Magazinrundschau - Archiv

Gentlemen's Quarterly

31 Presseschau-Absätze - Seite 1 von 4

Magazinrundschau vom 23.02.2021 - Gentlemen's Quarterly

Gabriella Paiella unterhält sich mit Patricia Lockwood - als Twitterin ("es ist Frivolität, die ich online gern auslebe") nicht weniger bekannt denn als Autorin - über deren neues Buch "No One Is Talking About This", das in weiten Strecken um die sozialen Medien kreist. An einem Punkt des Gesprächs geht es um den Sturm auf das Kapitol, der zwei verschiedene Twitterstreams auslöste: der eine superernst politisch, der andere voller lustiger Meme. "Es waren zwei gleichzeitige Streams, und noch seltsamer wurde es für mich", sagt Lockwood, " durch die Tatsache, dass ich an diesem Tag Interviews gab. Ich gebe zu, dass ich einige der verstörendsten Interviews meines Lebens gegeben habe. Aber ich habe auch amerikanische Interviewer erlebt, die sich über Zoom einschalteten, und es war absolut wie auf dem Friedhof, düstere Gesichter. Ich sprach mit Leuten in Britannien und sie sagten: "Also, das war urkomisch. Wir haben das hier alle genossen. Dieser Wolfs-Typ!" Mich hat dieses sehr langsame Rinnsal der Geschichte interessiert. Es war wie: 'Oh, ein paar Typen treiben sich im Kapitol herum. Jetzt bewegen sie sich zielstrebiger. Jetzt schlagen sie die Fenster und Türen ein.' Zu dem Zeitpunkt musste ich zum Friseur, weil ich ein Fotoshooting für ein Interview hatte. Und ich fragte mich: 'Stirbt Nancy Pelosi gerade, während ich mir den Pony schneiden lasse?' Ich denke, es ist gesund, sich zu einem bestimmten Zeitpunkt von Twitter zurückzuziehen. Aber in Zeiten wie diesen sagt man sich: 'Okay, ich springe in das Portal und sehe, was passiert, weil es eine Million Augen sind.' Nur so kann man alle Seiten erleben. Die absurden Seiten und die tragischen Seiten. Es ist nicht so, dass es ein komplett lustiges Ereignis war, offensichtlich. Es ist auch nicht so, dass es komplett tragisch war. Und das Portal hat sich wirklich zu einem Ort entwickelt, an dem wir all diese Seiten erleben können - es ist der einzige Ort, an dem man das tun kann."

Magazinrundschau vom 26.01.2021 - Gentlemen's Quarterly

Sehr fesselnd liest sich Joshua Hammers Reportage über die Jagd des UN-Kriegsverbrechertribunals nach dem ruandischen Kriegsverbrecher Félicien Kabuga. Der schwerreiche Immobilientycoon war einer der Hauptverantwortlichen für den Völkermords an den Tutsi: Er betrieb das berüchtigte Radio Milles Collines und stattete die Hutu-Milizien mit Hunderttausenden von Macheten aus. Im Mai 2020 wurde er in Paris gefasst, vor allem dank der Arbeit des australischen Ermittlers Bob Reid. Aber trotzdem liest sich irritierend, wie naheliegend sein Versteck war: "Wie eine Handvoll weiterer hochrangiger Kriegsverbrecher schaffte es auch Kabuga zu entkommen. Er verschwand aus dem Gedächtnis. Menschen viel es zunehmend schwerer, sich an sein Äußeres zu erinnern. Einige hielten ihn für tot. Aber natürlich war Kabuga am Leben. Er wurde still und leise begünstigt von einem ausgeklügelten und achtsamen Kader von Unterstützern - einem Netzwerk, das einige seiner dreizehn Kinder umfasste. Über die Jahre hinweg manövrierten ihn seine Söhne und Töchter über Grenzen und hielten ihn immer seinen Verfolgern einen Schritt voraus. Dies erforderte permanente Konzentration, aber auch Ressourcen und die Verbindungen eines einst mächtigen Magnaten. Seine Kinder mieteten Wohnungen für ihn, verschafften ihm gefälschte  Pässe und schützen seine Identität. Als er älter wurde, sorgten sie für ihn. Zwangsläufig wurden sie in sein Lügengeweben hineingezogen. Einer dieser vertrauten Beschützer war Kabugas Sohn Donatien Nshimyumuremyi, der glaubte, er helfe einem unschuldigen Mann der unverdienten Verfolgung zu entkommen und möglicherweise auch den Tutsi-Feinden, die es darauf abgesehen hätten, seinen Vater zu ermorden. Vor nicht allzu langer Zeit traf ich Donatien in einer warmen Nacht in Paris in einem der Außenbezirke. Während wir draußen in einem Cafe saßen, erzählte er vorsichtig von den Täuschungsmanövern, die er und seine Familie zwei Jahrzehnte lang betrieben hatten. Am Ende würde er auch erklären, wie alles aufgeflogen war: 'Wir hatten niemals darauf vertraut, dass er in Sicherheit sein würde', erzählt Donatien. 'Es gab Momente, in denen man normal sein konnte und nicht dran denken musste. Es war nicht immer in unserem Kopf. Aber ich schwöre, wir waren niemals locker.'" 26 Jahre nach dem Völkermord war Hammer klar, dass "nichts, schon gar nicht ein Schuldspruch vor dem Tribunal in Arusha, den Glauben der Familie an die Unschuld ihres Vaters erschüttern würde. Sie lebten in einer Blase alternativer Fakten, unempfindlich gegen Skepsis, zusammengehalten von ethnischer Solidarität, unerbittlicher Propaganda, Leugnung und familiärer Liebe und Loyalität."

Magazinrundschau vom 02.06.2020 - Gentlemen's Quarterly

Gabriella Paiella porträtiert den großartigen Steve Buscemi, dessen markantes Gesicht lange Zeit das Aushängeschild des amerikanischen Independentkinos gewesen ist und der mit der HBO-Serie "Boardwalk Empire" endgültig den Rang eines auch im Mainstream bekannten Superstars erlangt hat. Keine schlechte Karriere für einen, der mal als Feuerwehrmann angefangen hat: "In Buscemis bisherigem Werk gibt es ein wiederkehrendes Thema, das er fest entschlossen hinter sich lassen will. 'Ich kann einfach nicht mehr so gut mit Gewalt umgehen wie früher', sagt der Mann, dessen berühmtester Filmtod darin bestand, in 'Fargo' mit einer Axt in Stücke geschlagen und schließlich in einen Hackschnitzler geschoben zu werden. Nachdem er in 'The Sopranos' vermöbelt wurde, versprach er sich zumindest halbherzig, keine Rollen mehr anzunehmen, in denen er ermordet wird ('Wenn man von Tony Soprano um die Ecke gebracht wurde, was kann noch folgen? Da sollte wirklich Schluss sein.') Und dann gibt es da das Problem, selbst den Killer zu spielen. In 'Boardwalk Empire' gibt es diese eine Szene, in der Nucky einem Teenager in den Hinterkopf schießt, die ihn innehalten ließ. 'Mir fiel es schwer, die Gefühle abzuwehren, dass es tatsächlich ich selbst war, der den Abzug drückt', sagt er."
Anzeige
Stichwörter: Buscemi, Steve, Gewalt

Magazinrundschau vom 09.07.2019 - Gentlemen's Quarterly

Ted Chiang ist ein Science-Fiction-Autor, der sich mit seinen Veröffentlichungen eher rar macht, dafür aber besonders konzentriert über die Folgen der Technologisierung und Digitalisierung nachdenkt. Dass sich zuletzt auch der literarische Betrieb gegenüber Science-Fiction durchlässig zeigt, hält er, wenn auch etwas reserviert, für eine erfreuliche Entwicklung, erklärt er im Gespräch: "Ich denke, es gibt mehrere Gründe, warum Science-Fiction heute als respektabler gilt: Zum einen leben wir heute in einer derart technologisch gesättigten Welt, dass jegliche Literatur, die die Rolle von Technologie in unserem Alltag ignoriert, weltfremd wirkt. Zum anderen ist die moderne Welt einfach verdammt sonderbar geworden. Hätte man in den 80ern einen Roman veröffentlicht, der das Jahr 2019 akkurat beschreibt, hätte man ihn für eine Satire gehalten. Viele Leute behaupten, dass der zeitgenössische Realismus nicht mehr in der Lage ist, die zeitgenössische Realität abzubilden - und ich denke, da ist was dran. ... Was das Konzept des 'verantwortlichen Technologiegebrauchs' betrifft, so würde ich behaupten, dass dahinter im weitesten Sinne die Idee steckt, im Gebrauch von Technik dieselben ethischen Prinzipien anzuwenden, die wir für unser Leben insgesamt als gültig erachten. Das heißt, man sollte die Vorlieben anderer Menschen auf ähnliche Weise respektieren, wie man sich das auch für die eigenen Vorlieben wünschen würde. Für Menschen, die im Tech-Sektor arbeiten, würde dies vielleicht heißen, sich einmal die Frage zu stellen, ob man persönlich das Produkt nutzen möchte, das man verkauft - man bedenke schließlich, wie viele im Tech-Sektor arbeitende Eltern den Technologiegebrauch ihrer Kinder beschränken. Ähnliches gilt für eine Tech-Company, die eine bestehende Industrie im eigenen Interesse erschüttern will: Man könnte sich vielleicht fragen, ob die damit geschaffenen Jobs tatsächlich von solcher Art sind, dass man sie selber glücklich ausführen würde."

Magazinrundschau vom 05.02.2019 - Gentlemen's Quarterly

Mit Gratismusik im Netz lässt sich kein Geld verdienen, hieß es vor ein paar Jahren noch - der gegenwärtige Boom an Soundcloud Rap beweist das glatte Gegenteil: Hier herrscht gerade Goldgräberstimmung, wie Carrie Battan in einer ausführlichen Darstellung des Hypes nachvollziehbar macht - binnen kürzester Zeit hat Hiphop die Charts eingeebnet und zur eigenen Veranstaltung gemacht. Obskure Netzmusiker sind der neue Mainstream. "Nach der Rezession, in der prekären Übergangsphase vom Verkauf physischer Alben zum Streaming, hatten HipHop-Platten weniger als zehn Prozent Marktanteil. Gefangen zwischen einer alten, kollabierenden Infrastruktur und einer neuen vielversprechenden Einnahmequelle, fiel es den Musikern - von jungen, unerfahrenen Teenagers mit einer Fanbase voller Digital Natives ganz zu schweigen - schwer, sich einen lukrativen Deal zu sichern." Doch 2017 "überholte Streaming endlich den physischen Vertrieb, was es einer aufgeweckten Meute junger Stars mit zahlreichen Online-Fans gestattete, die bröckelnden Burgmauern einzureißen. Unterstützt von glühenden Fans, luden Künstler mit absurden Images und Texten über ihren Drogengebrauch dreiste Stücke auf Soundcloud hoch, die die Grenzen zwischen den Genres verwischten und sich zu unkontrollierbaren Hits mauserten. ... Eine universelle Wahrheit besagt, dass jeder Blase einmal platzt. Doch wann immer ich andeute, dass dieser Geldfluss einmal versiegen könnte, stoße ich auf einhelligen Protest der Redakteure bei den Musikfirmen, der Manager, der Festivalgründer und Anwälte. Derzeit reiten wir auf einer derart bedeutsamen, irrwitzigen Welle, dass es nahezu unmöglich scheint, sich deren Ende vorzustellen. Sie bringen allerdings einen bestrickendes Argument vor: Alles in allem ist HipHop nicht wie Disco oder EDM. Er ist kein isoliertes Phänomen wie andere Genres zuvor. HipHop verleibt sich jedes andere Genre, jede Subkultur ein und spuckt sie in einem neuen, lärmenden Format wieder aus. In gewisser Hinsicht ist HipHop zu groß geworden, um noch zu scheitern."

Magazinrundschau vom 02.01.2019 - Gentlemen's Quarterly

In Zeiten des Internets leiden Zeitungen nicht nur unter großen Einnahmeverlusten, sie werden auch anfälliger für Angriffe beleidigter Politiker. Einen solchen Fall beschreibt Zach Baron am Beispiel der kalifornischen Lokalzeitung Fresno Bee, die es wiederholt gewagt hatte, den lokalen republikanischen Kongressabgeordneten Devin Nunes zu kritisieren. Im Frühjahr 2018 machte Nunes klar, dass er unter gar keinen Umständen mehr mit Reportern des Bee sprechen würde, im Sommer dann schaltete er im Rundfunk Attacken auf den Bee als bezahlte Anzeigen. "Bald begann Nunes auch im Fernsehen Anzeigen zu schalten, in denen er behauptete, der Bee arbeite mit 'radikalen linken Gruppen zusammen, um Fake News über ihn zu verbreiten' und er beschuldigte Reporter des Bee, 'um seine Nachbarn und die Häuser seiner Verwandten herumzuschleichen'. Im Juni antwortete der Bee mit einem Leitartikel unter der Überschrift: 'Die echte Fake News ist Devin Nunes' Anzeige über den Bee.' Dann, eines Tages im September, landete ein Hochglanz-Magazin in vielen Briefkästen der Wähler von Nunes: 38 Seiten im Stil eines Boulevardblatts, das vorgab, 'die schmutzigen kleinen Geheimnisse der Propagandamaschine des Tals' zu kennen'. Auf der Rückseite war die Fresno-Biene als rostiges, sinkendes Schiff abgebildet, umgeben von ertrinkenden Cartoon-Bienen, die Plakate hochhielten, auf denen SOZIALISMUS stand und WIDERSTAND." Man könnte das abtun, so Baron, wäre das ganze Klima derzeit nicht so vergiftet: Im Juni 2018 wurden fünf Journalisten im Newsroom der Capital Gazette ermordet, und CNN hat für seine Berichterstattung mehrfach Bombendrohungen erhalten, während Donald Trump öffentlich Journalisten als "Feinde des Volks" beschimpft.

Magazinrundschau vom 11.09.2018 - Gentlemen's Quarterly

Mit den Männern geht's zuende. Mit den Frauen eventuell auch. Männer sterben ohnehin früher als Frauen, aber sie haben noch ein ganz anderes Problem, das durch eine breite Studie jetzt wie Beton erhärtet wurde: Die Zahl ihrer Spermien sinkt in dramatischen Tempo. Außerdem sinkt die Menge des Spermas "pro Schuss", die Penisse werden kleiner, der Abstand zwischen Anus und Geschlechtsteil (der als wichtiges Maß gilt) sinkt, die Hoden werden kleiner und sind häufiger von Krebs betroffen. Alle kennen die Ursache, schreibt Daniel Noah Halpern: Es liegt am Plastik, an Weichmachern und an anderen Chemikalien. "ich rufe Shanna H. Swan an, eine Reproduktionsmedizinerin am Mount-Sinai-Krankenhaus. 'Die Frage nach der Bedeutung von Daten führt immer zu einer Extrapolation über die Daten hinaus', sagt Swan, 'das ist immer heikel. Aber man kann fragen: Wieviel ist nötig? Ab wann ist eine Art in Gefahr? Und wir sind definitiv auf diesem Weg.' Dieser Weg führt in der dunkelsten Perspektive dazu, dass wir Babies überhaupt nicht mehr auf natürliche Weise zeugen können, am Ende vielleicht sogar zu gar keinen Babies mehr." Allerdings, so Halpern, eröffnet sich vielleicht ein Ausweg: Man hat bereits weiblichen Mäusen weibliche Stammzellen entnommen und damit neue Mäuse erzeugt.

Magazinrundschau vom 13.03.2018 - Gentlemen's Quarterly

In Kiew spielen sich derzeit wahre Hollywood-Reißer mit allerdings drastischen Folgen für die Betroffenen ab, versichert uns Joshua Hammer in einer umfangreichen, spannenden Reportage: Wer dort politisch auf einer missliebigen Seiten steht, wird kurzerhand um die Ecke gebracht. "Dem Anschein nach verströmt Kiew den eleganten Charme von Orten wie Prag und Budapest. Doch für einen zahlenmäßig nicht unbedeutenden Teil der Bewohner - etwa russische Emigranten, die es sich mit dem Kreml verscherzt haben, kritische Journalisten oder Politiker, die bedauerlicherweise ihr Gewissen entdeckt haben - bedeutet das Leben in Kiew mitunter eine tägliche Übung in Sachen Angst. Für Leute wie Amina und Adam, die nur knapp einem Attentat entkommen sind, stellt jeder Gang zum Lebensmittelladen, jede Fahrt mit dem Auto, jede Begegnung mit einem Fremden einen Schritt ins Ungewisse dar. Hinter der Fassade slawischer Hochkultur und moderner Raffinesse ist die Stadt für viele etwas Düsteres geworden, als der bloße Anschein in Aussicht stellt: Eine Gangland-Metropole. Allein im letzten Jahr sind im Zuge einer Welle von Bomben- und Schussattentaten ein halbes Dutzend Feinde von Putins Regime entweder ermordet oder schwer verletzt worden - ein Ausbruch von Chaos und Gewalt, der ein unheimliches Leichentuch über die Stadt ausgespannt hat."

Magazinrundschau vom 06.02.2018 - Gentlemen's Quarterly

Sehr persönlich schreibt John Jeremiah Sullivan über den in Deutschland fast nicht registrierten Tod des begabten, aber noch nicht wirklich bekannten Popstars Lil Peep alias  Gustav Åhr im Alter von 21 Jahren - zeitgemäß an einer Fentanyl-Überdosis, wie man sagt. Der Autor kannte den Jungen persönlich so wie auch seinen Lehrer Woody Register, dessen Mails über Lil Peep er zitiert. Sullivan rechnet Lil Peep einem neuen, bei Soundcloud florierenden Underground-Pop zu, in dem sich die Genre-Grenzen zwischen Hip Hop und Pop längst aufgelöst haben, und spricht von "SoundCloud rap" oder "sad rap" , denn die Lieder sind in der Tat sehr traurig: Und dann schrieb Register "einen der treffendsten Sätze über die Ästhetik von Peeps Sound, obwohl er Hiphop oder irgendeine andere Form zeitgenössischer Musik, die Peep in sich aufgesogen hatte, kaum kaum kennt oder besonders schätzt: 'Es ist Teenie-Dunkelheit, eine Menge davon, aber es ist noch mehr darin wegen dieser bedrängend melodiösen Phrasen in der Kombination mit dem Beat.  Daraus ersteht Gus in einer Deutlichkeit vor mir, die mir den Schlaf raubt.' Dieses 'bedrängend Melodiöse', ja, dieser Singsang wie auf dem Schulhof, wie Gummitwist. Diese Kids hatten keine Angst vor Melodien. Sie mögen es hübsch. Einer von ihnen, der sich selbst Horse Head nennt, nennt seinen Sound 'melodischen Trap'."

"Beamerboy" ist Sullivans Lieblingslied (und er bittet, auf die Gitarre zu achten!) aber "The Brightside" ist besser. Lil Peep hat seltsamer Weise Millionen Fans in Russland, und Sullivan empfiehlt auch einige der von ihnen als Hommagen eingestellten Cover-Versionen."

Magazinrundschau vom 21.11.2017 - Gentlemen's Quarterly

Sean Flynn erzählt die Geschichte des amerikanischen Geschäftsmanns William Browder, der in Russland einen Hedge Fonds managte, bis sein Steueranwalt Sergej Magnitsky in einem russischen Gefängnis zu Tode gefoltert wurde, nachdem er einen Steuerbetrug russischer Gangster aufgedeckt hatte. Browder, der die Verantwortlichen bestraft sehen wollte, kehrte in die USA zurück und machte so lange Stunk, bis 2012 der "Magnitzky Act" erlassen wurde, den Diktatoren überall auf der Welt hassen. Denn unter diesem Gesetz können ihre Gelder eingefroren und Einreiseverbote für die USA verhängt werden. Die Russen versuchen alles, dieses Gesetz zu kippen. Inzwischen wird Browder sogar beschuldigt, Magnitsky selbst ermordet zu haben. Umso bestürzender für ihn als er erfuhr, dass Donald Trump Jr. sich während des US-Wahlkampfs mit einer russischen Anwältin getroffen hat, die im Auftrag ihrer Regierung den "Magnitzky Act" zu Fall bringen soll. Die Russen versuchen gleichzeitig immer wieder, Browders Auslieferung durchzusetzen, zuletzt in Britannien. "Am Ende war es für Browder nur eine Unbequemlichkeit. Aber was, wenn er in Finnland gewesen wäre? Die Finnen sind gute Leute, aber sie haben auch eine 500 Meilen lange Grenze mit Russland. Würde ihnen Bowder einen internationalen Konflikt mit einem größeren, aggressiveren Nachbarn wert sein? Er kann vernünftigerweise sagen, dass er das nicht wert wäre. 'Ich bin sehr realistisch, wer zu meiner Verteidigung käme', sagt er. 'Ich bin meine Verteidigung.'"