
Die
totale Überwachung der Bevölkerung ist nicht mehr rückgängig zu machen. Dieses niederschmetternde Resümee
zieht der in Kalifornien lebende französische
Unternehmer Jean-Louis Gassée aus der NSA-Affäre: "Wir haben absolutes Wissen einer Gruppe von Menschen gegeben, die dieses Wissen für sich behalten wollen, die zu glauben scheinen, sie selbst wüssten es am besten - aus Gründen, die sie nicht nennen können oder wollen - und die sich
über das Gesetz gestellt haben. General Keith Alexander, der Chef der NSA, schlägt vor, dass 'Gerichte und Politiker' die Medien davon abhalten sollen, unsere Spionagetätigkeiten zu enthüllen. Ist die Situation hoffnungslos? Können wir nur noch beten, dass wir nicht eines Tages die bösen Jungs wählen, die die Überwachungswerkzeuge
zu unserem Schaden benutzen werden? Ich fürchte, so ist es."
Glenn Greenwald kommentiert die jüngsten Enthüllungen und geht dabei besonders auf die
Heuchelei der Europäer ein: "Erstens, beachten Sie,
wie uninteressiert Kanzlerin Angela Merkel reagierte, als vor Monaten enthüllt wurde, dass die NSA deutsche Bürger massenhaft überwachte und wie sie sich erst empörte, als sich herausstellte, dass auch sie ein Zielobjekt war. ... Zweitens, all diese Regierungen erklären jetzt, wie neu diese Enthüllungen seien,
wie glücklich sie seien, dies alles zu erfahren, und wie sehr sie Reformen befürworteten. Wenn das stimmt, warum erlauben sie dann, dass die Person, die ihnen all diese Erkenntnisse verschaffte -
Edward Snowden - von der amerikanischen Regierung
strafrechtlich verfolgt wird?"
Außerdem: Der
Autor Christopher de Bellaigue würde das
moderne Istanbul jederzeit tauschen gegen das alte, von Orhan Pamuk
beschriebene.