Und wenn man in der Übersetzung die
selbstverliebtesten Phrasen rausstreicht, dann könnte
Bernard-Henri Levys neues Buch sogar in der englischsprachigen Welt ein Erfolg werden,
glaubt der britische Ex-Diplomat und Politiker
George Walden, der mit einer Spur von Neid nicht nur auf BHL, sondern auch auf Frankreich blickt: "Nicht nur könnte Levy nirgends außer in Frankreich existieren; die Umstände, die es ihm erlaubten, den [libyschen] Krieg zu beeinflussen, wie er es tat, wären in jedem anderen westlichen Land
undenkbar: Ein Regierungssystem, in dem freischaffende Philosophen etwas bewirken können (man denke an Regis Debray und Mitterand); ein Präsident, der nach intellektueller Wertschätzung schmachtet; ein Premierminister, Außenminister und Armeechef, die es akzeptieren, öffentlich von einem Autor im Rennen um das
Ohr des Präsidenten geschlagen zu werden - wo würde man das sonst finden? Und Levy war nicht einmal ein Unterstützer Sarkozys oder gar ein Freund."
P.G. Wodehouse hat während seiner Kriegsgefangenschaft in Deutschland einige Radiosendungen gemacht, in denen er amüsante Anekdoten über das Gefängnisleben erzählte. Die Deutschen nutzen das zu Propagandazwecken, aber daraus kann man Wodehouse
keinen Vorwurf machen, denn er war total unpolitisch,
meint A.N. Wilson nach Lektüre der Briefe von Wodehouse: "Viele Leute glauben, es sei die Pflicht eines Autors, sich mit der 'Realität' zu beschäftigen. In den 30ern hielten es viele von Wodehouses Kollegen mit der Linken und 'identifizierten' sich mit der Spanischen Republik oder mit
Stalins Sowjetunion. Eine kleinere Gruppe schloss sich Ezra Pounds, Henry Williamsons und Celines öffentlichem Bekenntnis zum
Faschismus an. Aber die zentrale Anziehungskraft von Wodehouse, einem Meister der Sprache, liegt in seiner Fähigkeit, in Redewendungen und Absätzen zu leben, und nicht einen größeren Ausblick zu eröffnen."