Angus Trumble hat die autobiografischen Essays der
Literaturkritikerin Terry Castle gelesen, die
Susan Sontag einmal als die 'ausdrucksstärkste und erhellendste' aller KritikerInnen bezeichnet hat. Die Wirrungen ihres akamdemischen und (homo-)sexuellen Lebens beschreibt Castle schonungslos, wie Trumble feststellt: "Und schlussendlich erfahren wir von der schmerzhaften Affäre mit 'der Professorin' in all ihrer trostlosen Unvermeidbarkeit. Wir hören von grausamen Gedankenspielen und fürchterlichem Verhalten, das beschämende Spektakel
jugendlicher Lust und, natürlich, Lust im mittleren Alter, von Panikattacken in Abschlussprüfungen und der
geladenen Waffe, die 'die Professorin' in ihrer Nachttischschublade verwahrte, 'um sie beim Sex rauszuholen und zu betrachten' und von den harten Lektionen danach."
Die Historikerin Jane Caplan
ist beeindruckt von
Ian Kershaws neuen Buch "The End", in dem der britische Hitler-Biograf die letzten Tage des Dritten Reichs untersucht. Kershaws Buch ist eine
Mentalitätsstudie der politischen Macht: "Im Großen und Ganzen handelt es sich um eine unglaublich ambitionierte Suche nach den Motiven für das
ungebrochene '
Überleben' in jeglichem Wortsinn. Obwohl dieses Buch nicht unter der Frage geschrieben wurde, wie der Krieg endete, sondern warum er
nicht endete, ist diese Studie nicht im Geist des Gegenbeweises entwickelt worden. Vielmehr entfaltet Kershaw, der Meister der multifaktischen Erklärung, diese Frage und nimmt uns tief mit hinein in die Strukturen des Nazi-Regimes und deren Einfluss auf Machthaber und Untergebene."