Das auf algerische Themen konzentrierte Magazin
rupture-mag.fr veröffentlicht in mehreren Teilen eine Recherche des Journalisten Mohamed Sifaoui, die in kürzerer Form im
Journal du Dimanche erschienen war. Sifaoui geht Aktivitäten des
algerischen Geheimdienstes in Frankreich nach und kann belegen, wie Frankoalgerier
unter Druck gesetzt werden. Seit einiger Zeit haben die französischen Geheimdienste "einen zunehmenden Druck auf Personen
mit doppelter Staatsangehörigkeit (französisch-algerisch) festgestellt, insbesondere auf diejenigen, die sensible Positionen bekleiden. Ziel ist es, sie zur Zusammenarbeit mit den algerischen Geheimdiensten zu zwingen, manchmal sogar gegen die Interessen ihres eigenen Landes." Sifoaui nennt einige Beispiele: "Der erste, den wir Kamel nennen werden, ist ein
französisch-algerischer Polizist. Ende 2022 lernt er über einen Freund einen algerischen 'Diplomaten' namens Aziz kennen. Im Laufe ihrer freundschaftlichen Treffen beginnt dieser, die Möglichkeit anzudeuten, bestimmte 'nützliche Informationen' über Oppositionelle oder französische Verwaltungsverfahren zu beschaffen. Kamel begreift sehr schnell: Man versucht, ihn anzuwerben. Als er höflich ablehnt, eskaliert die Situation. Der Ton wird härter, die Drohungen heimtückischer. Es werden Andeutungen über
seine in Algerien lebende Familie gemacht." Kamel kooperiert zunächst, offenbart sich dann aber den französischen Behörden.
In Frankreich herrscht zugleich eine
seltsam ratlose Stimmung gegenüber den Provokationen Algeriens, deren schlimmste nach wie vor die Inhaftierung
Boualem Sansals für eine Meinungsäußerung ist. "Aber was passiert bei uns",
fragt der
Le-Point-Kolumnist Etienne Gernelle: "Die Gefängnishaft Sansals ruft
natürlich Emotionen hervor, aber nicht so stark, wie es nötig wäre. Vor allem sind diese Emotionen nicht einstimmig: Immerhin haben 28 Abgeordnete der Nationalversammlung
gegen eine Resolution gestimmt, die seine Freilassung forderte! Alle stammen natürlich aus Jean-Luc Mélenchons LFI. Das ist zwar kaum überraschend, aber dennoch, wie gesagt,
abscheulich."
Die Regisseurin
Wendy Sachs, deren Film "October 8th" den Antisemitismus thematisiert, der schon am Tag nach dem Hamas-Angriff losbrach, sieht Hinweise darauf, dass einige propalästinensische Studentengruppen von der Aktion gewusst haben, wie sie im
NZZ-Interview mit Andreas Scheiner
erklärt: "Diese Studenten eigneten sich im Nu die Sprache an, die die Hamas benutzt. So nannte die Hamas den Terrorangriff die 'Al-Aksa-Flut', und die Studenten sprachen davon, die Straßen zu 'fluten'. Sie verwendeten auch sofort die Hamas-Ikonografie, etwa das rote Dreieck, auf dem Campus. Das geschah
ohne jede zeitliche Verzögerung. Ja, das ist mein Eindruck. Tatsächlich gibt es gegenwärtig ein Verfahren vor einem Bundesbezirksgericht in New York, in dem dieser Vorwurf aufgearbeitet wird. Der Social-Media-Account eines Ablegers von SJP, der viele Jahre inaktiv schien, meldete sich offenbar genau drei Minuten vor Beginn des Terrorangriffs aus dem Tiefschlaf und verlautete: 'We're back.'"
Trump hat sich vom Emir von Katar eine
Boeing 747-8 zum Preis von 400 Millionen Dollar schenken lassen, das "teuerste Geschenk aller Zeiten", wie Josef Joffe bei
Zeit Online berichtet. Dass Trump damit gegen die Verfassung verstößt, sollte niemanden mehr wundern. Für den US-Präsidenten macht das im Sinne einer Schutzgeld-Logik total Sinn, merkt Joffe an: "'Gäbe es uns nicht, würden die heute nicht mehr existieren'", sagte Trump. So wäscht die eine Hand die andere zum beiderseitigen Gewinn.
Wir schützen, die zahlen." Den Wählern gefällt es indes nicht gut: "Sie spüren Korruption, zumindest Interessenkonflikte zwischen dem Staatsoberhaupt Trump und Geschäftsmann Trump sowie zwischen dem Weißen Haus und der Familie des Präsidenten."