Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Literatur

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 22.12.2025 - Literatur

Wenn Joachim Lottmann, von schwerer Krankheit bereits sichtlich gezeichnet, bei Möbel Horzon in Berlin-Mitte zur vielleicht letzten Lesung lädt, dann lässt SZ-Kritiker Peter Richter auch im Urlaub alles stehen und liegen und nimmt den nächsten Billigflieger zurück in die Heimat. Und Lottmann liest vor eingeschworenem Publikum, das sich nochmal an die großen Tage der Popliteratur erinnert, und lässt schließlich lesen, während sich der Raum schließlich doch allmählich leert. Dann bittet der Schriftsteller "einen befreundeten Journalisten, noch einen Bericht über eine Reise ins Westjordanland vorzulesen. Und der hat es dermaßen in sich, dass keiner mehr geht. Das, was gern Popliteratur genannt wird, hat ja zumindest eine vage Verwandtschaft mit dem Barock, mit dem Pikaresken, mit dem Schelmenroman. Und vielleicht ist das tatsächlich der effektivste, jedenfalls provozierendste Ton für dieses Thema. Am Ende beschreibt Lottmann den Touristen aus Europa, also sich selbst, wie er in einem Flüchtlingslager seine Visitenkarte überreicht und den Dolmetscher zum Übersetzen nötigt. 'Er nickte genervt, tat wie abwesend. Ich versuchte ganz deutlich zu sprechen: I am famous. I am a star. I am on Facebook.'"

Weitere Artikel: Paul Jandl freut sich in der NZZ über die zweite Staffel von Helene Hegemanns Literatursendung "Longread", für die die Schriftstellerin ausführlich mit Prominenten über Bücher redet: "Es menschelt, aber auf die kluge Art." Im Standard-Gespräch mit Gerhard Zeillinger unterstreicht der Schriftsteller Karl-Markus Gauß, dass er - entgegen dem Titel des über ihn gedrehten Kinoporträts "Schlendern ist mein Metier", das allerdings vorerst nur in Österreich zu sehen ist - keineswegs zur Entschleunigungstruppe gezählt werden möchte: "Persönlich sind mir die Schlagfertigkeit, die wache intellektuelle Reaktionsfähigkeit ja näher." Marc Reichwein (Welt), Roman Bucheli (NZZ) und Alexander Cammen (Zeit) erinnern an Giovanni Boccaccio, dessen 650. Todestag mit einigen Buchveröffentlichungen begangen wird. Und die Jury des Tagesspiegel gibt die besten Comics des Jahres bekannt - auf den ersten drei Plätzen: Ulli Lusts "Die Frau als Mensch", Birgit Weyhes "Schweigen" und Olivier Schrauwens "Sonntag".

Besprochen werden unter anderem neue Lyrikbände von Etel Adnan, Sonja vom Brocke und Theresa Luserke (Perlentaucher), Roberto Simanowskis Essay "Sprachmaschinen" (FR), Richard Schuberths "Der Paketzusteller" (Standard) und neue Kinder- und Jugendbücher, darunter Sabrina Schmohls "Bodhi, Joe und ein Dorf voller Geister" (FAZ). Mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 20.12.2025 - Literatur

Der große Kurt Flasch (95, zwanzig Bücher im Perlentaucher) denkt in der SZ anlässlich neuer Boccaccio-Übersetzungen über den Liebesbegriff des italienischen Autors nach. "Liebe in ihrem ganzen Umfang - von der sexuellen Regung bis zur Bewegung der Sterne - unter dem Wortgeröll der Prediger hervorzuholen, das war von 1300 bis 1350 die Aufgabe. 'Liebe' war bei Boccaccio alles andere als eine kleine Technik, sich das Leben etwas angenehmer zu machen. Amor - das war der wilde, überwältigende Liebesgott, der Willensfreiheit nicht ausschloss, aber gefährdete. Fortuna, das Glück, war kein kraftloses Bild, sondern eine Macht, die das Weltgeschehen bestimmte. Amor und Fortuna können den Menschen zerreißen; diese Urgewalten fördern und gefährden die Liebe."

Außerdem: Der Literaturwissenschaftler Mathias Mayer beugt sich in "Bilder und Zeiten" der FAZ über den "Faust" und einige Gedichte Goethes, um zu erkunden, wie jener immer wieder versucht hat, sein Deutsch grammatikalisch griechischer zu machen. Dieter Bachmann erzählt in der NZZ von seiner Begegnung mit Peter Frisch, dem Sohn des Schriftstellers Max Frisch. Und die FAZ kürt die besten Romane des Jahres.

Besprochen werden unter anderem Tezer Özlüs "Die kalten Nächte der Kindheit" (taz), Jon Fosses "Vaim" (FR), Christoph Heins "Das Havelberger Konzert" mit Bach-Novellen (FR), neue Comics, darunter Jacques Tardis "Nestor Burma" (taz), Thorsten Nagelschmidts "Nur für Mitglieder" (Tsp), Taras Schewtschenkos "Flieg mein Lied, meine wilde Qual" und Lesja Ukrajinkas Erzählband "Am Meer" (NZZ), Elena Winters "So der Sohn" (FR), Irene Solàs "Ich gab dir Augen, und du blicktest in die Finsternis" (FR), Richard Schuberths "Der Paketzusteller" (taz), Anja Kampmanns "Die Wut ist ein heller Stern" (FR), Paul Hosers Biografie über Hermann Esser (taz), die von Matthias Jügler herausgegebene Anthologie "Wir dachten, wir könnten fliegen" (FR), Robert Jackson Bennetts Fantasy-Krimi "The Tainted Cup" (FR), der von Cornelia Wild herausgegebene Band "Dialoge mit Pasolini" (FAZ) und Marlene Streeruwitz' "Prinzessinnenkunde" (ZeitOnline). Mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 19.12.2025 - Literatur

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Für Intellectures spricht Thomas Hummitzsch mit Matthias Fersterer, einem der Übersetzer, die in den letzten Jahren die 2018 verstorbene Science-Fiction-Klassikerin Ursula K. Le Guin ins Deutsche übertragen, unter anderem für den in Sachen SF-Geschichte überaus engagierten Carcosa Verlag. Die Autorin, die ihre großen Werke in den Siebzigern und Achtzigern verfasste, aber bis zuletzt das Zeitgeschehen kommentierte, ist heute vielleicht wichtiger denn je, meint Fersterer: Ihre Romane "erweitern unseren Möglichkeitssinn hin zu der Erkenntnis, dass gesellschaftliche Konventionen und Sozialbeziehungen keineswegs genau so sein müssen, wie wir sie heute gewohnt sind, und Machthierarchien alles andere als zwangsläufig sind." Ihre Erzählwelten "sind nicht beliebig, sondern fußen auf anthropologischer Beobachtung, fast möchte ich sagen: Sie sind, wenngleich fiktiv, in einem menschheitsgeschichtlich Sinn 'wahr'."

Besprochen werden unter anderem László Krasznahorkais "Zsömle ist weg" (Standard), eine Sonderausgabe von Thomas Manns "Buddenbrooks" (FR), Irina Scherbakowas Memoir "Der Schlüssel würde noch passen" (FR) und Maria Lazars Erzählband "Gedankenstrahlen" (FAZ). Mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 18.12.2025 - Literatur

Besprochen werden unter anderem Anna Seghers' "Ich will Wirklichkeit. Liebesbriefe an Rodi 1921-1925" (NZZ), James Tureks und Erik Weisers Wimmelbild-Buch "Das Entdeckerbuch" (FAZ.net), die Memoiren der Pussy-Riot-Musikerin und -Aktivistin Maria Aljochina (FAZ) und Natascha Wodins "Die späten Tage" (SZ). Mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 17.12.2025 - Literatur

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Nobelpreisträgerin Herta Müller ist, lesen wir in der Zeit, tief beeindruckt von András Viskys Roman "Die Aussiedlung", der ins Rumänien der 1950er zurück führt und vom Schicksal einer deportierten Familie erzählt. Verfasst in einer "multiplen Ichperspektive", entsteht ein Erinnerungsraum, der keiner Chronologie bedarf: "Es wird von innen nach außen erzählt. Das Dokumentarische wird magisch, die Zeit vergeht in ihren eigenen Kadenzen, Sätze und Absätze enden nie mit einem Punkt, immer nur mit einem Komma. So entsteht ein Erzähldrang, der Sog einer inneren Notwendigkeit. Eine schmerzhafte Spannung hält alles zusammen. Dazu der perfekte mündliche Ton, wie laut zu sich selbst gesagt - ein Gedächtnismonolog, der eingefädelt ist in die Sätze der Bibel."

Weiteres: Rüdiger Görner erinnert sich in der FAZ daran, wie Marcel Reich-Ranicki 1999 in Frankfurt erstmals aus seiner Autobiografie "Mein Leben" las. Besprochen werden unter anderem András Viskys "Die Aussiedlung" (NZZ, Zeit), Juliane Baldys "Frau Fünf" (taz), Anna Prizkaus "Frauen im Sanatorium" (Welt), Josefine Rieks' "Wenn auch das gefällt" (Standard), Colombe Schnecks "Lügen im Paradies" (NZZ) und Viktorie Hanišovás "Sonntagnachmittag" (FAZ). Mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr.
Stichwörter: Müller, Herta, Visky, Andras

Efeu - Die Kulturrundschau vom 16.12.2025 - Literatur

Zum 250. Geburtstag von Jane Austen durchleuchten Birte Förster und Jürgen Kaube in der FAZ das Werk der Schriftstellerin nach den unangenehmsten Figuren. Dlf Kultur hat aus demselben Anlass eine "Lange Nacht" von Regina Kusch und Andreas Beckmann über Austen wieder online gestellt. Außerdem verkündet die Krimibestenlisten-Jury vom Dlf Kultur die besten Krimis 2025.

Besprochen werden unter anderem Eli Sharabis Erfahrungsbericht "491 Tage. In den Tunneln der Hamas" (taz), Janine Barchas' und Isabel Greenbergs Comicbiografie über Jane Austen (taz) und Aldous Huxleys Essay "Zeit der Oligarchen" (Welt). Mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 15.12.2025 - Literatur

Anna Dreussi denkt in einem Standard-Essay über das Schreiben von Frauen über sich selbst nach. "Es ist einfach, einer Frau Eitelkeit vorzuwerfen. Es ist einfach, die Gedanken einer Frau als Oberflächlichkeiten abzutun. Ich will nicht aufhören, über mich selbst zu schreiben. Ich will nicht aufhören, vom Selbst anderer zu lesen. ... Die Texte, die wir lesen, entscheiden mit, in wen wir uns hinein versetzen können. Neue Perspektiven bedeuten auch mehr Empathie. Das ordnet diese Welt neu. ... In einem Text kann ich ein Selbst verhandeln, über das ich manchmal keine Macht zu haben scheine. Ich fühle mich fremdbestimmt in einer Welt, die sich nicht nach mir richtet, die davon profitiert, auf mich herabzublicken. Durch das Schreiben lässt sich diese Fremdbestimmung zerlegen. Durch das Schreiben über mich kann ich mich betrachten und sehen, was mich geprägt hat."

Außerdem: Alexander Kluy führt im Standard durch Leben und Werk von Jane Austen, die vor 250 Jahren geboren wurde. Tilman Spreckelsen erinnert in der FAZ an die Wiederentdeckung mittelalterlicher Literatur um 1800 und wie diese dem Publikum vermittelt wurde. Das Literatur-Team von Dlf Kultur verkündet die besten Kinder- und Jugendbücher des Jahres. Besprochen wird unter anderem Jonas Hassen Khemiris "Drei Schwestern" (Standard).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 13.12.2025 - Literatur

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Im "Literarischen Leben" der FAZ spricht Thomas David mit der Schriftstellerin Linn Ullmann über deren neuen Roman "Mädchen '83", in dem sie lose autobiografisch eine Episode aus ihrer Jugend verarbeitet, als sich ein Fotograf mittleren Alters an sie als Sechzehnjährige heranpirschte. So wie sie im Roman dem männlichen Blick aber einen weiblichen entgegen hält, ist sie auch im echten Leben für Differenzierungen, sagt sie. Dass seit MeToo auch Schriftstellerinnen selbstverständlicher in den Fokus der Aufmerksamkeit rücken, begrüßt sie. Aber "ich bin mit der ganzen Idee, Kunst und Künstler zu canceln, nicht einverstanden und finde, dass sie unser Verständnis von Kunst und der Zeit, in der sie entstanden ist, nur einschränkt. ... Alles, was nach einem Verbot von Kunst aussieht, ist extrem gefährlich. Derzeit erleben wir weltweit viele Verbote von Büchern. Es ist auch ein Problem für akademische Einrichtungen, wenn Studentinnen oder Studenten sagen, sie könnten die Griechen nicht lesen, weil es sie triggert, wenn Zeus Leda vergewaltigt, und alle in Sensibilisierungskurse gehen."

Am 16. Dezember vor 250 Jahren kam Jane Austen auf die Welt, die taz würdigt sie mit einem bereits seit einigen Tagen gefütterten Schwerpunkt, zu dem heute weitere Artikel dazukommen: Katharina Granzin arbeitet sich lose durch Leben und Lebensumstände der britischen Schriftstellerin, Jenni Zylka sichtet zahlreiche Film- und Serienadaptionen. Roman Bucheli (NZZ) und Kathleen Hildebrand (SZ) verneigen sich ihrerseits vor Austen.

Weiteres: Die Literaturnobelpreisträgerin Han Kang folgt ihrer deutschen Lektorin Friederike Schilbach vom Aufbau Verlag zu Ullstein, berichtet Julia Encke in der FAS. Der Autor Jeremy Adler erinnert sich in "Bilder und Zeiten" der FAZ an seine Freundschaft mit dem tschechischen Schriftsteller Bohumil Hrabal, der stets "auf seinem Recht bestand, als Autor einen eigenen Standpunkt unabhängig vom Staat einzunehmen". Auch in "Bilder und Zeiten" liest sich der Schriftsteller und Historiker Felix Philipp Ingold durch Neuerscheinungen, die neue Erkenntnisse über Nabokov versprechen: Michael Maars "Das violette Hündchen" begegnet er mit vorsichtiger Skepsis, Boris Ostanins bislang nur auf russisch vorliegendem Konvolut von Materialien und Fundstellen hingegen mit entzückter Euphorie. Ebenfalls in "Bilder und Zeiten" notiert der chinesische Schriftsteller Shen Haobo Erinnerungsfragmente seiner ersten zwanzig Lebensjahre. In der FAZ gratuliert Michael Martens dem schwedischen Schriftsteller Richard Swartz zum 80. Geburtstag.

Besprochen werden unter anderem Margaret Atwoods Memoiren "Book of Lives" (online nachgereicht von der WamS), Albert Ostermaiers Pasolini-Roman "Die Liebe geht weiter" (Standard), die Rilke-Ausstellung im Deutschen Literaturarchiv in Marbach (Welt), neue Kinder- und Jugendbücher, darunter Katharina Greves Comic "Meine Geschichte von Mutter und Tochter" (taz), Anna Prizkaus "Frauen im Sanatorium" (WamS), Lili Schnitzlers "Tagebücher. Gefährlich leben. Die letzten Jahre 1926-1928" (FAZ) und László Krasznahorkais "Zsömle ist weg" (SZ). Mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr.
Stichwörter: Ullmann, Linn, Metoo

Efeu - Die Kulturrundschau vom 12.12.2025 - Literatur

Unbedarft finden die Autoren Clemens Böckmann und Domenico Müllensiefen es in der taz, wie Mariam Lau für Zeit Online den Roman "Herrengedeck" des neurechten (und im Umfeld von Björn Höcke werktätigen) Autors Volker Zierke rezensiert hat. Sie gehe der Strategie der Rechten auf den Leim, die in den vorpolitischen Raum vorzudringen suchten, meinen die beiden. "Nicht verständlich bleibt, warum Lau Zierke vorstellt, als wäre er ein interessanter Kandidat für ein Porträt und nicht Posterboy einer Strömung innerhalb der neurechten Literatur." So "entsteht der Eindruck, 'Herrengedeck' sei ein Buch eines Rechtsextremen, das zufällig auch für Nichtrechte interessant ist. Lau schreibt, es sei 'erstaunlich' und 'verblüffend', dass aus diesem Milieu solche Stimmen zu hören sind. Dabei ist eben diese vermeintlich niedrigschwellige Anschlussfähigkeit Strategie. ... Egal, ob das Buch positiv oder negativ besprochen worden wäre, integriert die Zeit mit dieser Rezension die Neue Rechte ein Stück weiter in die gesellschaftliche Mitte."

Andreas Platthaus ärgert sich in der FAZ über den Umgang der Stadt Frankfurt am Main mit dem Andenken an Marcel Reich-Ranicki: Zwar benennt die Stadt morgen nach ihm einen Platz, der auch so ungefähr in der Nähe der einstigen Wohnadresse des Literaturkritikers gelegen ist. Doch "wer Marcel Reich-Ranicki kannte, der weiß, dass er sich hier nie aufgehalten hat, er fuhr ja nicht einmal U-Bahn. ... Nachdem Frankfurt es versäumt hat, die Reich-Ranickis zu deren Lebzeiten zu Ehrenbürgern zu machen, werden sie nun wie nebenbei abgewürdigt."

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Weitere Artikel: Die Comicjury des Tagesspiegel verkündet die besten Comics des Quartals. Auf Platz Eins: "Wiedersehen mit Comanche" von Romain Renard. Anders als Mary Wollstonecraft interessierte sich Jane Austen nur wenig für die "Schicksale aus der Unterschicht", schreibt Julia Hubernagel in der taz. Und Elke Schmitter blickt für die taz auf romantische Gefühle zu Austens Zeiten und heutzutage (alle Texte der taz-Reihe zu Austen finden sich hier). In den "Actionszenen der Weltliteratur" erinnert Michael Pilz daran, wie sich der Schriftsteller Péter Esterházy beim Fußballspielen einmal den Meniskus riss.

Besprochen werden unter anderem Gary Victors "An der Kreuzung der Parallelstraßen" (FR), eine Gesamtausgabe mit den Geschichten rund um den Kriegsreporter Frank Cappa des spanischen Comicautors Manfred Sommer (Intellectures), Sarah Iles Johnstons "Von Göttern und Menschen", in dem die Autorin die griechischen Mythen neu erzählt (NZZ), neue Bücher von Alexander Kluy und Hanns Zischler über Bleistifte (Tsp) sowie Helga Schuberts "Luft zum Leben" (SZ). Mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 11.12.2025 - Literatur

Aus Günter Grass' einstigem Wohnhaus in Behlendorf, eine kleine Autofahrt vor den Toren Lübecks gelegen, wird entgegen dem testamentarischen Wunsch des Schriftstellers nun doch keine kulturelle Einrichtung, meldet Hubert Spiegel in der FAZ. Stattdessen landet das Haus nun auf dem Immobilienmarkt." Im Grass-Haus in Lübeck trauert man der verpassten Chance nach, weiß aber auch, dass der Spagat zwischen zwei Grass-Häusern schwierig geworden wäre."

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Weiteres: In der Jane-Austen-Reihe der taz widmet sich Renate Kraft heute "Überredung", dem letzten Roman der britischen Autorin. Der Schriftsteller Thomas Hürlimann spricht in der NZZ mit Rico Bandle über seine Nahtoderfahrungen im Zuge einer komplizierten Krebsbehandlung. Claudia Fromme schreibt in der SZ zum Tod der Bestsellerautorin Sophie Kinsella.

Besprochen werden unter anderem Mariam Naiems, Yulia Vus und Ivan Kypibidas Comic "Kurze Geschichte eines langen Krieges" über den russischen Angriff auf die Ukraine (FAZ.net), Alpa Shahs Reportage "Nachtmarsch. Unterwegs mit Indiens vergessenen Guerillas" (NZZ), László Krasznahorkais "Zsömle ist weg" (Zeit) und Abdulrazak Gurnahs "Diebstahl" (FAZ). Mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr.

Außerdem ist die neue Folge des Perlentaucher-Bücherpodcasts online: Lukas Pazzini und Benita Berthmann diskutieren über Irina Scherbakowas "Der Schlüssel würde noch passen" und Tezer Özlüs "Die kalten Nächte der Kindheit". Außerdem sprechen sie mit dem Schriftsteller Deniz Utlu, der Özlüs Buch neu übersetzt hat.
Stichwörter: Grass, Günter