Dass immer mehr gestandene Mannsbilder - zuletzt etwa
Daniel Craig in seinem rosa Auftritt bei der Premiere seines letzten
James-Bond-Films - in der Mode gesetzte
Geschlechtergrenzen überschreiten ist ja "alles schön und total gut",
schreibt Anne Goebel in der
SZ. "Aber etwas mehr Mut brauchte es 1933, um als Frau in Hosen durch Paris zu schlendern. Sie wurde dafür fast verhaftet:
Marlene Dietrich, immer noch, um es neudeutsch auszudrücken, die schönste Cross-Gender-Kreatur. Die Männermätzchen von heute hätten ihr wahrscheinlich nicht mehr als eine
leichte Regung der geschwungenen Brauen entlockt, wenn überhaupt." Und "dass Marlene Dietrich Mode immer benutzt hat, um ihr Bild in der Öffentlichkeit zu perfektionieren, lässt sie heute als eine Art Visionärin des
Instagram-Zeitalters erscheinen. Mit dem entscheidenden Unterschied: Als Perfektionistin hätte sie sich keinem noch so guten Bildbearbeitungsprogramm anvertraut und auch nicht dem besten Stylisten.
Sie machte alles selber. Wenn schon Kunstgeschöpf, dann nach ihren Regeln."
Die
Krawatte ist derweil von den Männern zu den Frauen gewandert,
stellt dazu passend Tillmann Prüfer im
ZeitMagazin fest: Männer, insbesondere in der Politik, flüchten das zierende Kleidungsstück mittlerweile fast schon, doch "all das,
was Männer fürchten, ist für Frauen höchst interessant. So auch die Krawatte. Von den Männern geschmäht, spielt sie jetzt eine herausragende Rolle in der Damenmode. Und zwar nicht als bloßes Zitat der männlichen Krawatte, die ein formelles Outfit zusammenhält, sondern als
frei kombinierbarer Halsschmuck."