Christian Bauer, Rektor der Hochschule der Bildenden Künste Saar, warnt in der FAZ die Wissenschaftler, die in der Bundestagsresolution zum Antisemitismus einen Angriff auf die Wissenschaftsfreiheit sehen: Sie zerstören, was sie schützen wollen. "In einem tieferen Sinne verfehlen sie ihr Ziel. Denn es ist die Freiheit des Einzelwesens, die es zu verteidigen gilt. Insbesondere der stets gefährdete Verein der Unvereinbaren, die Künstler, müsste doch sehen, dass das zu verteidigende Gut die Freiheit im Sinne der personalen Würde ist: Be a Mensch. Das Tragische ist, dass sich derzeit ausgerechnet Künstler rituell vergemeinschaften, anstatt sich durch Mitgefühl für die wirklich bedrohten Teile der Gesellschaft letztendlich auch selbst zu verteidigen. Durch Pro-Hamas-Proteste in Ausstellungen und Museen sowie aktivistisches Skandieren von erlösungsantisemitischen 'Free Palestine'-Parolen oder erlösungsantizionistischen 'Palestine will set us free'-Slogans werden in the long run bestehende Freiheitsräume im kulturellen Leben vernichtet. Im antiautoritären Reflex wird auch noch der eigentliche Garant der Freiheit attackiert: der Staat und seine demokratisch gewählten Vertreter".
Weiteres: Die FAZ druckt auf der Geisteswissenschaftenseite die Dankesrede Karl Schlögels für den Gerda Henkel Preis.
Ach, die Launen von Leben und Werk. Simone de Beauvoir ist die Urmutter des Feminismus, aber heute wäre sie wohl auch ein Fall für #MeToo, vermutet Nadine A. Brügger in der NZZ. Beauvoir war Lehrerin, bevor sie berühmt wurde, aber ihr Beziehungspakt mit Jean-Paul Sartre galt schon. Immer wieder hatte sie Liebesbeziehungen zu Schülerinnen, die sie teilweise auch Sartre zuführte, bis sie mit 32 Jahren, "ihre Lehrbefugnis - und damit ihre Anstellung - verliert. Die Eltern des 17-jährigen Mädchens hatten sich bei der Schulleitung beschwert. De Beauvoir erklärte es später lieber so, dass sie aufgehört habe zu unterrichten, um genug Zeit zum Schreiben zu haben. Tatsächlich erschien 1943, noch im gleichen Jahr, ihr erster Roman 'L'Invitée'. Es ist die Geschichte einer Schriftstellerin und eines Regisseurs, die eine Dreiecksbeziehung mit einer jungen Freundin der Schriftstellerin eingehen."
Bestellen Sie bei eichendorff21!Heutige Debatten drehten sich mehr um die Inszenierung der eigenen moralischen Vorstellungen als um argumentative Auseinandersetzungen, meint der PhilosophPhilipp Hübl im NZZ-Interview mit Thomas Ribi. Dies führe dazu, "dass Moral heute einen finanziellen Wert hat und kapitalisiert werden kann. Eben zum Beispiel von Unternehmen, die sich als besonders divers und inklusiv präsentieren und damit ihr Renommee aufpolieren. Es gibt auch ganze neue Berufsfelder. Diversitätsbeauftragte, die vermitteln sollen, wie man handelt, ohne andere zu diskriminieren. In den vergangenen Jahren haben Firmen weltweit Milliarden für solche Trainings ausgegeben. Große Studien zeigen allerdings, dass diese so gut wir gar nicht nützen: Mentoringprogramme für Minderheiten im Tech- und Finanzsektor haben nachweislich den stärksten Effekt, aber sie signalisieren eben nicht 'Diversität', weil die Mentoren die sprichwörtlichen 'alten weißen Männer' sind."
Die Resolution gegen Antisemitismus an Hochschulen (unsere Resümees) hält der NS-HistorikerUlrich Herbert in der Form, wie sie beschlossen werden soll, für "inakzeptabel", wie er im taz-Gespräch sagt: "Studierenden soll also die IHRA-Definition als die gültige Wahrheit vermittelt werden. Das ist wissenschaftsfremd und wissenschaftsfeindlich." Auch den Passus, dass BDS "in deutschen Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen keinen Platz haben" soll, hält er für problematisch, da er dazu führen könne, dass "Dozenten und Dozentinnen, die Boykott-Aufrufe unterzeichnet haben, unter Druck gesetzt oder entlassen werden können. Wer wie Saul Friedländer, Shulamit Volkov, Eva Illouz, Dan Diner oder Christopher Browning darauf hinweist, dass Israel im Westjordanland eine Art Apartheid-Regime etabliert hat, muss in Deutschland mit Sanktionen rechnen. Wer die Position vertritt, dass die Besetzung des Westjordanlandes widerrechtlich ist und man nach internationalen Regeln Israel daher boykottieren müsse, ebenfalls. Ich teile diese Pro-Boykott-Position nicht. Aber dass sie aus Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen verbannt werden soll, ist Zensur."
In der FAZ reagiert Lothar Zechlin, Emeritus für Öffentliches Recht an der Universität Duisburg-Essen, auf einen Beitrag von Haya Schulmann und Michael Waldner (unser Resümee), die sich für die Antisemitismus-Resolution aussprachen. Es lasse sich "mit der Untersuchung einer Konstanzer Forschungsgruppe aus dem Jahr 2024 belegen, dass der allgemeine Antisemitismus unter Studenten mit acht Prozent deutlich geringer als in der Gesamtbevölkerung mit achtzehn Prozent verbreitet ist. Das German Internet Panel der Universität Mannheim kommt sogar zu dem Ergebnis: 'Der an das junge, linke und akademische Milieu gerichtete Antisemitismusvorwurf ist vorschnell - tatsächlich handelt es sich um die am wenigsten antisemitisch eingestellte Gruppe in Deutschland.'" Das Problem sei "nicht die IHRA-Definition, sondern ihre wundersame Anverwandlung an eine deutsche 'Staatsraison' (...) Hochschulen stehen in einem harten internationalen Wettbewerb um die besten Köpfe, die solchen deutschen Sonderwegen distanziert gegenüberstehen. An ihnen herrschen Meinungs-, Wissenschafts- und Kunstfreiheit und manchmal sogar, wenn sie Teile ihres Geländes für den allgemeinen öffentlichen Verkehr geöffnet haben, auch Versammlungsfreiheit. Das sind Kommunikationsgrundrechte, die durch die Resolution bedroht sind."
Die "dunkle Disruption" hat der AfD ihren Aufstieg ermöglicht, die "normale Politik" ist an ihr und den mannigfaltigen Krisen gescheitert, konstatiert Bernd Ulrich auf Zeit Online. Dem möchte er jetzt eine "helle Disruption" entgegensetzen, in denen die Fragen der Zeit - Verteidigung, Klimakrise, soziale Ungleichheit - gemeinsam adressiert werden. "Es ist der alten, der normalen Politik nicht möglich, diese Dinge auszusprechen. Zumutungen, Verzicht, Gewinner und Verlierer, Disruption - all das ist ihr dermaßen fremd, dass sie lieber alle Probleme einzeln adressiert und damit immer rascher scheitert. (...) Und wenn alle, die das vermögen, dazu einen spürbaren Beitrag leisten, verstößt das gegen den ungeschriebenen Teil der deutschen, der westlichen Verfassung und gegen die zu Ansprüchen gewordenen Gewohnheiten von 70 Jahren great acceleration und westlicher Dominanz. Darum kann man gute Politik der Mitte nicht mehr an dem erkennen, was sie den Leuten verspricht, sondern was sie ihnen abverlangt. Solange Politik behauptet, sie könne Lösungen für die großen Probleme einfach so liefern, wird sie scheitern, Transformation ist Teamwork zwischen Politik und Volk, kein Pizzadienst."
Nach dem großen Feuer meditiert Diedrich Diederichsen in der taz unter Zuhilfenahme einiger Klassiker wie Mike Davis' "City of Quartz" und Kenneth Angers Skandalchronik "Hollywood Babylon" über Los Angeles als Pop-Phänomen: "L. A. ist der Ort, an dem die koloniale Eroberung Amerikas an die 'Mauer des Pazifiks' stieß, von wo aus daher die Kolonisierung des Innen, der Psychen und der Triebe ihren Anfang nahm: durch deren kapitalistische Verwertung und deren Einsatz der neu entstandenen Kontrollmechanismen (asiatische Religionsimporte, Kybernetik, New Age und Selbstoptimierung). In dieser Welt, die dann bald digitalisiert die Welt erobert, ist Kritik nur noch ein Genre neben anderen, das auch nur dazu beiträgt, das Kursieren und Distribuieren von Content am Rollen zu halten - nicht Fehlentwicklungen aufzuhalten."
Florian Illies hält Vergleiche mit der Situation in der Weimarer Republik kurz vor 1933 für wenig sinnvoll, wie er bei Zeit Online erklärt. Er plädiert für Geistesgegenwart: "Ja, suchen wir nach einer neuen Sprache, suchen wir nach neuen Antworten auf die bedrängenden, beängstigenden, bestürzenden Fragen unserer Gegenwart. Aber machen wir es uns nicht so bequem, dauernd das Schwarz-Weiß-Bild von 1933 zu beschwören. Der israelische Holocaustforscher Yehuda Bauer hat es in Hinblick auf den Antisemitismus auf die folgende Formel gebracht: 'Es ist nicht wie 1933. Aber es ist gefährlich.' Erst wenn wir uns der Andersartigkeit der politischen Komplexität und Demokratiegefährdung unserer Tage nähern, können wir ihr auf Augenhöhe und gegenwärtig begegnen."
In der FAZ-Serie zur Demokratiereform setzt sich auch Jannis Koltermann für Bürgerräte ein, macht aber auch auf Hindernisse aufmerksam: "Damit Bürgerräte an Macht gewinnen, müssten Parlamente Macht abgeben. Man muss kein Machiavellist sein, um das für wenig wahrscheinlich zu halten: Ein Blick auf die endlosen Versuche zur Föderalismusreform zeigt, wie schwer solche Veränderungen fallen. CDU und CSU lehnen Bürgerräte ab, selbst die Grünen wollen ihnen kein bindendes Votum zugestehen. Wenn die repräsentative Demokratie noch stärker unter Druck gerät, könnten sich die Haltungen der etablierten Parteien ändern. Für eine wirklich bedeutsame Rolle von Losparlamenten bräuchte es freilich nicht weniger als eine neue Verfassung: Im von der Ewigkeitsklausel geschützten Artikel 20 des Grundgesetzes heißt es, alle Staatsgewalt werde durch das Volk 'in Wahlen und Abstimmungen' ausgeübt."
Im Interview mit der Welt schwärmt der bulgarische PolitikwissenschaftlerIvan Krastev vom Leben in Wien und denkt über 1989 nach: "Seine jüngste These, die Geschehnisse des Jahres 2024, besonders Trumps Sieg, seien die Umkehr von 1989, hat es auch in sich. Trump sei schließlich überall, vielleicht sogar in jedem Menschen, so wie in jeder Demokratie auch die Autokratie lauert. 'Schauen Sie, wenn es historisch eine Eruption gibt, vergleicht man es immer mit etwas Bekanntem aus dem eigenen Leben. Historiker gehen gern zurück in die dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts. Mir gefällt das nicht. Dieser radikale Wandel ist mehr als ein Regierungswechsel. Als Osteuropäer verstehe ich Amerika irgendwie besser als meine linken amerikanischen Freunde. Ich war mir sicher, dass Trump gewinnt, weil ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn etwas dramatisch Neues geschieht, das genaue Gegenteil dessen, was 1989 bedeutete. Es sind politische Eruptionen, Pendelschläge, die passieren nun mal. So ist Geschichte.'"
In Zeit und SZ denken Jochen Bittner und Joachim Käppner über den neuen Kulturkampf nach, der von links und rechts mit harten Bandagen geführt wird. Vor allem fragen sich die beiden, inwiefern die Linke zum Aufstieg der Rechten beigetragen hat: "Von der Radikalisierung des rechten Lagers wird beständig gesprochen. Von der des linken so gut wie gar nicht. Das war schon 2016, nach Trumps erstem Wahlsieg, ein Fehler. Wäre es nicht spätestens jetzt auch in Deutschland, wo die etablierte politische Mitte abschmiert und Anti-Establishment-Parteien zulegen, womöglich ganz erkenntnisstiftend, zur Abwechslung mal weniger über die Splitter im Auge der anderen zu zürnen, als den Balken im eigenen zu betrachten?", fordert Bittner. Kämpner sieht das ähnlich, wenn er der Linken vorwirft, sich im Sektierertum zu verlieren, statt die Rechte zu bekämpfen: "Die rechte und die linke Unkultur mögen sich noch so spinnefeind sein, teilen aber einen gewaltigen blinden Fleck: Sie können und wollen nicht sehen, wie ähnlich sie sich sind. Nicht in den Inhalten, gewiss, die Rechten wollen Ausgrenzung, Repression, autoritäre Politik, die Linken das Gegenteil. Ihre Agenda ist ungleich vornehmer, aber das nutzt leider wenig. Beide Lager des Kulturkampfes sind aggressiv, vorverurteilend, übermoralisierend und nur zu bereit, jeden und jede gnadenlos zu verdammen und niederzuschreien, die ihre Positionen nicht teilen. Die einen wie die anderen sind von selbstgefälliger Intoleranz, sonnen sich im Gefühl, Teil einer kämpferischen Einheit gegen unheilvolle Kräfte und Mächte zu sein, Vorkämpfer einzig wahrer Gerechtigkeit, im Besitz eines 'erweiterten Bewusstseins', wie es der Marxismus selig einst seinen Jüngern exklusiv bescheinigte (denn: 'Die Partei, die Partei, sie hat immer recht')."
Gilles Deleuze wäre heute hundert geworden. In Frankreich interessiert das so gut wie niemanden - immerhin bringt das Philosophie Magazine ein Themenheft. Die deutschen Medien überschlagen sich dagegen geradezu mit Gedenkartikeln. Ulrich Gutmair sieht ihn in der taz als Vordenker einer "Kontrollgesellschaft", eine Analyse, die er durch die Monopolisierungstendenzen im Internet nun endgültig eingelöst sieht: "Für uns stellt sich inzwischen jedoch die Frage, inwiefern die Analyse des systemischen Charakters von Kontrolle durch die Beobachtung ergänzt werden muss, dass die fundamentalen Umwälzungen durch Vernetzung und Digitalisierung inzwischen neofeudale Verhältnisse hervorgebracht haben, in denen die Macht von Tech-Oligarchen in vielerlei Hinsicht diejenige von Staaten übersteigt."
Auch Tania Martini würdigt ihn in der FAS als einen Vorausdenker: Die Grenzüberschreibungen eines Trump oder Musk habe er bereits thematisiert und der Linken "einen Imaginationsraum geöffnet, der über Jahrzehnte in linken Subkulturen und den Künsten reich gefüllt wurde". Sie notiert aber auch: "Gilles Deleuzes älterer Bruder Georges war als Résistancekämpfer von den Deutschen verhaftet worden und auf dem Weg in ein Konzentrationslager gestorben. Oft wurde vergessen, dass die Postmodernen auch aus solcher Erfahrung heraus geschrieben haben. Dennoch ist die Schoa merkwürdig abwesend in ihren Werken."
Christoph Kann sieht Deleuze in der FR als Denker, der in Werken wie "Mille Plateaux" "der vernunftzentrierten Tendenz der einen Wahrheit, der einen Moral, der einen Weltanschauung, dem einen Sinnsystem die Pluralität gesellschaftlich relevanter Lebens- und Sozialkonzepte, Handlungs- und Sichtweisen gegenüberstellt".
Auf Deleuze' obsessiven Israel-Hass, der ihn für die heutige akademische Linke vielleicht noch mehr zum Vorläufer macht als seine oft schöne, aber kryptische Philosophie geht nach einer ersten Rundschau durch die feierlich gestimmten Artikel niemand ein. Marlon Grohn spricht im Neuen Deutschland immerhin - wenn auch natürlich zustimmend - seine tiefe Feindseligkeit gegenüber den "Neuen Philosophen" an, also "jenem als französische Denkschule kostümierten Haufen von Opportunisten, Ex-Maoisten, 68er-Renegaten und sonstigen liberalen Hampelmännern, zu denen Intellektuellendarsteller wie Alain Finkielkraut, André Glucksmann oder Bernard-Henri Lévy zählen".
Nur Martin Büsser schrieb in Jungle World über "Deleuze' schrecklich einseitigen Blick auf den Nahen Osten": "In seinem Aufsatz 'Die Größe von Jassir Arafat' (1983) schrieb er von einem 'Genozid' an den Palästinensern und von 'zionistischem Terrorismus': 'Die Komplizenschaft der Vereinigten Staaten mit Israel verdankt sich nicht allein einer mächtigen zionistischen Lobby. Elias Sansibar hat deutlich aufgezeigt, dass die Vereinigten Staaten in Israel einen Aspekt ihrer eigenen Geschichte wiederfanden: die Ausrottung der Indianer, die ebenfalls nur zum Teil eine unmittelbar physische war.' Obwohl solch krude Aufsätze nicht in Schubladen schlummern, sondern im Suhrkamp-Sammelband 'Schizophrenie & Gesellschaft' vorliegen, sind Deleuzes Angriffe auf Israel bislang selten thematisiert worden." Aber pardon, das ist ein Artikel aus dem Jahr 2009.
Außerdem schreiben: Dietmar Dath in der virtuellen Tiefdruckbeilage der FAZ. Dietmar Dath im SWR (hier). René Aguigah und Joseph Vogl unterhalten sich im Deutschlandfunk (hier). Mirjam Schaub und Catherine Newmark sprechen ebenfalls im Dlf über Deleuze (hier). Bei France Culture kann man Deleuze Stimme selbst hören - in einem sehr frühen Vortrag aus dem Jahr 1956 über David Hume.
Und hier das Monstre sacré gegen Ende seiner Laufbahn in einem Vortrag über das Wesen der Kreativität - mit englischen Untertiteln:
Recht theoretisch denkt der Soziologe Armin Nassehi auf den Geisteswissenschaften-Seiten der FAZ über die Rechten nach, hinter deren antiintellektueller Attitüde und Disruptionsforderungen wenig Argumentation, aber umso mehr Pose stecke: "Auch an der radikalen Kritik des 'Mainstream' kann man beobachten, wie sich das öffentliche Reden der Rückbindung an Gründe entledigt. Fast alles Nichtlibertäre gilt als 'links-grün', als geradezu sozialistisch, als autoritär, als staatsdirigistisch und so weiter. Der Lösungshorizont ist aber eine reine Utopie, weil die Pose der Disruption für Werbezwecke schon ausreicht. Ein wenig erinnert diese Attitüde an frühere linke Aktivisten, die fast alles, was nicht in ihre Logik passte, als bourgeoise, manchmal faschistoide, mindestens ideologische Verblendung abtaten. In rechter Elitenkritik, die heute tendenziell jede Elite als illegitim hinstellt, bricht sich, verdeckt und vorangetrieben vom Kult und von der Selbstvergötzung der neuen starken Männer, ein Trieb der Nivellierung Bahn."
Weitere Artikel: Die LiteraturwissenschaftlerinKathrin Witter, die in Princeton über die kritische Theorie in der DDR promoviert, denkt auf den Geisteswissenschaften-Seiten der FAZ über die Verbindungen zwischen kritischer Theorie, marxschem Denken und DDR-Sozialismus nach.
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