Perlentaucher-Autor

Drago Jančar

Drago Jančar wurde 1948 in Maribor, Slowenien, geboren. Er gilt als der bedeutendste Schriftsteller Sloweniens. 1974 wurde er wegen "feindlicher Propaganda" inhaftiert; es ging dabei um den Bericht eines Überlebenden der Massaker von Bleiburg. Nach dreimonatiger Haft wurde er zum Militärdienst eingezogen. Jančars umfangreiches Oeuvre umfasst mehrere Bände Kurzprosa, Romane, Bühnenstücke und eine Vielzahl von Artikeln und Aufsätzen zu politischen, historischen und kulturellen Themen. 1978 erschien sein erster Roman, "Galjot" (1978; dt. "Der Galeot", 2004), In "Zvenenje v glavi" (1998; dt. "Rauschen im Kopf", 1999) erzählt vom Aufstand in einem jugoslawischen Gefängnis. Zuletzt erschien der Roman "Severni sij" (1984; dt. "Nordlicht", 2011) in einer deutschen Neuübersetzung. Für sein schriftstellerisches Werk wurde Jančar von zahlreichen internationalen Kulturinstitutionen prämiert. Er erhielt u.a. den Prešeren-Preis (1993), den Europäischen Preis für Kurzprosa (1994), den Kresnik-Preis für den besten slowenischen Roman des Jahres (1998) sowie den Jean-Améry-Preis für Essayistik (2007). Jüngst wurde er für sein Lebenswerk mit dem Prix Européen de Littérature (2012) ausgezeichnet. Drago Jančar lebt in Ljubljana.

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Der Fall Europas?

Literarischer Rettungsschirm für Europa vom 29.09.2012 29.09.2012. Interpretation bedeutet in der modernen Welt, in der verschiedene Werte und Sichtweisen des Lebens koexistieren, zwangsläufig auch Konfrontation. Davon jedoch, fürchtet der slowenische Autor Drago Jan?ar, wollen die Pragmatiker des freien Handels nichts wissen. Und darum stehen wir heute vor einer apokalyptischen Vision: Fällt der Euro, fällt Europa.