hat im Jahr 2021 eine
Verteidigung der Rationalität veröffentlicht. Im Gespräch mit Moritz Honert schildert er nochmal die Vorteile dieses selten genutzten menschlichen Talents.
Unter Trump wird das allerdings schwieriger, deren neuen Redeverbote
unbedingt zu bekämpfen sind, so Pinker: "Die Trump-Regierung mag das
Banner der freien Rede vor sich hertragen, handelt aber nicht danach. Es gab zum Beispiel juristische Anstrengungen, die '
Critical Race Theory' vom Lehrplan zu streichen. Das Konzept, dass Weiße grundsätzlich rassistisch sind, selbst wenn sie es verneinen, kann man mit Recht kritisieren. Aber
zu verbieten, darüber zu diskutieren, ist falsch. Staatliche Unis in Michigan und Florida haben bereits geklagt. Das Problem ist nur, selbst wenn sie recht bekommen, kann die Regierung die Arbeit trotzdem behindern, wenn sie Forschungsgelder blockiert."
In der
NZZ schreibt Viktor Jerofejew eine kurze Geschichte der
russischen Schriftsteller, die seit der Zarenzeit verfolgt wurden - oder den Herrschern dienten: "Unter Gorbatschow schien es eine Zeitlang, als würde es keine zwei geografisch getrennten Literaturen mehr geben. Einige Schriftsteller wie
Juri Mamlejew kehrten aus der Emigration zurück. Auseinandersetzungen fanden erst wieder auf russischem Boden statt, doch wurden sie deshalb nicht weniger erbittert geführt. Ab Mitte der 1990er Jahre, als noch alles möglich war, begann ein
nostalgischer Rückfall eines bestimmten Teils der Literatur in die kommunistische Ära. Dieser Rückfall klang zunächst wie ein Protest gegen die Fehler der Perestroika, deren es nicht wenige gab, doch schließlich kam wieder das alte Muster zum Vorschein: Die russische Literatur war wie immer
in Westler und Slawophile gespalten. Diesmal allerdings stützten sich die Slawophilen auf die Mitarbeiter der Geheimdienste und nahmen Kurs auf die Schaffung einer Diktatur.
Alexander Prochanow schrieb seinen bekannten Roman 'Herr Hexogen', in dem
FSB-
Offiziere die wahren Helden sind, die wollen, dass in Russland ein Auserwählter erscheint. Und siehe da, er erschien: Putin. Prochanow hatte ihn erkannt. Mit Prochanow entstand zugleich eine nationalistische Literatur der Jüngeren."