
In einer umfangreichen Reportage
erzählt Peter Hessler, der lange Zeit in
China gelebt hat, wie der
größte Stausee der Welt am
Jangtse entstand und künftig "die Vergangenheit" des Landes überfluten wird. Die Bevölkerung stehe dem Projekt mehrheitlich positiv - oder ins Unvermeidliche ergeben - gegenüber, die "Umsiedlungen" aus dem Staubereich werde von vielen durchaus als "Fortschritt" oder Gewinn gewertet. Hessler selbst hat auf seiner jetzigen Reise entlang des Jangtse dagegen vor allem "gespürt, dass das
Timing für den Damm perfekt war (...). Den größten Staudamm der Welt zu bauen, erfüllte die
Träume der Kommunisten, sie hätten das jedoch nie vor den Marktreformen, in den Zeiten der Isolation und des Chaos, geschafft. (...) Wenn die Menschen in Zukunft auf Chinas Wandlungsperiode zurückblicken, wird eins der bleibenden Monumente dafür eine
riesige Menge toten Wassers mitten in China sein."
Zu
lesen ist die Erzählung "The Walk with Elizanne von
John Updike, Hendrik Herzberg
fragt sich anlässlich des neuen kanadischen Eherechts für Schwule, warum die USA nicht ein
kleines bisschen mehr wie Kanada sein könnten, und (der Brite) Ian Frazier
berichtet von Erfahrungen, die belegen, dass "alle
Filmbilder von Amerika genau stimmen".
In seiner
Rezension von
Michel Houellebeqs Roman
"Plattform" zeichnet
Julian Barnes ein wunderbares
Porträt des Autors und erklärt, was
"unverschämte Kunst" auszeichnet: "... sie muss einen mit der
Kraft ihrer Rhetorik und der Starre ihrer
Verzweiflung überzeugen. Sie darf keine Zeit lassen für Reaktionen wie 'Moment mal, das kann nicht stimmen'."
Besprochen wird weiter eine "faszinierende"
Studie über
"Boogaloo" (mehr
hier), die "Quintessenz amerikanischer Popmusik". Der Autor
Arthur Kempton ventiliere darin "die Lebensläufe und Karrieren von
Rhythm-and-Blues-Stars", darunter von Motown-Records-Gründer Berry Gordy (mehr
hier und
hier), "von fünziger bis zu den siebziger Jahren der erfolgreichste schwarze Plattenproduzent der Welt", erklärt Rezensent Hilton Als. Außerdem gibt es
Kurzbesprechungen, darunter ein differenziertes
Porträt der Militärakademie West Point (mehr
hier) für das der - zunächst "militärkritische" - Rolling-Stone-Journalist David Lipsky mehrere Jahre recherchiert hat ("Von allen jungen Leuten, die ich getroffen habe, waren die West-Point-Kadetten - obgleich sie wirklich
große Jammerer sind - am glücklichsten").
Nancy Franklin
porträtiert den Schauspieler
Tony Shalhoub, von dessen TV-Serie "Monk" jetzt die zweite Staffel läuft. Um Londoner
Theaterpremieren geht es bei John Lahr ("His Girl Friday", "Elmina's Kitchen"), und David Denby
sah im Kino
"The Hulk" von
Ang Lee und die Folgeproduktion:
"Charlie's Angels: Full Throttle".
Nur in der
Printausgabe: ein Text über den städtebaulichen Umgang mit dem
Lincoln-Center, Überlegungen zur Frage, ob man mit dem Druck von Geldscheinen noch immer
Popstars erzeugen kann, das
Porträt einer vermutlich depressiven 19-Jährigen und
Lyrik von Richard Wilbur und James Tate.