
Die 9/11-Kommission hat in ihrem Bericht festgestellt, dass die Anschläge vom 11. September deshalb nicht verhindert wurden, weil die
amerikanischen Geheimdienste nicht in der Lage waren, ihre Erkenntnisse zu vernetzen. In einem spannenden Report
berichtet Clive Thompson, wie die Dienste nun versuchen, in Sachen Informationsfluss auf den Stand gewöhnlicher Teenager zu kommen. So hat die CIA den
Galileo Award ausgeschrieben, der erste Preis ging an den Essay von
Calvin Andrus,
Cheftechnologe beim Center for Mission Innovation der CIA. Spione könnten durchaus einen Nutzen ziehen aus der
Schwarmintelligenz, die sich in Blogs und Wikis manifestiert. "In der traditionellen Spionagebürokratie des Kalten Kriegs entschieden
Launen der Hierarchie über Leben und Sterben einer Analyse. Befand sich der Analytiker am richtigen Ort in der Hierarchie, konnte sein Bericht über sowjetische Raketen nach oben geschickt werden. Ignorierte ihn sein Vorgesetzter, verschwand er. Blogs und Wikis dagegen arbeiten demokratisch. Erkenntnisse erregen einfach deshalb Aufmerksamkeit, weil jemand sie interessant findet...- egal, was
der Vorgesetzte darüber denkt."
Weiteres: Rachel Donadio hat sich in der
südafrikanischen Literaturszene umgetan, die ihr ungeheuer lebendig, aber auch sehr fragmentiert erscheint. Deborah Solomon unterhält sich mit dem chinesischen
Komponisten Tan Dun über die Arbeiten in den Reisfeldern und die Lieder der Bauern. Und Negar Azimi
erforscht die Lage der
Homosexuellen in Ägypten.
Die
New York Times Book Review hat die
zehn besten Bücher des Jahres 2006 erkoren: Angeführt wird
die Liste von
Gary Shteyngarts "Absurdistan". William F. Buckley jr. findet
Martin Gecks Bach-Biografie außerordentlich informativ (wenn auch etwas trocken), allein auch sie kann die Frage nicht beantworten, "was ein halbes Jahrhundert lang den Fluss der
Magie aus diesem Mann strömen ließ".