
Vergangene Woche wurde die Etablierung eines
staatlichen Literaturstipendiums für Schriftsteller der mittleren Generation (zwischen 35 und 65 Jahren), samt einer Liste von dreißig plus 15 Stipendiaten verkündet, die von den unterschiedlichen Schriftstellerorganisationen zwischen Weihnachten und Neujahr nicht öffentlich nominiert worden waren. Das Stipendium wird aus dem Budget des Petőfi Literaturmuseums (PIM) unter der Leitung von Szilárd Demeter finanziert und trägt den Namen des kürzlich verstorbenen Schriftstellers und Dichters János Térey. Ein Stipendiat soll für fünf Jahre etwa
1000 Euro monatlich erhalten. In der ersten Woche haben fünf der Nominierten unter anderem aufgrund der unklaren Vergabekriterien das Stipendium zurückgewiesen. Einige Kritiker, wie der Schriftsteller Gergely Péterfy sprachen einer Ausbezahlstelle für politische Günstlinge. Andererseits gibt es Schriftsteller und Dichter mit beachtlichen Werken, wie etwa István Kemény, Attila Bartis oder Dániel Varró, die das Stipendium schweigend annahmen. In der heftigen Debatte um dieses Stipendium
meldet sich jetzt der
Lyriker Ferenc Szíjj zu Wort, der seine Nominierung abgelehnt hat: "Es soll dreißig Stipendiaten geben, sie sollen fast genauso viel Geld bekommen, wie die Mitglieder der Digitalen Literaturakademie, sie sollen das Geld für fünf Jahre erhalten, in dieser Zeit werden sie die Nation mit vielen Werken beschenken. Wie die Dreißig ausgewählt werden sollen, ist für einen Direktor kein wirkliches Problem, es sollen sowohl von hier als auch von drüben welche dabei sein, aber
von hier sollen es halt mehr sein, das ist ja natürlich. (…) Ich lese weiterhin, dass einige meiner Freunde unter den Stipendiaten sind - ich verdamme sie nicht, ich denke, dass jeder Einzelne seine Gründe hat. Es gibt einige, von denen ich weiß, dass dieses Stipendium
ihr Leben retten wird. Doch ich bin der festen Ansicht, dass dieses Stipendium so, wie es verwirklicht wurde, der
perfideste Zug der gegenwärtigen Literaturpolitik war. Und ich habe keinen Zweifel, dass weitere perfide Züge folgen werden."