"Die propalästinensische Bewegung im Westen muss öffentlich ihre
Verurteilung der Hamas signalisieren und die Forderungen der Demonstrierenden in Gaza anerkennen: ein Ende des Kriegs, die sichere Rückkehr der Geiseln und die Vertreibung der Hamas aus Gaza",
fordert in der
taz der palästinensische Aktivist
Hamza Howidy, der nicht versteht, warum die Inhaftierung eines Unibesetzers in den USA so viel mehr Aufregung unter sogenannten propalästinensischen Aktivisten im Westen verursacht als Ermordung von
Oday Nasser al-Rabay durch die Hamas (
unser Resümee). "Seit 18 Monaten werden die Stimmen der Menschen in Gaza, die alles riskieren, um sich von der Hamas zu befreien, in der weltweiten Diskussion meist ignoriert oder abgetan. ... Das Schweigen angesichts der Proteste in Gaza und die
fehlende Empörung über den Tod junger Demonstrierender sind ein Armutszeugnis für die
selektive Solidarität, die den globalen Diskurs durchdrungen hat. Widerstand gegen die Hamas wird ignoriert, weil er nicht in den ideologischen Rahmen vieler passt, die behaupten, sich für die Rechte der Palästinenser einzusetzen."
Im
Spiegel unterhält sich Muriel Kalisch mit
Theodor Meron, Holocaust-Überlebender, Jurist und Berater des
Internationalen Strafgerichtshofs, über den Holocaust, den Haftbefehl gegen Israels Premier Benjamin Netanjahu ("Wenn Herr Merz die Peinlichkeit vermeiden möchte, Menschen zu verhaften, gegen die Haftbefehle erlassen wurden, könnte er sie einfach bitten, nicht nach Deutschland zu kommen.") und die illegalen
Siedlungen im Westjordanland, deren Rechtmäßigkeit er nach dem Sechstagekrieg für den damaligen Premierminister Levi Eshkol bewerten sollte: "Ich habe klargemacht, dass die Einrichtung von zivilen Siedlungen im Westjordanland gegen die vierte Genfer Konvention verstößt, die sich mit den Rechten und Pflichten von Besatzungsmächten befasst und den Rechten der Bevölkerung in besetzten Gebieten. ... Heute sprechen wir oft von rechten Parteien, die die Siedlungsbewegung unterstützen. Die
ersten Siedlungen wurden jedoch unter einem Premier der
linken Arbeitspartei Avoda errichtet. Aber auch ich hätte nicht gedacht, dass die Siedlungen diese Dimensionen annehmen", so Meron, der eine Zweistaatenlösung des Nahostkonflikts für die einzig mögliche hält.
Eine Zeitlang schien es, als könnte sich
Boualem Sansal nach der Verurteilung durch das algerische Regime Hoffnung auf eine Begnadigung machen. In den letzten Tagen aber hat sich die algerisch-französische Krise
drastisch verschärft,
erzählt Claus Leggewie im
Perlentaucher: "Im Zentrum steht jetzt der algerische Influencer Amir Boukhors, der seit 2016 in Frankreich lebt, dort politisches Asyl genießt und von dort als 'Amir DZ' mit einem Blog gut informiert Skandale und Finanzaffären der algerischen Nomenklatura aufdeckt. Das wird von mehr als einer Million Followern in der Diaspora und auch in Algerien zur Kenntnis genommen und nährt den
Ruf der Korruption und Misswirtschaft, der dem Regime begründet anhaftet." Andere, proalgerische Influencer, die
zu Terror aufriefen, wurden von Algerien hingegen nicht wieder aufgenommen, so Leggewie. Die Krise führte zur gegenseitigen Ausweisung von Botschaftspersonal. Sansal könnte zur "Geisel einer Konfrontation" werden. Um so wichtiger, dass andere europäische Länder,
vor allem Deutschland, Initiativen ergreifen, schließt Leggewie.
Amerika ist fest in der Hand von Broligarchen, die die amerikanische Wirtschaft zerstören, konstatiert die schottische
Schriftstellerin A.L. Kennedy in der
SZ. Doch langsam stellt sich Widerstand dagegen und einem Trump-ähnlichen Politikstil ein. So stützt Spanien seine Wirtschaft gegen die Zölle mit eigenem Geld ab, Macron hat sich zu einer Vermögenssteuer durchgerungen und in den USA schwellen seit dem 5. April immer weitere Demonstrationen gegen Trump an. "Liebes Deutschland, du hast Tesla zurückgewiesen und mit deinen Demonstrationen gegen Rechts den Prozess des Massenprotestes
gegen den weltweiten Faschismus begonnen. Wenn ihr den Glauben an eure Zukunft habt, könnt ihr ein Vorbild für uns alle sein. Die Alternative ist in Großbritannien und den USA zu besichtigen. Und das ist keine Alternative."