Im Interview mit Zeit online denkt die Philosophin Lisa Herzog über den Liberalismus nach, oder vielmehr über die verschiedenen Formen des Liberalismus, die es inzwischen gibt: Sie selbst "habe den Begriff Liberalismus inzwischen fast aufgegeben. In der politischen Landschaft sehe ich eine linksliberale Linie kaum noch. Ich spreche deshalb lieber von Wirtschaftsdemokratie und knüpfe damit an meine damaligen Argumente an: Mir geht es um die Idee, dass Menschen am Wirtschaftsleben beteiligt sein sollten und die Freiheit haben, sich einzubringen. Es geht mir also um eine positive Form von Freiheit", die auch darin bestehe, "die Frustration von Eigeninitiativen im bürokratischen Dschungel nicht hinnehmen zu wollen. Die gegenwärtige Regelungswut und das Maß an Verrechtlichung, das den Einzelnen entgegensteht, erzeugen eine Asymmetrie und frustrieren junge Start-ups ebenso wie Bürgerinitiativen. Nur große professionelle Player und Platzhirsche mit Finanz- und Rechtsabteilungen haben die Mittel, im großen Stil zu handeln. ... Lokale Player mit ihren Lösungsansätzen von unten sind da machtlos."
Eher ein bisschen fromm und vor allem ratlos klingt, wie der linke österreichische Autor Robert Misik in der taz auf den zweiten Wahlsieg Trumps reagiert. "Die Gegenwart lehrt uns, dass die Abwehr der Barbarei nicht gelingen wird, wenn sie rein defensiv bleibt. Gegenwart und Geschichte lehren, dass man einerseits das Verstunkene, das Verstockte, das Autoritäre und Repressive angreifen, dabei aber auch ein Bild künftiger besserer Lebensweisen entstehen lassen muss. Diese Visionen bilden sich im Brodelnden, Elektrisierenden des Neuen, in der Kunst, der Literatur, der Poesie, den Wissenschaften, der Architektur, mit Rationalismus, mit Stilrevolutionen; in der Verbesserung von Stadtteilen, in den kleinen Utopien hier und da, der Freude an der Freiheit..."
Die Literaturwissenschaftlerin Susanne Klingenstein lebt und lehrt in Boston. In der FAZ schildert sie die verzweifelten Reaktionen ihrer Kollegenschaft und der Studenten (inklusive ihrer Tochter) auf die Wiederwahl Trumps, ein "Heulen und Zähneklappern", für das sie nur Spott übrig hat. Die Trump-Wähler dagegen hätten zumindest aus ihrer subjektiven Sicht rational agiert: "Das Wahlverhalten der Latinos kommentierte der Militär- und Althistoriker Victor Davis Hanson, der im kalifornischen Fresno eine Farm bewirtschaftet. Latinos, sagte er in einem Gespräch mit GB News, hätten Unternehmergeist und wählten in seiner Gegend jedenfalls bevorzugt körperlich anstrengende Berufszweige ('muscular professions') wie Bau, Klempnerei oder Elektrotechnik. Während Trumps erster Amtszeit von 2016 bis 2020 waren sie erfolgreich. Danach gefährdeten die massive illegale Einwanderung und die Inflation ihre Unternehmen. Sie hielten sich die Nase zu und wählten Trump. Und so machten es viele. Den Wahlausgang, so Hanson, bestimmte 'die Botschaft, nicht der Botschafter'."
Der französische PhilosophGaspard Koenig erzählt im Interview mit der Welt (und in seinem gerade in Frankreich erschienenen Buch "Agrophilosophie"), sein Umzug aufs Land habe ihn gelehrt, dass Liberalismus und Ökologie sehr gut zusammengehen: "Man muss zwischen den Begriffen Marktwirtschaft und Wachstum unterscheiden. Die UDSSR war sozialistisch und produktivistisch, und ihre Bilanz in Bezug auf die Umwelt ganz besonders katastrophal. Immerhin hat sie es sogar fertiggebracht, ein ganzes Meer verschwinden zu lassen (den Aralsee). Der Kapitalismus ist eine Form des Austauschs. Die Idee des ständigen Wachstums führt dazu, dass ein gewisser Prozess blockiert wird. Die Schaffung eines Mehrwerts bedeutet, etwas zu festigen und das, was man produziert, quasi unvergänglich zu machen. Damit einige Dinge wachsen können, müssen jedoch andere vergehen. Und damit neue Lebewesen heranwachsen können, muss der Boden erst molekulare Bestandteile von toten Körpern zersetzt haben. Gäbe es nur Wachstum, würde das Universum aus allen Nähten platzen! Wachstum und Zerfall sind die beiden natürlichen Atmungsbewegungen unseres Planeten. ... Wachstum darf also für die öffentliche Politik kein Ziel sein. Was jedoch nicht bedeutet, dass man keine Wirtschaftsorganisation beibehalten kann, die auf Freihandel und Kapital basiert. Es war ja schließlich auch die Landwirtschaft, die Märkte, Messen und die ersten Börsen erschaffen hat. Wenn es einem gelingt, der Erde einen kapitalistischen Wert zu verleihen, so macht man aus ihr wieder ein Objekt von wirtschaftlichem Interesse und könnte Milliarden in die Regenerierung des Bodens investieren. Das ist es, was man manchmal als regenerative Finanzierung bezeichnet."
In der tazerinnert sich Dirk Knipphals an seinen Philosophieprofessor Herbert Schnädelbach, der im Alter von 88 Jahren gestorben ist: "Den vernunftkritischen Impulsen aus Frankreich, die in der Zeit breit diskutiert wurden - Stichwort: Das Andere der Vernunft -, stand er dagegen skeptisch gegenüber, ließ sie aber in Seminaren gründlich rezipieren und kontrovers diskutieren. An einem Universalismus der Vernunft, selbstverständlich stets selbstkritisch und sprachpragmatisch aufgeklärt, hielt er fest." In der FAZ schreibt Christian Geyer.
In der FRschreibtGeert Keil, Professor für Philosophische Anthropologie in Berlin, einen Nachruf auf den PhilosophenHerbert Schnädelbach, den er als temperamentvollen Verteidiger der Vernunft - gegen Hegel, Adorno und die 68er - würdigt: "Schnädelbachs anhaltendes Interesse galt dem Begriff der Vernunft und dem Projekt einer philosophischen Rationalitätstheorie unter den nachidealistischen Bedingungen einer modernen Wissenschaftskultur. Eine solche Theorie müsse auch die Aufklärung über die historische, kulturelle und sprachliche Verfasstheit der Vernunft zu ihrer eigenen Sache machen. Die Bedingtheit der Vernunft stehe ihrem universalistischen Anspruch nicht entgegen, sondern sei in eine anthropologisch informierte Rationalitätstheorie zu integrieren. In diesem Sinne betrieb Schnädelbach eine 'Rehabilitierung des animal rationale', so der Titel einer seiner Aufsatzsammlungen. Für die Rede vom 'Anderen der Vernunft' und die Sirenengesänge einer radikalen Vernunftkritik, die in den 1980er Jahren aus Frankreich herübertönten, war er taub. Man brauche viel Vernunft, um sie zu kritisieren." (Etwas irritierend ist allerdings, dass der Tod von Schnädelbach sonst nirgends gemeldet wird, nicht mal die Wikipedia weiß davon.)
Bestellen Sie bei eichendorff21!Nur den populistischen Parteien gibt der Politologe Jan Gerber, Autor eines Essays zum Thema, im Gespräch mit Jens Winter von der wochentaz eine Zukunft. Dazu zählt er in Deutschland neben AfD und BSW auch die Grünen, denn sie setzten ebenfalls auf "Emotionalisierung, Polarisierung, Reflex und Beschleunigung". Den Faschismus-Vergleich hält Gerber mit Blick auf die AfD für völlig daneben: "Der historische Faschismus und der Nationalsozialismus waren Massenbewegungen und beruhten auf einem Bündnis mit den alten Eliten. Im Unterschied dazu hat der Populismus weder eine schlagkräftige Massenbasis noch setzen die alten Eliten in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft auf ein Bündnis mit ihm, zittern sogar vor ihm." Und "der permanente Kampf, der Krieg und die revolutionäre Umwertung aller Werte, auf denen der Faschismus basierte, sind für die meisten Populisten Horrorvorstellungen. Statt des jugendbewegten Selbstopfers, das für Mussolini und Co. wichtig war, sehe ich eher betagten Selbsterhalt. Das heißt nicht, dass der Aufstieg des Populismus keine Katastrophe ist. Man kann ihr allerdings nicht wirkungsvoll begegnen, wenn man falsche historische Analogien bemüht."
Die Ideenhistorikerin Marci Shore, die in Yale lehrt (und nebenbei mit Timothy Snyder verheiratet ist) findet die Faschismus-Analogie dagegen tatsächlich sehr passend, zumindest mit Blick auf Trump. Es ist allerdings auch für sie nicht einfach eine Wiederholung der Geschichte. Den neuen Faschismus beschreibt sie in der wochentaz so: "In vielen slawischen Sprachen kommt der Begriff obnazhenie vor, was soviel heißt wie 'Entblößung'. Vor einem Jahrhundert war dies ein Motiv der Avantgarde-Poetik ('die Entblößung des Geräts'). Heute ist es ein wesentliches Element des postmodernen Neo-Totalitarismus. Nichts ist verborgen. Wladimir Putins Spin-Doktor Wladislaw Surkow beschrieb den Putinismus folgendermaßen: 'Die brutalsten Strukturen seines Machtgerüsts verlaufen unmittelbar entlang der Fassade, unverschleiert durch irgendwelche architektonischen Auswüchse.' Trump macht keinen Versuch, zu verbergen, dass für ihn alle Beziehungen transaktionaler Natur sind. Er tut nicht einmal so, als würde er Prinzipien verfolgen oder dem Leben anderer einen Wert beimessen, und er unternimmt keinerlei Versuche, Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Gewalt zu verbergen."
Buch in der Debatte
Bestellen Sie bei eichendorff21!Peter Sloterdijk hat ein Buch über Europa geschrieben. Auch über den Rechtspopulismus macht er sich ein paar charakteristisch paradoxe Gedanken, die er im Gespräch mit Hans Monath vom Tagesspiegel erläutert: "Rechtspopulistische Phänomene gehören längst zu den Stabilisatoren der Konstruktion", sagt er mit blick auf die Europäische Union. "In der Architekturtheorie gibt es einen anregenden Begriff, der auf den großen Ingenieur Buckminster Fuller zurückgeht: 'Tensigrität'. Fuller war zu der Einsicht gekommen, dass ein modernes Bauwerk nicht mehr nur durch die übliche Statik bestimmt werden kann. In der traditionellen Architektur werden die Lasten des Bauwerks durch Wände oder tragende Teile, zum Beispiel Säulen, auf ein Fundament abgeleitet. In Fullers Welt halten sich die Lasten auch durch Zugspannungen, wie sie etwa durch Stahlseile und Stäbe geleistet werden." Übrigens hat Sloterdijk auch eine Idee zur Frage, warum dieser Rechtspopulismus in den Neuen Ländern besonders erfolgreich ist: "Es wundert mich überhaupt nicht. Dass Menschen, denen viel mehr geschenkt wurde, als sie jemals zurückgeben könnten, nicht nur undankbar werden, sondern einen Hass gegen die gebende Seite entwickeln, das ist nahezu ein psychologisches und moralisches Gesetz."
Richard Herzinger nimmt in der NZZ die Denkgebäude des amerikanischen Politologen John Mearsheimer auseinander, der sich als geostrategischer "Neorealist" geriert, was im Blick auf die Ukraine eigentlich nur heißt, dass sie sich Russland unterwerfen soll. In Mearsheimer, so Herzinger, verbindet sich der prorussische mit dem antisemitischen Affekt, denn Mearsheimer hat in seinem gemeinsam mit Stephen Walt verfassten Pamphlet "Die Israel-Lobby" im Jahr 2007 einen Klassiker des aktuellen Antisemitismus publiziert, in dem er "behauptete, jüdische Organisationen hielten die USA davon ab, ihren wahren weltpolitischen Interessen zu folgen. Dieses Zerrbild erinnert an das alte antisemitische Stereotyp vom Judentum als einem Fremdkörper im Inneren der Nationen. Schon die amerikanischen Isolationisten der dreißiger und vierziger Jahre agitierten nicht nur gegen den Kriegseintritt der USA in Europa, sondern auch gegen Waffenlieferungen an Großbritannien. Diese seien sinnlos, da die Briten den Krieg gegen Hitler ohnehin verlören. Wortführer dieses Isolationismus waren die Antisemiten Henry Ford und Charles Lindbergh, die das 'Weltjudentum' bezichtigten, Amerika in den Krieg treiben zu wollen."
Man sollte rechtsextreme Thinktanks nicht unterschätzen, fordert Johannes Geck vom Institut für Zeitgeschichte München-Berlin auf der Meinungsseite der taz. Aus dem Kreis um Götz Kubitschek im formell aufgelösten Institut für Staatspolitik nennt er vor allem den Politikwissenschaftler Benedikt Kaiser, der heute Mitarbeiter eines AfD-Abgeordneten im Bundestag ist. Er fordert gegenüber seinen Parteigenossen eine "prononciert rechte Theoriearbeit". "Bei dem Versuch der Umsetzung dieses Vorhabens entstehen vor allem eklektische Denkfiguren wie die des 'solidarischen Patriotismus'. Er fordert, 'Arbeit (zu) entlohnen und (zu) würdigen, nicht Spekulation', da die 'Verpflichtung fürs Ganze' über dem Einzelnen stehe. Indem er das Bild eines schlechten Kapitalismus auf der einen und einer guten Marktwirtschaft auf der anderen Seite zeichnet, streift er ferner die antisemitisch konnotierte Dichotomisierung von 'raffendem' und 'schaffendem' Kapital. Statt einer sozial und ethnisch diversen Gesellschaft steht am Ende das Ziel einer homogenen Gemeinschaft." Ebenfalls in der tazberichtet eine Reportergruppe, wie gern sich Björn Höcke mit einigen der sächsischen Rechtsterroristen zeigte, die gerade festgenommen wurden. Und Lorenzo Gavarini spricht mit dem Soziologen Klaus Dörre über die Wissenschaftspolitik der AfD.
Zum dreißigsten Todestag von Karl Popperbetont der Philosoph und Mitherausgeber von Poppers gesammelten Werken Hans-Joachim Niemann die Aktualität von Poppers Philosophie in den gegenwärtigen Debatten um die Krise der Demokratie. "Es sei ein reiner Aberglaube, mahnte Popper, dass das Volk oder die Mehrheit nicht unrecht haben und nicht unrecht tun könne. Das ist der Kern der 'offenen Gesellschaft'. Der von Popper geprägte Begriff steht für das, was früher unscharf 'westlich' genannt wurde: Gesellschaften, die offen sind für Kritik und Aufklärung. Sie stehen im Gegensatz zu den geschlossenen Gesellschaften der Autokraten, die ihre Bürger mit allen Mitteln gegen Kritik abschirmen, weil sie wissen, dass deren Eindringen für ihr System schlimmer wäre als ein schleichendes Gift oder ferngesteuerte Präzisionsraketen."
Auf Zeit Online sieht Hans Christoph Böhringer in den Community Notes auf Twitter (oder X) eine Chance für diese polarisierte Plattform. "Die Idee: Nutzer schreiben Anmerkungen zu Tweets und bewerten die Anmerkungen anderer Nutzer. Was genug Zustimmung bekommt, erscheint als Hinweis für alle Nutzer unter dem Tweet." Der Twist ist nun, dass die Kommentare von Usern, die sich bei Community-Notes erst uneinig und bei späteren einig sind, höher platziert werden und nicht vom Algorithmus geordnet werden. Im Moment ist der Algorithmus aber immer schneller als die Interaktion zwischen den Usern. "Sie sind nicht immun gegen Manipulation - und trotzdem sind Community Notes ein Instrument für Informationsvielfalt. Sie ermutigen, den Behauptungen von oft mächtigen Menschen sachlich zu widersprechen."
Anne Applebaum hat am 20. Oktober in der Paulskirche in Frankfurt am Main den Friedenspreis des deutschen Buchhandels erhalten und eine großartige Dankesrede gehalten. An einer Stelle möchte Richard Herzinger in seiner Perlentaucher-Kolumne allerdings Widerspruch anmelden. Sie sagte, der Kampf gegen totalitäre Bedrohungen sei auch ein Kampf gegen "Hoffnungslosigkeit und Pessimismus" im Westen. Ist es nicht eher ein blinder Optimismus, der Europa und die Welt gegenüber Putin in die Irre geführt hat? "Das berühmteste Beispiel dafür, dass eine scheinbar 'pessimistische' Weltsicht die Widerstandskräfte der Demokratie gegen ihre Feinde keineswegs lähmen oder doch zumindest schwächen muss, hat Winston Churchill geliefert. Als er in der Stunde größter existenzieller Bedrohung seines Landes dessen Geschicke in die Hand nahm, verzichtete er darauf, die Lage schönzufärben und die Bevölkerung mit optimistischen Parolen bei Laune zu halten. Statt dessen erklärte er bei seinem Amtsantritt als Premierminister im Mai 1940 unverblümt: 'Ich habe nichts zu bieten außer Blut, Mühsal, Tränen und Schweiß'. Gerade diese düstere Ansage mobilisierte die Widerstandskräfte der britischen Gesellschaft und befähigte sie, der vermeintlichen Übermacht der NS-Kriegsmaschine standzuhalten."
Dirk OschmannsBuch "Der Osten - eine westdeutsche Erfindung" hat hierzulande im letzten Jahr gigantische Erfolge gefeiert. Oschmann betätigt sich da als eine Art Edward Said aus Sachsen-Anhalt und behauptet, der "Osten" sei vom Westen in einer perfiden Kolonialstrategie konstruiert worden. Das Buch ist auch auf Russisch übersetzt worden, und dem Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk sind auf Twitter einige Merkwürdigkeiten an der Übersetzung aufgefallen, über die Alexander Schultze bei ntv.deberichtet. So wird in der Übersetzung der Begriff Krieg vermieden, die Rede ist von einem "Konflikt" zwischen Russland und der Ukraine: "Dies lässt Kowalczuk schäumen. Er wirft Oschmann und dem Ullstein-Verlag vor, 'völlig inakzeptable Zensureingriffe hingenommen' zu haben. Wer sich der Sprachpolitik des Kreml unterwerfe, verrate Grundprinzipien der Meinungsfreiheit und der Menschenrechte, so der Historiker. 'In diesem Fall macht man sich auch zum Komplizen russischer Geschichtspolitik, russischer Tagespolitik und des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine.'"
Das deutsche Parteiensystem steckt in einer Legitimationskrise, konstatiert Georg Diez auf Zeit Online. Das habe vor allem mit Entscheidungen in den 1990ern zutun, die gezeigt hätten: "Globalisierung führt nicht zu mehr Wohlstand für alle; die Ungleichheit wächst; Institutionen sind entscheidend für gerechten Wohlstand. Nicht der Markt, sondern der Staat." Dies wollen die Parteien aber nicht einsehen, weshalb die Wähler immer mehr zur AfD abwandern."
Der Begriff "Ressentiment" hat besonders unter Linken Konjunktur und unterstellt den meisten Menschen, ihren Emotionen nicht Ausdruck zu verleihen und im Affekt zu handeln, schreibt der Historiker Jürgen Grosse in der NZZ. Dass dieser Vorwurf die Linken selbst trifft, bemerkt diese nicht. "Täter der Ressentimentpolitik wie Opfer des Ressentimentverdachts agieren unter derselben kulturellen Konstellation. In ihr sind bestimmte Gefühle als moralisch unzulässig markiert. Das läuft oft auf Begriffsverschiebungen hinaus, wie die Beispiele des als 'gerecht' akzeptierten Zorns und des durchweg mit Sanktionen belegten Hasses zeigen. Deutliche Akzentwechsel gab es auch im - ursprünglich ja positiven - Wortsinn von 'Wutbürger' und 'Querdenker'. Derzeit am stärksten ist der Trend, gewisse Affektausdrücke generell moralisch zu canceln und juristisch zu ahnden."
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