Außer Atem: Das Berlinale Blog

Stichwort: Exil - 6 Artikel

Wahrheit oder Wahrnehmung: Visar Morinas "Exil" (Panorama)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 26.02.2020 Als Xhafer von der Arbeit nach Hause kommt, hängt eine tote Ratte an seinem Gartenzaun. Der aus dem Kosovo stammende Pharmaingenieur lebt schon seit Jahren mit seiner Frau Nora und zwei gemeinsamen Kindern in einem Einfamilienhaus, als ihn das Gefühl beschleicht, auf der Arbeit ausgegrenzt zu werden. Vergeblich sucht er den Raum für das Team-Meeting, nach verlorenen Informationen aus seinen Akten, nach Ansprechpartnern, seinem Vorgesetzten. Und ebenso vergeblich versucht er klarzustellen, dass ihm Steine in den Weg gelegt wurden, dass er aus dem E-Mail-Verteiler absichtlich entfernt wurde. Immer zur falschen Zeit am falschen Ort, findet er kein Gehör. Die Kollegen haben keine Zeit oder nehmen ihn nicht ernst. Wird Xhafer systematisch schikaniert? Weil er aus dem Kosovo kommt? Von Nina Sabo

Freibeuter: Cyril Tuschis 'Khodorkovsky'

Außer Atem: Das Berlinale Blog 15.02.2011 Michail Chodorkowski ist vieles auf einmal: Zunächst aber einer, der mit Hilfe von Jelzin in den Neunzigern zu einem der reichsten Männer des neuen, damals wildwestkapitalistischen Russland aufstieg. Ein Oligarch ohne Skrupel, ein Geschäftsmann, dem man nach der Übernahme des Ölkonzerns Yukos Geschick als Manager und das Mittun beim Aufbau eines bis heute im Prinzip so fortbestehenden korrupten Systems des Gebens und Nehmens zwischen Wirtschaft und Politik attestieren kann. Um 2000 aber durchlebt er etwas, das von manchen als Wandlung beschrieben wird. Er unternimmt den Versuch, den Yukos-Konzern zu einem Unternehmen zu machen, das westlichen Vorstellungen von Transparenz so sehr genügt, dass der Westen es als Geschäftspartner auf Augenhöhe attraktiv finden kann. Von Ekkehard Knörer

Home movies aus Nordkorea: 'Sona, the Other Myself' von Yang Yong-hi (Forum)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 12.02.2010 Vor vier Jahren präsentierte das Forum "Dear Pyongjang" (hier mehr in einem pdf-Dokument), einen kleinen Dokumentarfilm über einen Besuch der Regisseurin Yang Yong-hi und ihrer exilkoreanischen Familie bei der Verwandtschaft in Nordkorea. Eindrucksvolle Bilder aus einer im Allgemeinen hermetisch abgeriegelten Welt, aber auch die tragische Familiengeschichte, die hinter diesen Bildern zum Vorschein kam, machten den Film zu einem der stärksten seines Berlinalejahrgangs. Von Lukas Foerster

Essen, Singen, Scheiden, Regen: Wang Quan'ans 'Eröffnungsfilm 'Tuan Yuan' (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 11.02.2010 Eine pikante Situation: 50 Jahre nach der Trennung von China und Taiwan, die zahllose Familien zerriss, kehrt der einstige Soldat Liu zu seiner Ex-Frau Yu-E aus dem taiwanesischen Exil zurück. Seine taiwanesische Frau ist vor kurzem gestorben, Yu-E wiederum ist mittlerweile Großmutter einer ansehnlichen chinesischen Familie. Was als Wiedersehen beginnt, scheint bald eine Zerreißprobe in Aussicht zu stellen: Liu ist entschlossen, Yu-E nach Taiwan mitzunehmen. Von Thomas Groh