Außer Atem: Das Berlinale Blog
Stichwort: Hunde - 19 Artikel - Seite 2 von 2
Außer Atem: Das Berlinale Blog 08.02.2013
Der israelische Regisseur Yariv Horowitz besitzt ein beachtliches Gespür für absurde Situationen, bittere Ironie und alltäglichen Wahnsinn. Und da er sich auch mit den Gesetzen der Thermodynamik, der Klaustrophobie und der Labyrinthe auszukennen scheint, kann man ihm attestieren, dass er mit seinem Film "Rock the Casbah" die Pulverfass-Atmosphäre des Gaza-Streifen wirklich gut rüberbringt! Horowitz folgt darin einem Trupp junger Soldaten, der nach Ausbruch der ersten Intifada, im Frühsommer 1989, in einem Flüchtlingslager die Ordnung aufrecht erhalten soll. Trotz genauester Anweisungen und Vorschriften für jedes denkbare Vorkommnis eine unmögliche Aufgabe, denn die Gegner der Soldaten sind meist Kinder. Von Thekla Dannenberg
Außer Atem: Das Berlinale Blog 15.02.2012
Aus dem Gefängnis in die unfreundliche Wirklichkeit: Germanisten denken da sofort an Franz Bieberkopf, und auch der Weg von Francine scheint auf den ersten Blick nur eine Richtung zu kennen: nach unten. Von Elena Meilicke
Außer Atem: Das Berlinale Blog 10.02.2012
Wenn afrikanische Regisseure über das neue afrikanische Kino lästern, dann haben sie meist einen Film vor Augen, der mit europäischen Geldern koproduziert wurde, eine Migrationsgeschichte erzählt und zur Freude eines schuldbewussten Publikums auf Festivals und bei Arte gezeigt wird. Und wahrscheinlich wird er nie in einem afrikanischen Kino zu sehen sein. Kann gut sein, dass Michel Zongos "Espoir Voyage" zu hundert Prozent das Klischee des Weltkinos erfüllt, er ist aber trotzdem sehr schön und sehr sehenswert. Von Thekla Dannenberg
Außer Atem: Das Berlinale Blog 11.02.2011
Den ersten und vorletzten Lacher (viel später war noch mal was mit einem leicht anallegorisierten Hund) gab es beim Vorspann. Nicht enden wollend war die Liste der Geldgeber und Koproduzenten, irgendwann wurde es komisch. Und leider stand am Ende von "El premio" fest, dass es mehr als diesen Vorspann da sinnvollerweise auch nicht zu besprechen gibt. Nur die Eckdaten im Telegrammstil: Argentinien, irgendwann zur Zeit der Militärdiktatur. Mutter und Tochter fliehen aus nicht näher erläuterten Gründen in zugiges Häuschen am Strand. Die Mutter schweigt, vorzugsweise. Tochter geht zur Schule, gewinnt einen Preis für ein Loblied auf das argentinische Militär. Die Mutter ist nicht amüsiert. Von Ekkehard Knörer
Außer Atem: Das Berlinale Blog 11.02.2011
In einem seiner vielen unfreiwillig erhellenden Interviews vor Berlinale-Beginn hat deren Chef und leider auch künstlerischer Leiter Dieter Kosslick die folgenden sehr ominösen Worte gesprochen: "Und raten Sie mal, warum ich neuerdings so gerne verrate, dass ich Yoga mache! Da bahnt sich was an." Soll wohl heißen, dass es demnächst eine Berlinale-Sektion "Sonnengruß für Anfänger" geben wird (kann ja vielleicht nicht schaden bei dem Scheißwetter, das sich nach gestriger Irreführung jetzt doch eingestellt hat). Was sich ein Kosslick in seinen yogischen Träumen sicher nicht ausmalen konnte, war dagegen ein Forums-Film wie der in den USA entstandene "Utopians" des Polen Zbigniew Bzymek: die Geschichte eines Yogalehrers der anderen Art. Von Ekkehard Knörer
Außer Atem: Das Berlinale Blog 18.02.2010
Zu den erstaunlichen und manchmal gelinde verstörenden Erfahrungen, die man im Sturm eines Festivals macht, gehört die, dass beinahe jeder Film, so sehr man selbst unter ihm leidet, seine Freunde, Anhängerinnen und Fürsprecher findet. Ein besonders eklatanter Fall ist da für mich der vorgestern im Wettbewerb gelaufene Rafi-Pitts-Film "Shekarchi". Ich saß in meinem Cinemaxx-Sessel und konnte, je länger er dauerte, desto weniger fassen, was mir da zugemutet wird. Den Saal verließ ich im Bewusstsein, eines der wirklich unerfreulichen Berlinale-Erlebnisse hinter mich gebracht zu haben. Die Lektüre der Kritiken, der Blick in den Kritikerspiegel belehrten mich dann - nun ja, nicht eines anderen, denn ich sehe den Film noch ganz genauso; ich bin jetzt aber doch um die Erkenntnis reicher, dass viele Kolleginnen und Kollegen in "Shekarchi" ein vollkommen respektables Werk sehen. Von Ekkehard Knörer
Außer Atem: Das Berlinale Blog 14.02.2010 Wenn man für ein Festival akkreditiert ist und von Auftrags wegen auf eine Schiene des Festivals abonniert ist, ergeben sich manchmal hübsche Überraschungen: Da ich sowieso die Wettbewerbsvorführungen um 12 Uhr besuche, schaue ich (meist) im Vorfeld gar nicht erst näher hin, was mich erwartet.
Entsprechend erstaunt war ich, als sich in "Greenberg" plötzlich Ben Stiller (in der der Titelrolle) mit verwuschelter Frisur ins Bild dreht und - er hatte kurz zuvor einen Nervenzusammenbruch - verstört ins Telefon flüstert: "Da sind Leute im Pool."
An dieser Stelle ist der Film schon einige Minuten alt und hat bis dahin seine Signale deutlich gesendet: Indiewood. Von Thomas Groh